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Ende des Mining-Booms: Absätze bei den Grafikkarten brechen um bis zu 80 % ein (Update)

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bitcoinInvestoren und Analysten mahnen seit Monaten vor einem Einbruch am Grafikkarten-Markt, doch bisher hat sich dies in den Absatz- und Umsatzzahlen der Hersteller noch nicht wirklich gezeigt. Nun mehren sich aber die Zeichen aus Asien, dass es ab März/April einen erheblich Einbruch bei den Absatzzahlen gegeben hat.

In der Bekanntgaben der letzten Quartalszahlen verzeichnete NVIDIA einen Umsatz von 1,7 Milliarden US-Dollar in der GeForce-Sparte. Rund 289 Millionen US-Dollar des Umsatzes führt NVIDIA auf den Bedarf durch das Kryptomining zurück. Allerdings dürfte der echte Krypto-Absatz noch weitaus höher sein, denn NVIDIA kennt nur die Zahlen, die direkt den entsprechenden OEM-Markt betreffen. Viele Gaming-Karten kommen aber ebenfalls für das Mining zum Einsatz und werden nicht erfasst. Bei AMD dürfte der Anteil nicht viel anders aussehen. Hier sah man zuletzt keinerlei Gefahren durch einen plötzlich abfallenden Absatz.

Zahlen des Branchenmagazins DigiTimes zeigen aber nun, wie dramatisch sich ein Ende des Mining-Booms äußern kann. Durch die Bank weg haben die GPU-Hersteller AMD und NVIDIA gute Zahlen für den Herbst 2017 und das Frühjahr 2018 präsentiert. Davon profitieren natürlich auch die Partner wie ASUS, Gigabyte, MSI – aber auch die kleineren und exklusiven Partner wie Tul (PowerColor), Sapphire und Co. Allerdings könnte gerade diesen die Abhängigkeit vom Mining-Markt nun zum Verhängnis werden.

Eben angesprochener Exklusivpartner Tul soll im Monat April von einen Umsatzrückgang von rund 80 % getroffen worden sein. Alleine im März soll der Umsatz noch umgerechnet 37 Millionen Euro betragen haben, im April sollen es nur noch etwa 8 Millionen Euro gewesen sein. Da Tul bis auf ein paar Ausnahmen fast ausschließlich Grafikkarten verkauft, wird die Abhängigkeit von den Verkäufen der Grafikkarten am deutlichsten.

Die Wertschöpfungskette von den GPU-Herstellern bis hin den Zulieferern von PCB und weiteren Bauteilen erwarten ab dem ersten Quartal 2018 sinkende Absätze durch den geringeren Bedarf an Krypto-Hardware. Während einige Unternehmen dies mit anderen Sparten ihres Geschäftes etwas abfedern können, fällt dies reinen Grafikkarten-Herstellern deutlich schwerer.

Die Kurse bei den Kryptowährungen sind extrem volatil. In den vergangenen 2-3 Monaten hat sich aber ein Trend niedriger Kurse etabliert und dieser sorgte dafür, dass das Mining mit Grafikkarten immer weniger rentabel wurde. Aufgrund dessen sind auch die Preise bei den Grafikkarten deutlich gefallen – wenngleich sie noch immer teilweise über der unverbindlichen Preisempfehlung oder dem Einführungsniveau liegen.

Update:

Es gibt weitere Zahlen, welche die bisherigen Thesen zum Ende des Mining-Booms bestätigen. So hat TUL unter anderem die Geschäftszahlen zum Tochterunternehmen PowerColor veröffentlicht und darin muss das Unternehmen einen im zweiten Quartal gegenüber dem ersten Quartal um 59 % zurückgegangenen Umsatz verbuchen. PowerColor ist von solchen Schwankungen besonders betroffen, da 95 % des Gesamtumsatzes über die GPUs bzw. Grafikkarten gemacht werden.

Laut der Analyse von Seeking Alpha verkaufte PowerColor in den Monaten April bis Juni ebenso viele Grafikkarten, wie im März. Bei anderen Herstellern dürften die Zahlen im Verhältnis nicht anders aussehen – meist aber kann man dies dort mit den anderen Geschäftsfeldern ausgleichen.