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KI-Boom und Speicherknappheit

DRAM-Markt wächst um fast 30 Prozent

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DRAM-Markt wächst um fast 30 Prozent
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Trotz oder gerade wegen des KI-Hypes und der Engpässe bei Speicher ist der globale DRAM-Markt im vierten Quartal 2025 stark gewachsen. Das geht aus dem neusten Marktforschungsbericht von TrendForce hervor. Demnach belief sich der Gesamtumsatz der DRAM-Branche im letzten Jahresviertel 2025 auf 53,578 Milliarden US-Dollar – ein Plus von 29,4 % gegenüber dem dritten Quartal 2025, welches bereits mit ca. 41,399 Milliarden US-Dollar ebenfalls schon ein starkes war. Damit hat sich der DRAM-Markt innerhalb von nur zwei Quartalen um rund 60 % erholt und übertrifft alle bisherigen Rekordwerte.

Haupttreiber hinter dem Boom war natürlich die rasant wachsende Nachfrage nach KI-Infrastruktur und damit nach Speicher. Cloud-Anbieter und Rechenzentren haben ihre Bestellungen massiv hochgefahren – nicht nur für High Bandwidth Memory (HBM), der für KI-Beschleuniger wie NVIDIAs H100 und GB200 benötigt wird, sondern auch für konventionellen Server-DRAM in Form von RDIMM-Modulen. Gleichzeitig erreichten die Lagerbestände der Hersteller einen Tiefpunkt, was die Verhandlungsmacht auf die Produzentenseite verschob. 

Das Ergebnis: Konventionelle DRAM-Vertragspreise stiegen den Zahlen zufolge im vierten Quartal um 45 bis 50 % gegenüber dem Vorquartal, der Gesamtpreis inklusive HBM sogar um 50 bis 55 %. Käufer aus allen Marktsegmenten – von PC- und Smartphone-Herstellern bis hin zu Server-OEMs – konnten ihren Bedarf schlicht nicht vollständig decken.

Umsatz-Ranking DRAM-Markt
Rang Hersteller Umsatz (in Millionen US-Dollar) Marktanteil
4Q25 3Q25 QoQ 4Q25 3Q25
1 Samsung 19,300 13,500 43,0 % 36,0 % 32,6 %
2 SK hynix 17,221 13,750 25,2 % 32,1 % 33,2 %
3 Micron 11,975 10,650 12,4 % 22,4 % 25,7 %
4 Nanya 970 627 54,7 % 1,8 % 1,5 %
5 Winbond 297 222 33,7 % 0,6 % 0,5 %
6 PSMC 33 33 0,6 % 0,1 % 0,1 %
Andere 3,782 2,617 44,5 % 7,1 % 6,3 %
Gesamt 53,578 41,399 29,4 % 100 % 100 %

Beim Blick auf die einzelnen Hersteller zeigt sich eine Verschiebung: Samsung kehrte nach Monaten auf dem zweiten Platz an die Marktspitze zurück: Der Speicher-Umsatz der Südkoreaner stieg um 43 % auf 19,3 Milliarden US-Dollar, der Marktanteil kletterte um 3,4 Prozentpunkte auf 36 %. Dabei profitierte man von höheren Preisen, denn die durchschnittlichen Verkaufspreise legten um rund 40 % zu und entsprechen dem stärksten Preisanstieg der drei Branchenführer. 

SK hynix, zuletzt Marktführer dank HBM-Dominanz, sieht seinen Marktanteil leicht sinken und kommt auf einen Anteil von 32,1 % gefolgt von Micron mit 25,7 %. Auch kleinere Anbieter profitierten: Nanya steigerte seinen Umsatz um bemerkenswerte 54,7 % auf 970 Millionen US-Dollar, Winbond wuchs um 33,7 % auf 297 Millionen US-Dollar. Beide kommen kumuliert jedoch nur auf einen Marktanteil von gerade einmal 2 %.

Laut TrendForce zeichnet sich für das erste Quartal 2026 keine Entspannung ab. Im Gegenteil: Die Preisprognosen hat man nochmals deutlich nach oben korrigiert und geht von weiter stark steigenden Preisen von bis zu 95 % gegenüber dem Vorquartal aus. Endkunden-DRAM könnte sich dabei sogar mehr als verdoppeln, was Upgrades und Neuanschaffungen für Verbraucher erheblich teurer macht.

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