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Haswell im Test: Intel Core i7-4770K und i5-4670K

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Seite 19: Fazit

Im letzten Jahr schrieben wir im Ivy-Bridge-Test: "Die Vorteile von Ivy Bridge liegen demnach im Detail." Eigentlich könnte man dieses Zitat im heutigen Test kopieren, auch wenn Haswell im Vergleich zu Ivy Bridge unter der Haube deutlich mehr zu bieten hat als Ivy-Bridge im Vergleich zu Sandy Bridge. Doch letztendlich durchbricht die neue Architektur nicht die nächste Schallmauer und hängt die Vorgängergeneration ab, sondern verbessert sie in allen Bereichen eher evolutionär. Der einzige Bereich, in dem Intel wirklich einen deutlichen Vorteil mit Haswell herausarbeiten kann, ist die integrierte Grafik.

Schaut man auf die reine CPU-Leistung, so ergibt sich je nach Benchmark ein Performancegewinn von 5 bis 10%, in einigen liegt Haswell auch etwas darüber. Dies ist im Endeffekt ein ähnliches Resultat wie bei Ivy Bridge im Vergleich zu Sandy Bridge. Im Endeffekt ist somit ein Core i7-2600K (Januar 2011) nur etwas langsamer als ein Core i7-3770K (April 2012), und dieser wiederum nur etwas langsamer als ein Core i7-4770K. Letztendlich stellt sich bei der CPU-Performance also die Frage, ob man für dieses Leistungsplus sein etwa zweieinhalb Jahre altes System über den Haufen werfen sollte. Wenn ein schon schneller oder sogar übertakteter Sandy-Bridge-Prozessor im Rechner steckt oder man im letzten Jahr ein Ivy-Bridge-System angeschafft hat, heißt die Antwort ganz klar: "Nein".

Evolutionär geht es mittlerweile auch beim Stromverbrauch zu. Während bei einem Notebook der Hersteller deutlich mehr optimieren kann, hakt es bei einem Desktop-System oftmals aufgrund der diversen  Möglichkeiten, die existieren, um ein System zusammenzubauen. Wenn Intel nun bei Haswell im Idle-Betrieb 5 Watt spart, obwohl bereits Ivy Bridge sehr stromsparend war, so ist dies auf die reine CPU-Stromaufnahme betrachtet ein sehr hoher Wert. In Desktop-Systemen wird dies aber durch hervorragend ausgestattete Mainboards mit Zusatzchips, zwei Gehäuselüftern oder einem CPU-Kühler mit Wasserkühlung bereits schon wieder eingerissen. Zwar macht Kleinvieh auch Mist, aber der Unterschied rechtfertigt eine Neuanschaffung eines Systems auch nicht wirklich.

Letztendlich darf man auf die Overclocking-Resultate gespannt sein, die in unserem Forum bald zu lesen sein werden. Unsere Modelle finden sich letztendlich dort wieder, wo auch Ivy Bridge den höchsten Takt erreicht hat. Wenn man nicht auf Extremkühlung setzt, wird ein Core i7-4770K sicherlich bei knapp 4,7 bis 5,0 GHz maximalem Takt ausgereizt sein. Ein höherer Takt ist somit auch nicht möglich. Wer braucht denn eigentlich dann eigentlich einen Desktop-Prozessor aus der 4. Generation der Core-Prozessoren?

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Ohne Konkurrenz: Intels Core i7-4770K hat keinen Gegenspieler.

Die Antwort ist einfach: Eigentlich jeder, der einen neuen PC anschaffen will oder muss. Seitdem AMD im Desktop-CPU-Bereich schwächelt und die Prozessorleistung mit Intel nicht mehr vergleichbar ist, gibt es keine Alternative zu den Core-Modellen. Intel musste demnach gar nicht eine Leistungssteigerung von 30-40% hinlegen, um am Ball zu bleiben - es reichen die oben erwähnten fünf bis zehn Prozent. Auch hat man beim Stromverbrauch mittlerweile alles optimiert, was in den eigenen Händen liegt: Die Northbridge ist in der CPU, der PCIe-Controller, mittlerweile auch die Spannungswandler. Man nutzt für den Prozessor die hervorragende 22-nm-Fertigung mit Tri-Gate-Transistoren. So hat man nicht nur auf CPU-Ebene, sondern auch auf Platform-Ebene ein hervorragend energieeffizientes Produkt.

Schaut man auf die Kritikpunkte bei Ivy Bridge, so war die etwas unflexible Art des Übertaktens ein Kritikpunkt, den Intel mit der Möglichkeit, über die Base Clock Rate zu übertakten, eliminiert hat. Zudem war die Leistung der GPU trotz Verbesserung noch nicht ausreichend genug - und auch hier hat man mit der HD 4600 die Leistung noch einmal erhöht. Haswell ist also ein deutlich verbesserter Ivy Bridge und aufgrund des Mangels an Alternativen konkurrenzlos.

Eigentlich - und da folgt Intel dem Trend des Marktes - ist Haswell aber eher ein weiterer Schritt in Richtung Notebook-Markt. Das stimmt Desktop-Nutzer und Enthusiasten vielleicht etwas traurig, und da müssen wir zustimmen. Wir würden uns einmal wieder eine Enthusiasten-Plattform wünschen, die mit sechs oder acht Kernen, unvernünftigen Taktraten und großen Caches alles wegfegt, was in den Benchmark-Grafiken ganz oben steht. Allerdings ist Ivy-Bridge-E immer noch nicht in Sicht und der Haswell-E-Ableger Lituya Bay erst für das 1. Halbjahr 2015 geplant. Da werden wir also noch etwas warten müssen, bis im Desktop-Bereich die nächsten Rekorde fallen.

Gibt es Kritikpunkte bei Haswell? Nein, keine! Die Effizienz des Prozessors ist extrem gut, die Leistung ebenso. Im Overclocking ist man flexibel, die Z87-Plattform ist solide und hat gute Features. Auch die Grafik ist konkurrenzfähig und wird aufgrund der Leistung und der Features (Multi-Monitor-Betrieb) in günstigen Desktop-PCs einige dedizierte Grafikkarten überflüssig machen.

Positive Aspekte der Haswell-Prozessoren:

  • sehr niedriger Stromverbrauch unter Last
  • solide und technisch ausgereifte Chipsatz-Basis
  • deutlich beschleunigte integrierte Grafik
  • Core i7-4770K: sehr gute Performance
  • Core i5-4670K: gutes Preis-Leistungsverhältnis

Negative Aspekte der Haswell-Prozessoren:

  • kein größerer Performance-Gewinn gegenüber Vorgänger-Generation
  • Sockel-Wechsel notwendig (neues Mainboard)

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In naher Zukunft werden wir uns diversen Z87-Mainboards widmen und natürlich auch passenden Kühlkörpern und Speicherkits. Weiterhin arbeiten wir auch an einer Overclocking-Guide zur neuen Prozessor-Generation. Zudem werden wir auch die integrierte Grafik noch ein wenig durchleuchten. Es kommen also in der nahen Zukunft noch einige Haswell-Tests.