Seite 1: Intel Core i7-7700K im Test - keine großen Sprünge mit Kaby Lake

kabylakeAm heutigen 3. Januar stellt Intel die Desktop-Modelle der Kaby-Lake-Architektur vor. Wir haben natürlich den Launch-Test: Intels Flaggschiff, der Core i7-7700K, wurde von uns in den letzten Tagen durch diverse Benchmarks gejagt und gegen die Vorgänger verglichen. Allerdings sollte Hardwareluxx-Lesern schon vieles bekannt vorkommen, denn wir haben über die Leistung und die Architektur schon in einigen Notebook-Tests geschrieben und auch schon die neuen Funktionen hervorgehoben. Zudem waren die Spezifikationen schon früh durchgesickert - bereits nach dem IDF im August 2016 waren die meisten Daten bekannt. Und zuletzt hatte Intel trotz NDA für die Presse bereits diverse CPUs in den Handel geschickt und diese wurden munter auch von unseren Foren-Mitgliedern getestet. Was gibt es also über das neue Produkt noch zu sagen?

Beginnen wir mit einer kurzen Rückschau: Am 5. August 2015 - also vor knapp 17 Monaten - stellte Intel die aktuelle Skylake-Architektur mit dem Topmodell Core i7-6700K vor. Skylake begleitete uns also schon eine ganze Weile. Im Jahr 2016 war es im Prozessorbereich eher ruhig: Nur der Core i7-6950X wurde von Intel vorgestellt, den Haswell-E hatten wir natürlich im Test. Es folgt nun also die nächste Desktop-Prozessorgeneration, die Intel bis ins Jahr 2018 hinein verkaufen wird. 

Was gibt's also Neues? Hierbei hilft zunächst ein Blick auf die Spezifikationen:

Intels neue Kaby-Lake-Prozessoren im Vergleich
 Core i7-7700KCore i7-6700KCore i7-5775CCore i7-4790K
Prozessor-
Kern
Kaby Lake Skylake Broadwell-H Haswell
(Devils Canyon)
Fertigungstechnologie 14 nm 14 nm 14 nm 22 nm
Sockel 1151 1151 1150 1150
Speicher 2 Channel DDR4/DDR3LL 2 Channel DDR4/DDR3L 2 Channel
DDR3
2 Channel
DDR3
Cores / Threads 4 / 8 4 / 8 4 / 8 4 / 8
L3-Cache-Größe 8 MB 8 MB 6 MB 8 MB
Grafikkern HD Graphics 620 HD Graphics 530 Iris Pro Graphics 6200 HD Graphics 4600
GPU-Frequenz 1,15 GHz 1,15 GHz 1,15 GHz 1,25 GHz
Basisfrequenz 4,2 GHz 4,0 GHz 3,3 GHz 4,0 GHz
max. Turbo (1 Core) 4,5 GHz 4,2 GHz 3,7 GHz 4,4 GHz
max. Turbo (4 Core) 4,4 GHz 4,1 GHz 3,6 GHz 4,2 GHz
TDP 91 W 91 W 65 W 88 W
PCIe Lanes 16x PCIe 3.0 16x PCIe 3.0 16x PCIe 3.0 16x PCIe 3.0
Preis ~400 Euro 350 Euro 401 Euro 349 Euro

Zunächst sieht es also so aus, als hätte Intel nur die Grafik geändert und die Taktfrequenz leicht erhöht - und effektiv ist auch genau das der Fall. Technisch hat man die Taktsteigerung durch kleinere Tweaks an der Fertigungstechnologie erreicht, denn für Kaby Lake nutzt Intel einen "14+"-Fertigungsprozess. Dieser enthält diverse kleinere Verbesserungen hinsichtlich der Chipausbeute, aber auch hinsichtlich erreichbarer Frequenzen und des Stromverbrauchs. Durch diese Verbesserungen ist es Intel möglich, bei gleicher TDP die Taktfrequenz um knapp 300 MHz anzuheben. Mit maximalem Turbo erreicht der Core i7-7700K jetzt also 4,5 GHz. 

Die HD Graphics 630 hatten wir nach dem Notebook-Launch bereits mehrfach beschrieben, wobei hier insbesondere das Hinzukommen der Funktionen MFX (Multi-Format-Codec) und VQE (Video-Quality-Engine) zu nennen ist. Von den Funktionseinheiten ist sie identisch zu Skylake. MFX und VQE haben in Notebooks und Tablets den Vorteil, dass beim Abspielen oder Enkodieren von 4K-Videos die CPU nicht verwendet werden muss. Insofern steigert Kaby Lake die Stromeffizienz bei derartigen Geräten. Bei Desktop-Modellen ist dies sicherlich nicht so wichtig, denn der Rechner hängt sowieso am Stromnetz. Einige Prozessoren erhalten aber auch die Iris Plus-Grafik. Diese sind aber als U-Series-CPUs mit 28W und 2/4 Cores/Threads nicht für den Desktop-Betrieb interessant. 

Insofern: Ein wenig Veränderungen hier, ein wenig da - aber vielleicht kann ja der Chipsatz deutlich mehr. Und in der Tat, hier gibt es eine Veränderung: Durch eine größere Anzahl I/O-Lanes (24 statt 20) sind Intels kommende Optane Memory-Lösungen kompatibel mit dem Z270 und anderen. Aber da man heute noch nicht sagen kann, welche Effekte Optane auf ein System haben wird, ist auch dieser Punkt zunächst offen. Wir hatten bereits eine Reihe von News um Optane-Speicherlösungen, aber vom anfänglichen Leistungsgewinn, den man auf dem Intel Developer Forum 2015 zeigte, ist man weit entfernt. In der Industrie hört man derweil, dass Optane nur noch als Cache eine Rolle spielen wird ähnlich eines Smart Caches für Festplatten, zu teuer sei oder sogar "totally broke" sei. Man muss abwarten, wie sich das Produkt in diesem Jahr am Markt zeigt.

Als letzten Punkt, der gerade bei Hardwareluxx-Lesern hervorzuheben wäre, sind die Overclocking-Möglichkeiten und Funktionen zu nennen. Diesen Punkt nehmen wir uns auf der nächsten Seite im Detail vor, bevor wir zu den Leistungstests kommen.