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Geplante Obsoleszenz: Italien ermittelt gegen Apple und Samsung

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apple iphone 7 plus

Die Entscheidung bestimmte iPhone-Modelle aufgrund gealteter Akkus künstlich zu verlangsamen, hat Apple viel Kritik beschert. Zwar reagierte das Unternehmen mit reduzierten Preisen für den Wechsel der Akkus sowie der Ankündigung, künftig dem Nutzer per Update die Wahl zu überlassen, aus der Welt ist die Affäre damit aber noch nicht. Denn nach Frankreich hat nun auch Italien Ermittlungen angekündigt.

Allerdings hat die italienische Kartellbehörde Autorità Garante della Concorrenza e del Mercato (AGCM) nicht nur Apple im Visier. Denn auch Samsung soll sich nicht an die wettbewerbsrechtlichen Vorgaben bezüglich der nachträglichen Veränderungen eines verkauften Produktes gehalten haben.

Konkret geht es dabei um die Frage, ob Apple und Samsung mit ihren Software-Updates die Leistung der Smartphones absichtlich verringert haben, um Verbraucher zum Kauf neuer Geräte zu bewegen. In einer Erklärung der AGCM heißt es, das die Paragraphen 20, 21, 22 und 24 des Codice del Consumo verletzt worden sein könnten. Diese legen unter anderem fest, dass Herstelleraussagen zu einem Produkt zutreffend sein müssen - vor allem dann, wenn sie kaufentscheidend sein können. Ebenso ist klar definiert, in welchem Umfang Eigenschaften nachträglich verändert werden dürfen.

Vor allem letzteres ist nach Ansicht der Kartellbehörde entscheidend. Denn sowohl Apple als auch Samsung haben nach ihrer Ansicht Software-Updates aktiv beworben, gleichzeitig aber nicht ausreichend darauf hingewiesen, dass die ursprünglich beworbene Leistung darunter leiden könne. Auch Informationen zur Aufrechterhaltung oder Wiedererlangung des alten oder eines vergleichbaren Leistungsniveaus habe es nicht gegeben.

Während Apple in Bezug auf die Drosselung seine Schuld bereits eingestanden und von einer unglücklichen Kommunikation gesprochen hat, gibt es von Seiten Samsungs keinerlei Aussagen. Sollten die italienischen Wettbewerbshüter zu dem Schluss gelangen, dass es eine Rechtsverletzung gegeben hat, drohen laut Reuters Multi-Millionen-Euro-Strafen. Ähnliches könnte Apple in Frankreich widerfahren. Noch ist die Frage, ob es sich bei der Verlangsamung um eine geplante Obsoleszenz handelt, aber nicht abschließend beantwortet.

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Kommentare (17)

#8
Registriert seit: 10.03.2017

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Beiträge: 1168
Zitat REDFROG;26102298
Toll.
Dann werden wir in Zukunft eben bei Updates immer auch zu lesen bekommen:
"Mit der Installation dieses Updates akzeptieren Sie: Die Leistung ihres Gerätes könnte durch dieses Update ggfs. beeinträchtigt werden"
Und dann sind die auch schon aus dem Schneider.

Dafür weiß man dann wenigstens womit man zu rechnen hat und dann ggf. das Update verweigern oder andere Konsequenzen ziehen. Diese heimliche Kastrierung geht gar nicht.
#9
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Registriert seit: 17.06.2005

Oberleutnant zur See
Beiträge: 1377
Da ist schlichtweg mal ein neues Gesetz nötig. Zum Beispiel, daß das Gerät mindestens 5 Jahre wie beworben funktionieren muß, oder so in der Art. Dazu gehört dann auch, daß man gewährleisten muß, daß man für diese 5 Jahre (nach Kauf des Gerätes wohlgemerkt und nicht Markteinführung!) Ersatzteile bekommt, wie z.B. Akkus.

Es ist schlichtweg lächerlich, daß Geräte heutzutage nach 2 Jahren weggeworfen werden, weil sie nicht mehr richtig funktionieren. Entweder weil der Akku tot ist und nicht gewechselt werden kann / keine Ersatzakkus mehr erhältlich sind oder weil eben mit einem Update die Software die Geräte so stark in die Knie zwingt, daß man sie nicht mehr nutzen kann. Und gerade die Akkus sind ja nicht nur bei Smartphones ein Thema, sondern bei allen kabellosen Elektro-Geräten. Zahnbürste, Haartrimmer, Akku-Schrauber, Music-Player etc, etc.
#10
Registriert seit: 27.12.2006
NRW
Oberleutnant zur See
Beiträge: 1339
Das sind gute Nachrichten, hoffentlich fällt die Strafe hoch aus und hoffentlich ziehen weitere Länder nach. Diese Aktion war einfach zu dreist.
#11
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Registriert seit: 12.02.2011
Baden Württemberg
Kapitän zur See
Beiträge: 3225
Zitat Hardwareaner;26102831
Dafür weiß man dann wenigstens womit man zu rechnen hat und dann ggf. das Update verweigern oder andere Konsequenzen ziehen. Diese heimliche Kastrierung geht gar nicht.

tja das dumme ist, dieser Satz gilt für die positive Auswirkung an performance als auch für die negative. :fresse:
#12
Registriert seit: 28.06.2016

Obergefreiter
Beiträge: 86
Für mich ist es keine „geplante Obsoleszenz“, wenn ein Gerät künstlich eingebremst wird, das sich ansonsten in gewissen Situationen einfach abschalten würde. Was wahrscheinlich einem nicht ausreichend dimensionierten Akku geschuldet ist.

Allerdings hätte Apple diese Art der Problemlösung offen kommunizieren müssen und dem Käufer eine Wahlmöglichkeit lassen sollen. Ein kostengünstiges bzw. kostenloses Austauschprogramm für verbrauchte Akkus wäre an der Stelle sicherlich auch eine kundenfreundliche Option gewesen.
#13
Registriert seit: 09.09.2008

Vizeadmiral
Beiträge: 6663
Zitat Hardwareaner;26102831
Dafür weiß man dann wenigstens womit man zu rechnen hat und dann ggf. das Update verweigern oder andere Konsequenzen ziehen. Diese heimliche Kastrierung geht gar nicht.


Hat Microsoft immer drauf hingewiesen?
Schon mal versucht Windows Vista auf nem PC von 2000 zu installieren?
#14
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Registriert seit: 10.05.2006

Fregattenkapitän
Beiträge: 2933
Du bist nicht gezwungen Windows Vista auf dem Rechner zu installieren. Das OS ist unabhängig von der Hardware. Bei Smartphones ist das leider anders.

Ansonsten sind hier wieder Leute unterwegs denen man es nie recht machen kann. Wenn "der Staat" nichts macht ist es falsch, macht er was ist es auch falsch. Naja, ist halt eine universelle Wahrheit, dass es am einfachsten ist immer "das ist falsch würde ich nicht so machen" zu sagen. Noch einfacher ist es, keine Besserungsvorschläge zu machen. Da müssen nämlich andere nicht dem Vorschlag zustimmen, sondern nur der Aussage das es falsch ist und man das ja schon vorher hätte sehen können.
#15
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Registriert seit: 25.03.2011
KönigReich Bayern
Bootsmann
Beiträge: 731
Ich wüßte zu gern, was der sturm im wasserglas soll?!
So lange der kaufpöbel nicht randalierend in den shops oder im büro der CEO's steht, ist die welt doch in ordnung.
Die politikdarsteller und firmen lachen sich doch kaputt über die schnarchnasen von der straße und gehen anschließend wieder zusammen golfen oder ins bordell.
#16
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Registriert seit: 29.08.2012

Flottillenadmiral
Beiträge: 5635
Das nenne ich doch mal richtig genial. Zwei Staaten, die zumindest etwas gegen die absichtliche Kaputtung von Waren machen.

Aber mal im Ernst: Hätte man Gesetze, die schon deutlich längere Gewährleistungszeiträume zur Pflicht machen, könnte man relativ problemlos etwas gegen die geplante Obsoleszenz tun und müsste jetzt nicht symbolisch andere Paragraphen dafür herhalten lassen.
Dann hätte man nicht nur weniger Probleme mit niedrigen Löhnen(wenn die Leute weniger konsumieren müssen, haben sie auch mehr in der Tasche), sondern auch weniger Probleme mit Schrottware aus Billiglohnländern, da sie dann mit den eigenen Märkten nicht mehr konform wäre.
#17
Registriert seit: 10.03.2017

Banned
Beiträge: 1168
Zitat cps;26103173
Für mich ist es keine „geplante Obsoleszenz“, wenn ein Gerät künstlich eingebremst wird, das sich ansonsten in gewissen Situationen einfach abschalten würde. Was wahrscheinlich einem nicht ausreichend dimensionierten Akku geschuldet ist.

Genau DAS ist geplante Obsoleszenz, nicht ausreichend dimensionierte Bauteile, die vorzeitige Defekte oder Einschränkungen provozieren, obwohl man das problemlos hätte umgehen können.

Zitat mastergamer;26103257
Hat Microsoft immer drauf hingewiesen?
Schon mal versucht Windows Vista auf nem PC von 2000 zu installieren?

Wenn du mir jetzt noch den Zusammenhang mit dem Thema erklärst, kann ich dir darauf vielleicht sogar eine Antwort geben. Worauf willst du hinaus?
Kleiner Denkanstoß: Vista ist ein eigenes und kostenpflichtiges Nachfolgeprodukt wie beispielsweise ein neues Telefon. Zudem ist Vista ein Produkt welches auf Millionen Konfigurationen laufen muss und nicht auf eine spezielle optimiert wird.
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