Seite 10: Fazit und Empfehlungen

Wie erwartet gibt es schnellere Systeme, wenn man spielen möchte: Für einen Gamer mag es interessanter sein, auf einen Core i7-3770K zu setzen, diesen möglichst weit zu übertakten und eine Grafikkarte wie die GeForce GTX 690 einzusetzen. Wenn man etwas mehr Geld ausgeben kann, wird man sicherlich auch mit einem Core i7-3960X, einem X79-Board und zwei GeForce-GTX-690-Karten mehr Glück haben. Und günstiger fährt man mit so einer Kombination auch noch.

In anderen Bereichen räumt das 16-Kern-Gespann aber alles ab. Mit Programmen, die so weit Multithreading unterstützen, dass alle Kerne genutzt werden können, haben andere Prozessoren keine Chance - dann liegt das Dual-Gespann sogar fast um den Faktor zwei vor einem einzelnen Xeon E5-2687W. Allerdings sind diese Programme spärlich gesät, die meisten können mit vier oder acht Kernen noch etwas anfangen, darüber dann nicht mehr. Selbst dann könnte man aber mit einem 16-Kern-Gespann noch einen Vorteil haben, wenn man mehrere dieser Programme gleichzeitig unter Last setzt. Allerdings wird es wohl selten vorkommen, dass man gleichzeitig ein Video komprimiert, ein paar Dateien komprimiert, Musik abspielt, Suchfunktionen und andere Anwendungen in einem Atemzug laufen lässt.

Cinebench
Cooler Screenshot: Wenn alle Kerne rechnen, ist das Xeon-Setup
richtig schnell. Gut zu visualisieren ist das mit
Benchmarks wie Cinebench 11.

Interessant ist natürlich ein Blick auf die Effizienz. Hier kann der Prozessor ebenso nur dann überzeugen, wenn er vollständig unter Last ist. Insofern rundet sich das Bild ab: Wer - entweder aus professionellen Gründen oder aus sonstigen Motiven - tatsächlich die bereitgestellte Multicore-Leistung nutzen kann und entsprechende Programme einsetzt, wird mit dem Dual-E5-2687W-Setup seinen Spaß haben. Dann muss nur noch der Preis ins Verhältnis gesetzt werden, wobei sicherlich die Wichtigkeit der Aufgaben eine entscheidende Komponente ist. Wenn durch das schnellere Fertigstellen von Berechnungen tatsächlich ein wirtschaftlicher Nutzen gezogen werden kann, wird auch der Anschaffungspreis von je 1600 Euro pro CPU nicht wirklich eine Rolle spielen.

Interessant ist, dass sich die Plattform ähnlich wie Ivy Bridge und Sandy Bridge im Desktop-Bereich auch dazu eignen könnte, kommende Ivy-Bridge-Xeons aufzunehmen. Entsprechende Informationen liegen allerdings noch nicht vor.

Zuletzt wagen wir einen abschließenden Blick auf das Board: Für den Einsatzzweck ist es eigentlich ideal, denn mit den gebotenen Features lässt sich alles bauen, was man möchte: Eine leistungsfähige Rechenkiste mit reiner CPU-Power oder aber auch ein Multi-GPU-System, auf dem professionelle GPU-Anwendungen laufen können. Dass das Bios etwas angestaubt ist, lässt sich in diesem Einsatzhintergrund wohl tatsächlich verschmerzen - Overclocker kommen bei den aktuellen Xeon-Modellen sowieso nicht zum Zug. Alleine den Platz um dem zweiten CPU-Sockel hätte ASUS genauso groß gestalten können wie den Platz um den linken CPU-Sockel. Qualitativ ist das Board aber über jede Kritik erhaben: Die verwendeten Komponenten sind allesamt hochwertig, das Board lief in jeder Situation stabil und ohne Probleme.

Positive Eigenschaften des ASUS Z9PE-D8 WS:

  • sehr hohe Performance
  • exzellente Ausstattung an Onboard-Komponenten
  • exzellente Erweiterbarkeit mit Quad-SLI und CrossFireX
  • guter Lieferumfang
  • qualitativ hochwertiger Aufbau und hochwertige Verarbeitung

Negative Eigenschaften des ASUS Z9PE-D8 WS:

  • Platz um den 2. CPU-Sockel etwas kleiner
  • zwingend 2x 12VEPS notwendig
  • mäßiger Biosaufbau im Vergleich zu aktuellen Desktopplatinen