1. Hardwareluxx
  2. >
  3. News
  4. >
  5. Hardware
  6. >
  7. Prozessoren
  8. >
  9. Ryzen Threadripper 2nd Gen: Einfluss der Speicheranbindung kleiner als gedacht

Ryzen Threadripper 2nd Gen: Einfluss der Speicheranbindung kleiner als gedacht

Veröffentlicht am: von

threadripper teaserIn Kürze soll es soweit sein und AMD wird die Ryzen-Threadripper-Prozessoren der zweiten Generation vorstellen. Bisher waren diese mit maximal 16 Kernen ausgestattet. Nun wird es auch Modelle mit 24 und 32 Kernen geben.

Vor etwa zwei Wochen schaute sich Roman Hartung alias der8auer die Leistung eines AMD EPYC 7601 mit 32 Kernen also Vorschau auf die zweite Generation der Ryzen-Threadripper-Prozessoren etwas genauer an. Da die EPYC-Prozessoren aber nicht die Taktraten eines Ryzen-Threadripper-Prozessors erreichen werden, hat Roman den Prozessor übertaktet. Dazu verwendet er ein Supermicro H11SSL-i und taktete den Prozessor auf 3,8 GHz. Die Ergebnisse der Cinebench-Durchläufe konnten sich sehen lassen, doch leider war kein höherer Takt möglich, der in etwa hätte zeigen können, was ein Ryzen Threadripper 2990X zu leisten im Stande ist.

Also hat sich der8auer noch einmal an den Rechner gesetzt und weiter versucht, die durch das Mainboard und hier vor allem die Spannungsversorgung auferlegten Limits zu durchbrechen. Letztendlich ist ihm dies auch gelungen. So könnte er mit einer Software namens eVc bzw. die I2C-Schnittstelle, die von vielen Komponenten des Mainboards zur Steuerung genutzt wird, den Controller der Spannungswandler auslesen und steuern. Nun konnte Roman die Spannung auf 1,45 V setzen und dabei sehen, dass die Spannungswandler zum einen mehr als 500 W an den Prozessor liefern müssen und daher recht schnell wärmer als 90 °C werden. Um dem entgegen zu wirken, hat Roman die VRMs mit 3M Novec, einer Zweiphasen-Wechselflüssigkeit übergossen, was die Komponenten etwas kühlte. Letztendlich konnte er damit einen Takt von 4.050 MHz erreichen und weitere Tests durchführen.

Durch den höheren Takt erreichte der EPYC 7601 bei 4.050 MHz einen Cinebench-Ergebnis von fast 6.100 Punkten. Dies ist schon ganz ordentlich und setzt die Messlatte für einen Multi-Core-Prozessor im Desktop/Workstation-Segment noch einmal höher.

Cinebench R15

Multi-Threaded

Punkte
Mehr ist besser

Einfluss des Speicherinterfaces je nach Anwendung gar nicht so hoch

32 Kerne bei 3,8 oder 4,0 GHz sind der eine Punkt aus denen die Ryzen-Threadripper-Prozessoren mit 24 und 32 Kernen ihre Leistung schöpfen werden. Ein weiterer ist das Speicherinterface. Doch anders als bei den EPYC-Prozessoren werden die Ryzen-Threadripper-Modelle weiterhin mit einem Quad- statt einem Octa-Channel-Speicherinterface daherkommen. Die erwähnten ersten Tests zeigten bei 3,4 GHz einen Leistungsunterschied von 3.867 Punkten für vier und 5.234 Punkte für acht Speicherkanäle auf.

Diesem Punkt ist Roman noch einmal nachgegangen und kommt zu einer leicht anderen Einschätzung. Je nachdem wie die acht DIMM-Steckplätze bei den EPYC-Prozessoren bestückt werden, ist die Leistung natürlich unterschiedlich. Alleine schon durch die doppelte Anzahl an Speicherkanälen ist das Octa-Channel-Interface mit 125 GB/s fast doppelt so schnell wie das Quad-Channel-Interface mit 65 GB/s. Auch bei den Latenzen gibt es leichte Unterschiede, je nachdem welcher DIMM gerade angesprochen wird und welcher NUMA-Node gerade darauf zugreifen möchte. Wie hatten uns dem Thema Game- und Creator-Mode mit Ryzen Threadripper erst kürzlich gewidmet. Je nach Anwendung spielen die Latenzen und die Speicherbandbreite mal eine mehr und mal eine weniger wichtige Rolle. Für die Ryzen-Threadripper-Prozessoren wird es aber bei einem Quad-Channel-Interface bleiben.

Wie die einzelnen Speicherkanäle aber angebunden sind, spielt offenbar eine weniger wichtige Rolle. In der Theorie haben wir dies bereits genauer erläutert und sind eigentlich davon ausgegangen, dass es hier je nach Konfiguration zu Problemen kommen kann.

Links zu sehen ist eine ähnliche Konfiguration wie aktuell schon vorhanden. Nur zwei der vier Zeppelin-Dies verfügen über jeweils zwei Speichercontroller sowie jeweils 32 PCI-Express-Lanes. die zwei weiteren Zeppelin-Dies liefern sozusagen nur die Kerne, besitzen aber keine Anbindung nach Außen hin. In dieser Konfiguration würde sich für die Modelle mit 24 und 32 Kernen nichts weiter ändern.

Schon anders sieht dies für die zweite mögliche Konfiguration aus. Hier liefert jeder Zeppelin-Die jeweils einen DDR4-Speichercontroller und 16 PCI-Express-Lanes. Ein solcher Ryzen-Threadripper-Prozessor bestünde aus vier NUMA-Nodes, die jeweils über einen Channel den Arbeitsspeicher anbinden. Im NUMA-Modus würde dies bedeuten, dass die Latenzen wieder gering sind, die Bandbreite aber noch einmal halbiert wird. Ein eventueller Game Mode mit nur einem aktiven Die würde im Umkehrschluss bedeuten, dass drei der vier Speicherkanäle über recht hohe Latenzen verfügen, die Speicherbandbreite dafür aber wieder stimmt.

Roman kommt nun aber zu dem Schluss, dass die Leistung, zumindest für den Cinebench, keine große Unterschiede aufzuweisen hat – egal wie die Anbindung stattfindet. Allerdings beschreibt der Cinebench sicherlich nicht alle Szenarien, in denen ein solcher Prozessor eingesetzt wird. Es gibt ebenso viele Anwendungen bei denen der Speicher eine wichtige eine Rolle spielt, wie es solche ohne derart große Relevanz gibt.

Welche ist die beste CPU?

Unsere Kaufberatung zu den aktuellen Intel- und AMD-Prozessoren hilft dabei, die Übersicht nicht zu verlieren. Dort zeigen wir, welche Prozessoren aktuell die beste Wahl darstellen - egal, ob es um die reine Leistungsfähigkeit oder das Preis-Leistungs-Verhältnis geht.


Social Links

Das könnte Sie auch interessieren:

  • AMD Ryzen 7 3800X im Test: Ein hungriger Lückenfüller

    Logo von IMAGES/STORIES/2017/AMDRYZEN93900X

    Kurz vor dem Start des lange ersehnten AMD Ryzen 9 3950X und der kommenden Threadripper-Modelle schließen wir eine weitere Lücke in unserer Testdatenbank und stellen den AMD Ryzen 7 3800X auf den Prüfstand, der über acht Kerne verfügt, gegenüber seinem kleinen Schwestermodell jedoch in einer... [mehr]

  • In Spielen König, sonst eher ein kleiner Prinz: Intel Core i5-10600K und Core...

    Logo von IMAGES/STORIES/2017/INTEL-CML-S

    Heute ist es soweit und wir dürfen die ersten Leistungsdaten des Core i5-10600K und des Core i9-10900K präsentieren. Damit öffnet Intel seine Comet-Lake-Prozessoren für den Markt, denn ab heute sind die ersten Modelle im Handel verfügbar. Die Kernkompetenzen der neuen Prozessoren liegen vor... [mehr]

  • AMD hängt Intel weiter ab: Der Ryzen 9 3950X im Test

    Logo von IMAGES/STORIES/2017/RYZEN-3950X

    Besser spät als nie – so ließe sich das Timing für unseren Test des Ryzen 9 3950X wohl am besten zusammenfassen. Zum Ursprünglichen Termin der Tests konnte uns AMD kein Sample zur Verfügung stellen und so mussten wir uns etwas gedulden, bis auch wir den 16-Kerner testen konnten. Der... [mehr]

  • Insider-Gerüchte: Intel streicht 10-nm-Pläne für den Desktop komplett

    Logo von IMAGES/STORIES/2017/INTEL

    Aus Insiderkreisen haben wir einige exklusive Informationen zu zukünftigen Desktop-Prozessoren von Intel erhalten. Die Quelle hat sich in der Vergangenheit zu CPU-Themen bereits mehrfach aus treffsicher erwiesen. Dennoch sollte wie bei allen Gerüchten dieser Art eine gewisse Vorsicht an den... [mehr]

  • Ein Athlon ist noch längst kein Ryzen: Der Athlon 3000G im Test

    Logo von IMAGES/STORIES/2017/AMD_ATHLON_200GE

    Für den Athlon 3000G hat sich AMD ein knappes Zeitfenster ausgesucht. Letzte Woche hab es die Testberichte zum Ryzen 9 3950X, zum 25. November erfolgt der Marktstart und auch die Tests zu den Ryzen-Threadripper-Prozessoren werden dann veröffentlicht. Dementsprechend fokussieren wir uns heute auf... [mehr]

  • Schneller dank Zen 2: Ryzen Threadripper 3960X und 3970X im Test

    Logo von IMAGES/STORIES/2017/RYZEN-THREADRIPPER-3RDGEN

    Nachdem sich AMD auf dem klassischen Desktop mindestens auf Augenhöhe zu Intel sieht, will man nun den bereits vorhandenen Vorsprung im High-End-Desktop weiter ausbauen. Den Anfang machen der Ryzen Threadripper 3960X mit 24 und der Ryzen Threadripper 3970X mit 32 Kernen. Zum Vorgänger... [mehr]