Seite 2: Synology DS620slim - Äußeres und Laufwerkseinschübe

Die DiskStation DS620slim wird in dem bei Synology üblichen "naturfarbenen" Karton geliefert, welcher vorne ein Label mit den wesentlichen Features enthält und im Falle der DS620slim auch entsprechend kompakt ausfällt. Der Lieferumfang umfasst das externe Netzteil samt Netzkabel, zwei LAN-Kabel, einen Quickstart-Guide, einen "Schlüssel" zum Verriegeln der Laufwerkseinschübe und einen Satz Schrauben.

Die "slim"-Modelle von Synology, welche bislang auch immer mit vier Einschüben ausgestattet waren, hatten bzw. haben bislang mehr oder weniger alle das gleiche Gehäusedesign. Egal ob DS409slim oder DS419slim, bei allen werden die Laufwerkseinschübe von hinten in das Gerät geschoben wurden und vorne ist nur eine relativ glatte Frontpartie mit LEDs und USB-Schnittstelle zu sehen. Die DS620slim ist anders gestaltet und orientiert sich mit seinem Gehäusedesign sehr dicht an den großen DiskStations wie DS1517+, DS1618+ oder DS1819+, nur natürlich deutlich in der Größe reduziert.

Die sechs hotswap-fähigen Laufwerkseinschübe werden von vorne in das Gehäuse eingeschoben. Eine zusätzliche Abdeckung ist hier wie bei allen größeren DiskStations nicht vorhanden. An den Seiten ist jeweils der Schriftzug des Herstellers eingeprägt, welcher allerdings anders als bei den großen DiskStations nicht auch gleichzeitig als Luftaus- oder -einlass dient.

Wie bei den großen DiskStations auch sitzen auf der Frontpartie aus Kunststoff oben über den Einschüben die Status-LEDs sowie der Power-Button. Im Unterschied zu den großen Modellen ist der U-förmige Gehäusedeckel allerdings nicht aus Metall, sondern aus Kunststoff und umfasst auch die Rückseite. Auch ist kein Front-USB-Anschluss vorhanden, was aber evtl. Platzgründe hatte.

Die Laufwerkseinschübe, die nach dem bekannten "push-pull-Verfahren" funktionieren, lassen jeweils mit einer Art Schlüssel verriegeln und somit gegen versehentliches Entnehmen schützen. Unterhalb der Laufwerkseinschübe hat Synology die jeweiligen Nummern eingeprägt, falls jemand unsicher ist, aus welcher Richtung gezählt wird, oder für ihn sechs Slots doch ganz schön viele sind. Wie bei jeder DiskStation hat Synology noch die Modellnummer auf der Frontpartie vermerkt.

Im oberen Bereich ist - wie bei den großen DiskStations  auch - mittig der beleuchtete Power-Button zu finden. Daneben befinden sich zwei LEDs für Status und Warnmeldungen sowie die Aktivitätsanzeigen der beiden Ethernet-Ports. Die Aktivitäten der Laufwerke werden jeweils direkt auf dem entsprechenden Laufwerksträgern angezeigt. Dazu befinden sich hinten auf der Platine des NAS, welches die Steckverbindung zu den Laufwerken herstellt, entsprechende LEDs, deren Licht dann über "Lichtleiter" im Einschubrahmen zu dessen Front weitergeleitet wird.

Auf der Rückseite befinden sich dann die Anschlüsse der DS620slim samt Auslass des Lüfters. Insgesamt bietet die DiskStation DS620slim zwei Gigabit-Ethernet-Ports und zwei USB-3.0-Ports.

Die beiden RJ45-Ports der DiskStation DS620slim bieten übliche Gigabit-Geschwindigkeit, eine Option auf neuere Standards wie 2,5GbE, 5GbE oder gar 10GbE hat Synology nicht implementiert. Wie üblich lassen sich die beiden Ethernet-Ports der DS620slim auch in verschiedenen Verfahren "zusammenschalten", aber wie bei jeder Form der Link Aggregation ist es auch hier so, dass ein einzelner Client immer nur maximal Gigabit-Geschwindigkeit erreichen kann. Erst beim gleichzeitigen Zugriff von mehreren Clients ergeben sich hier also Performance-Vorteile.

Neben der Aussparungen für ein Kensington-Schloss sowie dem versenkt angebrachten Reset-Button befinden sich auf der Rückseite sonst nur die beiden USB-3.0-Ports. Eine eSATA-Schnittstelle zum Anschluss von Erweiterungsgehäusen ist nicht vorhanden, was aber schon an der Namensgebung DS620slim zu erkennen ist.

Die Laufwerkeinschübe entsprechen von der Konstruktion her im Wesentlichen den der großen DiskStations. Die Frontseite des Einschubs dient gleichzeitig als Hebel, der im geschlossen Zustand durch eine Nase oben an der Gelenkseite für eine Arretierung im Gehäuse sorgt. In diesem Zustand wird der Hebel durch einen Hakenmechanismus in Position gehalten. Zum Öffnen gilt es Druck auf den unteren Teil des Hebels auszuüben, was den Hebel entriegelt und an dem dann der Einschub aus dem Gehäuse gezogen werden kann. Ein insgesamt einfaches Prinzip, was auch gut zu bedienen ist. Einzige Schwachstelle ist hier der "Rasthaken", welcher den Fronthebel im geschlossenen Zustand in Position hält, aber wir hatten bislang erst bei einem einzigen Modell an dieser Stelle Schwierigkeiten.

Bezüglich der Montage der Laufwerke im Rahmen unterscheiden sich die Einschübe der DS620slim hingegen von denen der größeren Modelle, bei dem die Laufwerke entweder durch seitliche Clips fixiert oder im Falle von 2,5"-Laufwerken von unten verschraubt werden. 

Bei der DS620slim werden die 2,5"-Festplatten oder -SSDs schräg eingelegt, sodass die Pins auf der Gehäuseseite in die Gewindebohrungen des Laufwerks greifen. Danach werden die Laufwerke dann von der anderen Rahmenseite verschraubt. Zwar keine werkzeuglose Montage, aber zumindest ist dank der einseitigen Verschraubung mit nur zwei Schrauben der Aufwand insgesamt geringer.

Eine Sache gibt es bei der DS620slim noch zu beachten, nämlich die Kompatibilität zu Laufwerken. Tatsächlich ist es so, dass z.B. die Seagate IronWolf 110 SSDs ab der 960GB-Version nicht in der DS620slim funktionieren, ähnlich wie auch die Modelle größer 480 GB der relativ baugleichen Nytro-1351-Serie aus Seagates Enterprise-Portfolio. In Synology Kompatibilitätsliste fehlen diese Modelle entsprechend, die kleineren Kapazitätsstufen bis 480 GB sind hingegen vermerkt. Der Grund liegt darin, dass diese SSDs +12V für die Stromversorgung benötigen, welche die DS620slim offenbar nicht liefern kann. Danke an dieser Stelle an "iDomiX", der in seinem Review zur DS620slim auf diese Tatsache gestoßen war.  Üblich ist für 2,5-Laufwerke normalerweise eine Versorgung über 5 V, wohingegen 3,5"-Laufwerke sich sowohl aus 5 V und 12 V bedienen.