> > > > X370-, B350- und A320-Chipsatz: Offenbar keine Unterstützung für Ryzen-3000-Serie (Update)

X370-, B350- und A320-Chipsatz: Offenbar keine Unterstützung für Ryzen-3000-Serie (Update)

Veröffentlicht am: von

amd ryzen teaser 100Eine E-Mail an den Support von MSI sorgt seit gestern für einige Aufregung. In dieser Mail fragte Reddit-Nutzer master3553 nach der Kompatibilität seines X370 XPower Titanium mit den neuen Ryzen-Prozessoren der 3. Generation alias Ryzen-3000-Serie auf Basis der Zen-2-Architektur. Die Anfrage von MSI lautet kurz und knapp:

"vielen Dank für Ihre Anfrage

Nein wird es nicht, diese wird es für X470 und B450 geben."

Eine der vielgenannten Argumente seitens AMD ist die Tatsache, dass die Ryzen-Serie über drei Generationen mit den aktuellen AM4-Mainboards kompatibel sein wird. Wer sich also mit der ersten Ryzen-Generation (Summit Ridge) ein neues Mainboard angeschafft hat, sollte damit über die zweite (Pinnacle Ridge) bis zur dritten Generation (Matisse) auch immer auf die neue Prozessor-Generation wechseln und das Mainboard dabei beibehalten können.

Nun kennen wir bisher nur die Aussage des MSI-Supports die besagt, dass Mainboards mit Chipsätzen der 300-Serie nicht mehr die Ryzen-Prozessoren der 3. Generation unterstützen werden. Im Falle des angefragten X370 XPower Titanium handelt es sich sogar um die hochwertigere Variante des AMD-Chipsatzes. Für andere Modelle wäre es sicherlich verständlicher gewesen, wenn AMD hier einen Schnitt gemacht hätte. Es sieht aber so aus, als würden AMD und die Mainboardhersteller hier weitere Zöpfe abschneiden wollen.

Die Kollegen von TechPowerUp wollen zudem mit einem weiteren Mainboardhersteller gesprochen haben und dieser hat offenbar die Aussage von MSI bestätigt. Die Unterstützung für die Ryzen-Prozessoren der 3. Generation wird es nur für Mainboards mit B450- und X470-Chipsatz geben – also die Modelle, die für die 2000-Serie im vergangenen Jahr auf den Markt gebracht wurden.

Die anonyme Quelle nennt auch gleich einen Grund für die Inkompatibilität: "Zen 2 processors have steeper electrical requirements that 300-series motherboards don't meet" – höhere Anforderungen an das PCB und die Stromversorgung sollen also der Grund sein. Intel nutzte eine ähnliche Argumentation für die Einführung des Z390-Chipsatzes mit den Coffee-Lake-Prozessoren. Hier stiegen die Anforderungen an die Stromversorgung aber tatsächlich an, auch wenn die Prozessoren auf älteren Z270- und Z370-Mainboards problemlos liefen. Für die Ryzen-Prozessoren der 3. Generation wird derzeit aber kein signifikanter Anstieg der Thermal Design Power erwartet.

Als weiterer Grund wird ein zu kleiner BIOS-Chip vermutet, der auf einigen Modellen verbaut ist. Diese fassen offenbar nur 2 MB (16 MBit), was zu wenig sein soll. Viele Mainboards mit Chipsatz der 400-Serie besitzen Chips die 4 MB (32 MBit) fassen. Ob dies allerdings der alleinige Grund sein kann, lässt sich derzeit nicht validieren.

Es könnte aber auch einen ganz einfachen, wirtschaftlichen Grund für bestimmte Inkompatibilitäten der neuen Prozessoren mit älteren Mainboards geben: Die Mainboard-Hersteller wollen schlicht und ergreifend neue Mainboards verkaufen.

Aus Sicht von AMD sind solche geplanten Langzeit-Kompatibilitäten wie mit dem AM4 attraktiv und damit kann geworben werden. Aus Sicht des Käufers sind sie kundenfreundlich, doch die Mainboardhersteller wollen natürlich auch weiterhin ihre Hardware verkaufen und wer sich im Frühjahr 2017 seinen ersten Ryzen-Prozessor samt neuem Mainboard gekauft hat, müsste dies nach den bisherigen Plänen auch im Jahre 2019 nicht wieder tun.

Sicherlich gab es auch beim Wechsel von Summit Ridge auf Pinnacle Ridge gewisse Funktionen, die nur mit den Mainboards mit dem aktuellsten Chipsatz funktioniert haben, doch kleinere Verbesserungen sind nicht für jeden Käufer eines Ryzen-Prozessors gleich ein Grund auch das Mainboard zu wechseln. Die Unterstützung für PCI-Express 4.0 ist im Falle der Matisse-Prozessoren sicherlich ein Hauptargument für ein neues PCB-Design und vielerlei Anpassungen an den Mainboards, allerdings gibt es derzeit noch keinerlei Endkunden-Hardware, die den schnelleren PCI-Express-Standard auch wirklich nutzt. Die ebenfalls in Kürze erwarteten Grafikkarten mit Navi-GPU sind ein heißer Kandidat für PCI-Express 4.0, allerdings sind aktuelle Grafikkarte nicht wirklich durch den älteren Standard limitiert.

Mit der Vorstellung der Ryzen-Prozessoren der 3. Generation wird sich AMD sicherlich zur Kompatibilität mit den Mainboards und Chipsätzen äußern. Wie auch bei der vorherigen Generation, wird es wohl ein "AMD Ryzen Desktop 3000 ready"-Badge auf den Mainboardkarton geben.

1. Update:

Aufgrund der letzten BIOS-Updates die von den verschiedenen Hersteller veröffentlich wurden, ergibt sich folgendes Bild:

Mainboards, die ein BIOS-Update mit dem AGESA (AMD Generic Encapsulated Software Architecture) Microcode in der Version 0.0.7.x erhalten, sollen zu den Ryzen-Prozessoren der 3. Generation kompatibel sein. Ein Mainboard mit X370-Chip und aktuellem BIOS ist das ASUS ROG Crosshair VI Hero. Offenbar gilt dies auch für folgende Modelle:

  • ASUS ROG Crosshair VI Hero
  • ASUS ROG Strix X370-F Gaming
  • ASUS ROG Strix X370-I Gaming
  • ASUS Prime X370-Pro
  • ASUS Prime X370-A
  • ASUS Prime B350-Plus
  • ASUS ROG Strix B350-F Gaming
  • ASUS Prime B350M-A
  • ASUS TUF B350M-Plus Gaming
  • ASUS Prime B350M-K
  • ASUS ROG Strix B350-I Gaming
  • ASUS Prime B350M-E
  • ASUS Prime A320M-E
  • ASUS Prime A320M-A
  • ASUS Prime A320M-K
  • ASUS EX-A320M-Gaming

MSI bietet für die Mainboards mit 400-Series-Chipsatz bereits ein neues BIOS mit AGESA 0.0.7.x an, für die Mainboards mit 300-Series-Chipsatz aber nicht. Biostar hingegen bietet auch für seine Mainboards mit X370- und B350-Chipsatz entsprechende Updates an.

  • Biostar X370GTN
  • Biostar X370GT7
  • Biostar X370GT5
  • Biostar X370GT3
  • Biostar B350GTN
  • Biostar B350GT5
  • Biostar B350GT3
  • Biostar B350ET2

ASRock bietet ebenso wie Gigabyte noch keinerlei BIOS-Updates an. Dies muss aber nicht heißen, dass dies nicht noch der Fall sein wird. Es scheint also so, als habe sich MSI ganz bewusst gegen eine Unterstützung der Ryzen-Prozessoren der 3. Generation für die älteren Mainboards entschieden. Die Erkenntnislage befindet sich aber noch im Fluss.

2. Update:

Noch nicht über die Webseite direkt, wohl aber über andere Quellen sind neue BIOS-Versionen für einige Mainboards von ASRock verfügbar. Dies wären die Modelle:

  • ASRock X370 Pro4
  • ASRock AB350 Gaming-ITX/ac
  • ASRock AB350 Pro4
  • ASRock AB350M Pro4

Auch hier ist also eine Kompatibilität zu den Ryzen-Prozessoren der 3. Generation bei diesen Modellen gegeben.

3. Update:

MSI hat sich inzwischen offiziell dazu geäußert und die Situation damit klargestellt. Demnach werden die meisten Modelle mit X370- und B350-Chipsatz sehr wohl die Ryzen-Prozessoren der 3. Generation unterstützen. Die folgenden Modelle erhalten ein BIOS-Update:

  • MSI X370 XPower Gaming Titanium
  • MSI X370 Gaming Pro Carbon
  • MSI X370 Gaming Pro Carbon AC
  • MSI X370 Gaming Plus
  • MSI X370 Gaming Pro
  • MSI X370 Krait Gaming
  • MSI X370 SLI Plus
  • MSI X370 Gaming M7 ACK
  • MSI B350 Tomahawk
  • MSI B350  Tomahawk Arctic
  • MSI B350 PC Mate
  • MSI B350 Gaming Plus
  • MSI B350 Mortar
  • MSI B350 Mortar Arctic
  • MSI B350M Bazooka
  • MSI B350M Pro-VDH
  • MSI B350M Gaming Pro
  • MSI B350I Pro AC
  • MSI B350 Gaming Pro Carbon
  • MSI B350 Pro-VH Plus
  • MSI B350 Krait Gaming
  • MSI B350 Tomahawk Plus
  • MSI B355M Pro-VH Plus