Seite 3: Drehmechanimus + Tabletnutzung

 

In Zeiten von Windows 8 hat Dell in die Schublade gegriffen und ein altes Konzept erneut hervorgezaubert. Bereits beim Inspiron Duo Netbook, das aber klar eine andere Zielgruppe als unser XPS 12 ansprechen sollte, griff man erstmals die Idee auf, das Display einfach im Rahmen rotieren zu lassen. Windows 7 war aber bekanntlich hinsichtlich der Touch-Bedienung noch nicht der große Wurf, mit Windows 8 dürfte nun aber alles anders werden.

Dell XPS 12

Dass es dem XPS 12 nicht angesehen werden kann, dass wir im Grunde genommen ein klassisches Convertible-Modell vor uns liegen haben, darauf sind wir bereits eingegangen. Um den Drehmechanimus in Bewegung zu setzen muss einfach das Display am oberen Rahmen „herausgedrückt“ werden. Das gelingt bereits mit mäßigem Druck und lässt sich sehr intuitiv handhaben.

Der Nachteil der Drehrichtung besteht darin, dass es nur allzu gern passiert, dass das Display bereits beim normalen Öffnen des Deckels aus dem Rahmen gedrückt wird. Mit etwas Übung hat man den Dreh aber raus, sodass die Handhabung als extrem einfach und intuitiv bezeichnet werden kann.

Dell XPS 12

Das Display wird von zwei Kunststoff-Nasen in Position gehalten. Diese arretierten das 12-Zoll-Panel im Test sehr gut, wie gut diese Lösung aber auf lange Sicht funktionieren wird, das können wir natürlich nicht sagen – hier wäre es für das Bauchgefühl sicherlich besser, wenn sich Dell für eine verschleißfreie Lösung entschieden hätte.

Beim Umbau vom Ultrabook ins Tablet-Format sollte immer darauf geachtet werden, dass genügend Abstand zwischen Top-Case und Monitor vorhanden ist, ansonsten kollidiert der Monitor beim Drehen mit dem Top-Case. Gerade anfänglich passiert dies in der Freude über den simplen Drehmechanismus doch recht gern.

Dell XPS 12

Ist die Drehung abgeschlossen, liegt das XPS 12 als Tablet, ok, als recht dickes Tablet auf dem Schreibtisch. Dass zwischen Rahmen und Displayeinheit konstruktionsbedingt ein kleiner Spalt liegen muss, ist klar, stört uns aber nicht wirklich. Das XPS 12 hinterlässt dennoch einen angenehm robusten Eindruck.

Tablet-Nutzung:

Windows 8 profitiert von einer Touchbedienung enorm. Das merkt man beim XPS 12 von der ersten Sekunde an. Das gesamte System lässt sich smooth handhaben und ist äußerst intuitiv angelegt.

Bereits das Konstruktionsprinzip des XPS 12 zeigt, dass Dell aber auch der Tastatur einen recht hohen Stellenwert zuschreibt, denn diese ist fix in das Design integriert. Das führt aber dazu, dass eben das Gewicht des Top-Cases immer mitgetragen werden muss, wenn das XPS 12 lediglich als Tablet verwendet wird. Mit rund 1,5 kg ist das XPS 12 dann aber schlichtweg einfach zu schwer, um noch ansatzweise komfortabel einhändig genutzt zu werden.

Dell XPS 12

Anders sieht es hingegen aus, wenn das XPS 12 in erster Linie auf der Couch zum Surfen genutzt werden soll. Wenn der 12-Zöller auf den Oberschenkeln abgestellt werden kann, geht die Bedienung ohne Probleme von der Hand. Sollte dann aber doch einmal eine E-Mail getippt werden, geht das wesentlich angenehmer von der Hand als mit einer Touch-Tastatur.

Das XPS 12 sollte daher nicht unbedingt als Tablet gesehen werden, sondern viel mehr als produktives Ultrabook, das praktischerweise auch bequem auf der Couch genutzt werden kann, wenn das Konsumieren auf dem Programm steht.

Diese Herangehensweise wird sicherlich nicht jedem Nutzer zusagen, uns hat aber eben jene Ausrichtung sehr gut gefallen. Dass das XPS 12 aber kein iPad-Ersatz ist, nicht sein kann und auch gar nicht sein will, das sollte jedem vor dem Kauf klar sein.