Seite 7: Fazit

Die ASUS-TUF-Gaming-Produktreihe auf Basis von AMDs X570-Chipsatz beruht nur auf zwei Modellen, die den Gaming-Einstieg ermöglichen sollen. Nämlich auf dem TUF Gaming X570-Plus und TUF Gaming X570-Plus (Wi-Fi). Während bei letzterem Modell ein WLAN- und Bluetooth-Modul inkludiert ist, gibt es sonst keine weiteren Unterschiede. Es lässt sich jedoch nicht bestreiten, dass das TUF Gaming X570-Plus (Wi-Fi) und Prime X570-Pro von ASUS ähnlich gestaltet wurden, wie wir in diesem Test feststellen durften. So wurde die CPU- und RAM-Spannungsversorgung 1:1 übernommen, die auch in diesem Fall für ein gutes CPU- und annehmbares RAM-Overclocking-Potential gesorgt hat.

Obligatorisch wurde natürlich auch auf vier DDR4-DIMM-Speicherbänke gesetzt, die einen stattlichen RAM-Ausbau bis 128 GB ermöglichen, wobei dem Anwender auch in diesem Fall die Wahl zwischen gewöhnlichen UDIMMs und UDIMMs mit ECC gelassen wird. In unserem RAM-Overclocking-Test war leider bereits bei effektiv 3.400 MHz Schluss, sodass der Anwender mit dem ASUS TUF Gaming X570-Plus (Wi-Fi) keine RAM-Taktrekorde erwarten darf. Der Preisklasse entsprechend muss auch auf spezielle Features, wie Power-, Reset- und USB-BIOS-Flashback-Button verzichtet werden. Einzig vier Status-LEDs sind auf dem PCB zu finden.

Abzüge gibt es bei der Anzahl der USB-3.2-Gen2-Ports, denn es sind beim TUF Gaming X570-Plus (Wi-Fi) lediglich drei Stück, diese sind zudem auch ausschließlich über das I/O-Panel erreichbar. Identisch mit dem Prime-Modell ist hingegen die Anzahl und Verteilung der USB-3.2-Gen1- und USB-2.0-Ports. Gigabit-LAN ist natürlich auch vorhanden, wird hier allerdings nicht über den Intel-I211-AT, sondern über Realteks RTL8200A realisiert. Bei der Wi-Fi-Variante ist noch ein WLAN- und Bluetooth-Modul mit dabei, jedoch nicht Intels Wi-Fi 6 AX200 mit bis zu 2,4 GBit/s Übertragungsgeschwindigkeit, sondern das Wireless-AC 9260, welches höchstens 1,73 GBit/s schafft.

Die Kontra-Punkte zum PCH-Lüfter kommen auch in diesem Fall zum Tragen, sprich schlechte Positionierung und Permanent-Modus ohne Eingriffsmöglichkeit seitens des Anwenders. Positiv bewerten wir die Leistungsaufnahme mit einem sehr guten Idle- und durchschnittlichen Last-Verbrauch. Mit einem Preis von rund 200 Euro für das ASUS TUF Gaming X570-Plus und etwa 230 Euro für das ASUS TUF Gaming X570-Plus (Wi-Fi) ist der Einstiegspreis vergleichsweise günstig, allerdings müssen auch einige Abstriche bei der Ausstattung in Kauf genommen werden.

Positive Eigenschaften des ASUS TUF Gaming X570-Plus (Wi-Fi):

  • sehr gute Leistungsfähigkeit mit einer ausreichenden CPU-Spannungsversorgung
  • ausreichende Ausstattung, u.a. acht SATA-6GBit/s-Schnittstellen und drei USB-3.1-Gen2-Buchsen
  • gute Gesamtperformance, gute Stabilität und gute Energie-Effizienz im Idle
  • zwei M.2-M-Key-Schnittstellen (PCIe 4.0 x4)
  • WLAN-ac bis 1,73 GBit/s und Bluetooth 5.0 bei der Wi-Fi-Version

Negative Eigenschaften des ASUS TUF Gaming X570-Plus (Wi-Fi):

  • hoher Preis
  • Chipsatzlüfter läuft permanent und lässt sich nicht steuern
  • Chipsatzlüfter wird durch Grafikkarte überdeckt

Wer keine besonderen Extras benötigt, trifft mit dem ASUS TUF Gaming X570-Plus (Wi-Fi) eine gute Entscheidung. Für einen annehmbaren Preis wird der Einstieg in den Gaming- und X570-Bereich ermöglicht und der Nutzer bekommt mit einem Ryzen-3000-Prozessor vollen Zugriff auf PCIe 4.0.

Persönliche Meinung

Es ist verständlich, dass die Hersteller bei günstigeren Platinen einige Abstriche bei der Ausstattung machen müssen. Dennoch finde ich es schade, dass ASUS beim TUF Gaming X570-Plus (Wi-Fi) nicht auf Intels aktuelles Wi-Fi-6-AX200-Modul setzt und dass auch kein USB-3.2-Gen2-Header bereitgestellt wird. Wer allerdings diesen Wermutstropfen in Kauf nimmt, kann mit beiden Modellen glücklich werden. (Marcel Niederste-Berg)