Seite 3: Ausstattung und Lautstärke

Auf das optimierte Layout des voll-modulares Kabelmanagementsystems der KM3-Modelle sind wir ja bereits schon kurz eingegangen. Die nun mögliche Konfiguration mit zwei 8-Pin-EPS- und vier PCI-Express-Anschlusskabeln ist für ein 850W-Modell sicher ausreichend. Da Seasonic zwei der vier PCI-Express-Kabel als Variante mit zwei Abgriffen ausführt, erhöht sich die Zahl der nutzbaren PCI-Express-Anschlüsse sogar auf sechs. Diese Variante hätte beim alten X-850, wo über den zwölfpoligen Stecker zwei Einzelkabel fest miteinander verbunden waren, deutlich weniger Sinn gemacht. Die Lösung, an einem Anschlusskabel zwei PCI-Express-Stecker anzubringen, ist zwar nicht optimal, aber in der Praxis problemlos einsetzbar, da meist nicht die maximal mögliche Leistung abgerufen wird. Man sollte halt nur nicht auf die Idee kommen, eine NVIDIA GTX 690 komplett über so ein einzelnes Kabel mit Doppelabgriff versorgen zu wollen.

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Das Anschlussfeld des X-850 KM3 mit dem "Seasonic Hybrid Silent Fan Control"-Schalter oben rechts.

Das X-850 KM3 bietet das von den Platinum-Modellen bereits bekannte "Seasonic Hybrid Silent Fan Control". Darunter verbirgt sich die Umschaltmöglichkeit zwischen aktivem und semi-passivem Betrieb per kleinem Kippschalter neben den Buchsen des Kabelmanagements.

Eine weitere Sache hat Seasonic bei der KM3-Revision unverändert gelassen, nämlich den Typ des verwendeten Lüfters. Der "San Ace" von Sanyo Denki kommt bereits seit dem ersten X-Series-Modell zum Einsatz. Der 120-mm-Lüfter verwendet eine doppelte Kugellagerung und scheint ein sehr zuverlässiges Modell zu sein, was bei einer siebenjährigen Herstellergarantie sicher auch im Interesse des Herstellers ist. Genau betrachtet hat Seasonic doch eine kleine Änderung vorgenommen, denn ursprünglich kamen einmal San-Ace-Modelle mit PWM-Anschluss zum Einsatz. Das jetzt verwendete Modell wird über die anliegende Spannung geregelt, was vermutlich der umschaltbaren Lüftersteuerung geschuldet ist. Von außen ist das aber nicht zu erkennen, denn der Lüfter des X-850 KM3 läuft mindestens genauso ruhig wie der früherer Modelle einschließlich des alten X-850.

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Der Lüfter des X-850 von oben betrachtet.

Im normalen, also aktiven Modus dreht der Lüfter des X-850 auch bei niedriger Last durchgehend. Die Drehzahl von 800 U/min erscheint auf dem Papier recht hoch, aber in der Praxis ist der Lüfter kaum wahrzunehmen. Nur in unmittelbarer Nähe ist schwach ein dumpfes Rauschen herauszuhören. Im Testbetrieb hat das X-850 die Drehzahl bis 50 Prozent beibehalten und bis zu einer Auslastung von 80 Prozent minimal auf 840 U/min erhöht. Erst im Bereich der Volllast wird der Lüfter richtig beschleunigt und dreht dann mit immer noch moderaten 1400 U/min. Das Lüfterrauschen ist dann zwar wahrnehmbar, aber von seinem Erscheinungsbild eher unauffällig bzw. nicht störend. Zusammengefasst lässt sich sagen, dass im aktiven Modus das X-850 bis hin zu 80 Prozent sehr leise arbeitet und auch bei Volllast noch vergleichsweise geräuscharm zu Werke geht.

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Der bewährte "San Ace" von Sanyo Denki ist auch in Revision KM3 wieder mit dabei.

Im semi-passiven, also hybriden Lüftermodus kann das X-850 ebenfalls überzeugen. Bis zu einschließlich 50 Prozent Last verharrte der Lüfter im Ruhezustand. Erst am Lastpunkt 60 Prozent hat das X-850 den Lüfter gelegentlich für kurze Zeit bis auf ca. 850 U/min hochgefahren, wodurch das X-850 noch sehr leise blieb. Bei einer Auslastung von 80 Prozent waren die aktiven Phasen weiterhin sehr kurz, nur wurde der Lüfter kurzzeitig auf bis zu 1400 U/min beschleunigt, was ein dezentes, aber hörbares Lüfterrauschen zur Folge hatte. Unter Volllast lief der San-Ace-Lüfter des X-850 dann konstant mit 1400 U/min weiterhin im angenehmen Lautstärkebereich. Anzumerken ist, dass in die Lüfterregelung stark die tatsächliche Temperatur eingeht. Bei unserem Test hatte das frei auf einem Tisch liegende Netzteil natürlich optimale Arbeitsbedingungen. Je nach Einbausituation kann sich das Lüfterverhalten unterscheiden, der passive Bereich also evtl. kleiner sein.

Auch das neue X-850 kann in Sachen Lautstärke überzeugen: Im aktiven Modus arbeitet es insgesamt sehr leise und auch der große Arbeitsbereich im Passiv-Modus kann überzeugen.

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Das X-850 bei Vollbestückung

Insgesamt lassen sich am neuen X-850 KM3 zwei 8-Pin-EPS-, sechs PCI-Express-, zehn SATA- und fünf Molex-Anschlüsse realisieren. Gegenüber der alten Revision hat das neue X-850 damit deutlich zugelegt und auch das bessere Handling mit Einzelkabeln im PCI-Express-Bereich weiß zu gefallen. Für Festplatten und andere Peripheriegeräte stehen für diese Leistungsklasse genügend Anschlussmöglichkeiten zur Verfügung. Bei Vollbestückung wird das Entfernen von Kabeln aus der unteren Reihe zwar etwas fummelig, aber ist zugunsten der vielen Vorzüge des X-850 sicher zu verschmerzen.

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Die Kabelage des X-850.

Neu ist ebenfalls der Einsatz von Flachbandkabeln, die allesamt komplett schwarz gehalten sind. Das ATX-Kabel ist ebenfalls mit schwarzen Litzen und schwarzem Netzsleeve versehen. Die Flachbandkabel dürften auf Wunsch der User implementiert worden sein, aber sie bieten auch gewisse Vorteile bei der Verlegung und sind etwas günstiger in Sachen "Airflow". Die Kabellängen gehen beim X-850 in Ordnung.