Seite 2: Technik und Leistungsfähigkeit

Die X-Series erschien Ende 2008 ursprünglich mit den beiden Leistungsstufen 650 und 750 Watt. Die ersten Modelle hatten mit einer Effizienz-Einstufung von 80PLUS Gold, dem voll-modularen Kabelmanagement und der semi-passiven Lüftersteuerung gleich drei besondere Features an Bord, mit denen sie sich von der Konkurrenz abheben konnten. Im Herbst 2010 hat Seasonic dann die zweite Revision der X-Series auf den Markt gebracht, deren neue Modelle an den auf "x60 Watt" endenden Leistungsstufen zu erkennen waren. Neu hinzugekommen waren ein 560W- sowie ein 850W-Modell, welches den Vorgänger zum jetzt getesteten X-850 KM3 darstellt. An der Ausstattung hat Seasonic in der 2. Generation im Vergleich zur ersten Revision nicht viel verändert, aber Effizienz und Stabilität wurden etwas gesteigert. Auch Fanless-Modelle in zwei Varianten kamen hinzu. Im Jahre 2011 hat Seasonic dann die neue Platinum-Series eingeführt und die X-Series um zwei stärkere Modelle mit 1050 und 1250 Watt ergänzt, welche schon aktuelle Features wie die umschaltbare Lüftersteuerung in die X-Series einbrachten. In der zweiten Jahreshälfte 2012 wurde die Platinum Series, die bislang nur aus einem 860W- und einem 1000W-Modell bestand, um schwächere Modelle erweitert. Mit dem gegen Ende 2012 ausgerollten Update der X-Series hat Seasonic alle wichtigen Serien auf neuesten Stand gebracht.

x850 03sAus dieser Perspektive ist das X-850 KM3 nicht vom Vorgänger zu unterscheiden.

Äußerlich ist die neue Revision des X-850 kaum von seinem Vorgänger zu unterscheiden. Nur ein Blick auf die Innenseite mit dem veränderten Layout bzw. das Typenschild verrät das neue Modell.

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Das neue X-850 bringt ein geändertes Layout der Anschlussbuchsen mit.

Mit dem nun geänderten Layout des modularen Kabelmanagements behebt Seasonic eines der wenigen Mankos, die das "alte" X-850 hatte. Dieses hatte das Problem, dass für ein 850W-Modell der Premium-Klasse nur knappe Anschlussmöglichkeiten vorhanden waren, was aber allein der Beschränkung durch das Layout geschuldet war. Neben einem 8-Pin- waren nur zwei 12-polige Steckplätze für Doppelkabel vorhanden. Beim Einsatz von vier PCI-Express-Anschlüssen stand nur ein 8-Pin-Anschluss zur Verfügung. Ein Einsatz von zwei 8-Pin-EPS-Steckern hat die nutzbaren PCI-Express-Anschlüsse auf zwei Stück reduziert. Durch das neue Layout mit sechs Einzelbuchsen für 8-PIN- und PCI-Express-Anschlüssen ist man wesentlich flexibler aufgestellt.

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Unveränderte Leistungswerte beim X-850 KM3.

Am Typenschild sind nur minimale Veränderungen zu sehen. Wie schon erwähnt, ist die hochstellte "3" zur Kennzeichnung der neuen Revision leicht zu übersehen. Die Leistungswerte blieben unverändert: Das X-850 KM3 ist weiterhin ein klassisches Single-Rail-Netzteil, dessen 12V-Schiene mit 70 Ampere ausgelegt, was einer nominalen Leistung von 840 Watt entspricht. Die Nebenspannungen, die wie üblich über VRM, also per DC-DC-Wandlern generiert werden, sind mit zusammen 125 Watt belastbar.

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Das Innenleben des neuen X-850 KM3.

Ein Blick in das Netzteil zeigt hingegen einen deutlichen Unterschied zu älteren X-Series-Modellen. Das verwendete Platinenlayout haben wir bereits ziemlich genau 1:1 beim Platinum 660W gesehen. Hier und da kommen anders spezifizierte Bauteile zum Einsatz, aber die verwendete "KM3-Plattform" ist gleich, somit auch die Topologie mit "Full Bridge", LLC-Resonanzwandler, Synchronous Rectification und DC-DC-VRMs für die Nebenspannungen.

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Seasonics KM3-Plattform aus einer anderen Sicht.

Gut zu erkennen ist Seasonics aktuelle in den neuen X- und Platinum-Series-Modellen zum Einsatz kommende KM3-Plattform an der kleinen Tochterplatine mit Kühlkörper zwischen Haupttransformator und der kombinierten Anschluss-Platine des Kabelmanagements. Darunter verbergen sich die 12V-MOSFETs, die bislang direkt auf der Hauptplatine untergebracht waren. Seasonic verspricht sich von dieser Lösung bessere Kühlung und Vorteile bei der Effizienz.

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Das Anschlussfeld ohne Abdeckung

Im Bild oben ist rechts auch gut zu erkennen, dass die Buchsen für "12V-Verbraucher" direkt auf der Hauptplatine verlötet sind, was Leitungsverluste im Netzteil reduziert. Dieses Konzept, die Verbindungen nach Leistung zu trennen und auf der Anschlussplatine die Spannungswandler für die Nebenspannungen sowie alle weniger stark belasteten Buchsen unterzubringen, fand schon in der ersten X-Series Anwendung und scheint somit immer noch eine gute Lösung zu sein.

 

Kommen wir auf der nächsten Seite zu Lautstärke und Ausstattung des Seasonic X-850 KM3.