Seite 2: Leistung, Laufzeit, Kühlung

Der Blick auf das Gehäuse zeigt, dass beim Gigabyte P55W v4 abgesehen von den kleinen Makeln am Bildschirm im Großen und Ganzen keine Abstriche gemacht werden müssen. Wie bei jedem anderen Test-Notebook gilt auch hier: Unsere Testkonfiguration sollte lediglich als Vorschlag angesehen werden, denn in vielen Bereichen kann der 15-Zöller frei konfiguriert werden.

Systemleistung

Auch Gigabyte setzt bei seinem neuen P55W v4 gleich auf einen "Broadwell H"-Prozessor. Wie schon im Aorus X5 oder dem MSI GT72 hat man sich hier für den Intel Core i7-5700HQ entschieden, welcher bereits in 14 nm vom Band läuft. Große architektonische Änderungen im Vergleich zu den "Haswell"-Vorgängern aber gibt es nicht, lediglich die Grafik wurde aufgemöbelt. Größere Änderungen sind erst mit den kommenden "Skylake"-Prozessoren zu erwarten. Der Intel Core i7-5700HQ stellt insgesamt vier Rechenkerne bereit, die dank SMT-Support acht Threads gleichzeitig bearbeiten können und sich mit Geschwindigkeiten von 3,3 bis 3,7 GHz ans Werk machen.

Cinebench 15

CPU

Punkte
Mehr ist besser

Die übrigen technischen Daten decken sich mit denen des Vorgängers und sind damit klassenüblich. Der L3-Cache beläuft sich auf 6 MB, die TDP gibt der Chipriese mit 47 Watt an. Bei der Grafiklösung kommt nun eine Intel Iris Pro 6200 zum Einsatz, welche mit einer deutlich höheren Anzahl an Recheneinheiten ausgerüstet wurde und obendrein auf einen eigenen Speicher zurückgreifen kann. In Spielen wird diese aber ohnehin deaktiviert, dann schaltet sich die NVIDIA GeForce GTX 970M hinzu. 

Die Prozessor-Leistung fällt noch einmal etwas höher als noch beim Aorus X5 oder MSI GT72 aus und durchbricht erstmals für einen "Broadwell H"-Prozessor die 8-Punkte-Marke in Cinebench-R11.5-Benchmark, wenn auch mit 8,01 Punkten nur sehr knapp. 

Dank der SSD, die es alleine schon auf eine Leseleistung von über 500 MB/s bringt, ist auch die Alltagsleistung hervorragend. Das Betriebssystem ist schnell geladen, Programme starten meist ohne Verzögerung. Die mittlere Zugriffszeit des Laufwerks liegt bei sehr guten 0,17 ms. Die zusätzliche Magnetspeicherfestplatte stellt zwar 1 TB zusätzliche Kapazität bereit, ist dafür aber merklich langsamer und erreicht eine Leserate von etwa 90 MB/s. Die Leistung des 8 GB großen DDR3-Arbeitsspeichers fällt ernüchternd aus. Sie liegt mit gerade einmal 9,4 GB/s deutlich unter dem Niveau vergleichbarer Geräte. 

PC Mark 8

Creative

5708 XX


5340 XX


5266 XX


5244 XX


5175 XX


5061 XX


5043 XX


4993 XX


4983 XX


4717 XX


4698 XX


4649 XX


4592 XX


4571 XX


4559 XX


4410 XX


4313 XX


4262 XX


4246 XX


4231 XX


4219 XX


4200 XX


4106 XX


4103 XX


4094 XX


4046 XX


3741 XX


3686 XX


3675 XX


3472 XX


3331 XX


3314 XX


3201 XX


3053 XX


Futuremark Punkte
Mehr ist besser

Gaming-Leistung

Nicht nur die "Broadwell H"-CPU ist schnell, auch der diskrete Grafikchip. Hier entschied sich Gigabyte bei unserer Testkonfiguration für eine NVIDIA GeForce GTX 970M mit 3.072 MB GDDR5-Videospeicher. Das P55 gibt es aber auch mit kleinerer GeForce GTX 965M, wie man uns während der Computex 2015 wissen ließ.

gigabyte p55 gpuz
GPU-Z-Screenshot des Gigabyte P55W v4

Wie das aktuelle Topmodell von NVIDIA basiert auch die GeForce GTX 970M aus unserem Gigabyte P55W v4 auf der "Maxwell"-Architektur der zweiten Generation und setzt auf den GM204-Chip, welcher so auch auf der NVIDIA GeForce GTX 980 und GeForce GTX 970 aus dem Desktop-Segmentegment zum Einsatz kommt. Im Falle der GeForce GTX 970M stehen allerdings nur noch zehn SMM-Cluster zur Verfügung, weshalb die Zahl der Recheneinheiten von 1.536 auf nur noch 1.280 Shadereinheiten sinkt. Jedem dieser Shadercluster erhalten bleiben weiterhin acht Textureinheiten. In der Summe stehen dem kleinen GM204-Modell damit 80 Textureinheiten zur Seite.

Beim Speicher fährt man im Vergleich zur GeForce GTX 980M ebenfalls einen Gang zurück und streicht einen 64-Bit-Controller. An die insgesamt drei 64-Bit-Controller und damit an das 192 Bit breite Speicherinterface schließt Gigabyte einen 3.072 MB großen GDDR5-Videospeicher an. Bei den Taktraten halten sich die Taiwaner strikt an die Vorgaben der kalifornischen Grafikschmiede und lassen Chip und Speicher mit 924 bzw. 1.253 MHz arbeiten. Je nach Temperatur und Lastzustand aber kann zumindest der Grafikprozessor dank Boost noch höhere Frequenzen von mindestens 1.038 MHz erreichen. 

Die Performance der NVIDIA GeForce GTX 970M fällt vor allem in Kombination mit der schnellen Core-i7-CPU sehr hoch aus. Abgesehen von den richtig dick ausgestatteten Gaming-Notebooks mit SLI-Gespann oder GeForce GTX 980M spielt das Gigabyte P55W v4 in den oberen Regionen der Benchmarks mit und liegt in etwa auf dem Niveau vergleichbarer Geräte, die ebenfalls mit einer GeForce GTX 970M ausgestattet sind wie beispielsweise das Aorus X3 Plus V3

Tomb Raider

1920 x 1080 – High Settings

258.2 XX


219.8 XX


155.7 XX


154.2 XX


153.2 XX


151.1 XX


149.4 XX


146.6 XX


145.6 XX


117.3 XX


116.4 XX


113.9 XX


81.8 XX


70.6 XX


70.2 XX


64.6 XX


60.2 XX


in fps
Mehr ist besser

Insgesamt lassen sich mit dem Gigabyte P55W v4 alle aktuellen Spiele problemlos in der nativen Full-HD-Auflösung spielen, ohne dass es dabei zu Einbrüchen bei der Bildwiederholrate kommt. Selbst Metro 2033, welches noch immer über eine fordernde Engine verfügt und der Hardware einiges abverlangt, lässt sich gut auf dem Gerät spielen. 

Alles im Griff

Auch wenn Notebook-Hardware meist nicht ganz so stromhungrig wie Desktop-Hardware ist und geringere Herausforderungen an die Kühlung stellt, ist letztere noch immer ein entscheidender Faktor im Notebook-Segment, vor allem wenn auf High-End-Hardware wie im Gigabyte P55W v4 gesetzt wird. 

Probleme bei der Kühlung konnten wir beim Gigabyte P55W v4 während unserer Tests nicht feststellen. Auch wenn die Temperatur des Prozessors zeitweise mehr als 92 °C erreichte und auch die Grafikkarte sich auf rund 88 °C aufheizte, senkte die Hardware ihre Leistung aus Sicherheitsgründen nicht. Unseren Prime95- und Furmark-Test überstand das Testmuster problemlos und rechnete bis zum Schluss mit seiner vollen Geschwindigkeit. Abstürze gab es ebenfalls keine.

Trotzdem ist das Gigabyte P55W v4 alles andere als ein Leisetreter. Schon im Leerlauf sorgen die Lüfter für eine Geräuschkulisse von über 36 dB(A) und drehen unter Volllast richtig auf. Hier mussten wir über 51,5 dB(A) feststellen.

bench temp unterseite

Die hohen Temperaturen von GPU und CPU werden natürlich an das Gehäuse übertragen. Im Leerlauf stellten wir an der Unterseite unseres Testgerätes Temperaturen von bis zu über 30 °C fest – im Mittel waren es knapp unter 28 °C. Unter Last steigen diese Werte auf bis zu 42,6 bzw. 34,4 °C an. 

Gute Laufzeiten

Wie jedes aktuelle Gaming-Notebook mit NVIDIA-Grafik schaltet auch das Gigabyte P55W v4 bei Nichtgebrauch die stromfressende diskrete Grafiklösung ab und stellt automatisch auf die in der CPU integrierte und sparsamere Grafiklösung zurück. Zusammen mit dem 63,2 Wh starken Akku erreicht das Gerät so im normalen Windows-Betrieb Laufzeiten von fast fünf Stunden. Unter Last sinkt diese jedoch drastisch, reicht aber noch immer für ein Spielevergnügen von fast zwei Stunden aus. Für ein Gaming-Notebook dieser Leistungsklasse und Größe ist das Ergebnis ordentlich. 

Die hohen Laufzeiten im Leerlauf sind aber auch der "Broadwell H"-CPU zuzuschreiben, denn sie genehmigt sich im normalen 2D-Betrieb ausgesprochen wenig. Unser Testsystem zieht hier gerade einmal rund 15 Watt aus der Steckdose. Unter Last steigt der Stromhunger des Gigabyte P55Wv4  auf runde 175 Watt an und positioniert sich damit zwischen dem MSI GT72 mit GeForce GTX 980M und dem und dem XMG A305 mit GeForce GTX 960M. Zumindest im 3D-Betrieb ist die Leistungsaufnahme keine Überraschung.