Seite 9: Fazit

Nachdem wir uns bereits das ASUS ROG Maximus X Hero zu Gemüte geführt haben, folgt nun das Flaggschiff der Maximus-X-Produktreihe, das auf die Bezeichnung ASUS ROG Maximus X Formula hört. In unserem Test hat das Maximus X Formula von der Leistung und sonstigen Benchmarks her ähnlich gut abgeschnitten wie das Maximus X Hero. Manche fragen sich sicherlich, worin die Unterschiede zwischen den beiden Platinen liegen, da der Preisunterschied doch bei 125 Euro liegt. Auf Seiten der Konnektivität unterscheiden sich beide Modelle durch zwei zusätzliche USB-2.0-Ports am I/O-Panel und des weiteren beim WLAN- und Bluetooth-Modul. Allerdings es das Maximus X Hero auch als Wi-Fi-ac-Version.

Deutlich größere Unterschiede gibt es aber an anderer Stelle. Im Gegensatz zum Maximus X Hero wurde das Maximus X Formula, genau wie die Vorgänger-Modelle, vorderseitig mit dem ROG-Armor und rückseitig mit dem ROG-Fortefier ausgestattet. Letzterer soll dabei die PCB-Stabilität erhöhen, einen Vorteil bei der Kühlung gibt es hingegen nicht. Um sich dann auch vom ebenfalls erhältlichen Maximus X Code abzusetzen, wurde der "Crosschill EK II" als VRM-Wasserkühler montiert, der optional an die WaKü angeschlossen werden kann, sodass die VRM-Temperaturen niedriger ausfallen. Mittig auf dem Board befindet sich darüber hinaus das LiveDash-OLED-Display, das ASUS für uns mit dem Hardwareluxx-Schriftzug vorprogrammiert hat, wovon wir bereits berichtet haben. Der Anwender kann eine andere GIF-Animation einspielen und sich auch technische Informationen, wie die CPU-Temperatur und auch den Takt anzeigen lassen. Durch diese Ausstattung ist das neue High-End-Board von ASUS natürlich ein absoluter Eye-Catcher.

Wie bereits erwähnt, stimmt die restliche Ausstattung mit dem Maximus X Hero überein. Jeweils drei mechanische PCIe-3.0-x16- und PCIe-3.0-x1-Steckplätze für diverse Erweiterungskarten, sechsmal SATA 6GBit/s, zweimal M.2 (M-Key) sind auch beim Maximus X Formula mit von der Partie. In den vier DDR4-DIMM-Speicherbänken lassen sich bis zu 64 GB an Arbeitsspeicher einsetzen. Onboard-Komfort wie ein Power-, Reset-, Safe-Boot-, Retry- und MemOK!-Button und auch eine Diagnostic-LED sind mit an Bord.

Für den USB-Bereich wurden insgesamt jeweils sechs USB-3.1-Anschlüsse der ersten Generation und USB-2.0-Ports sowie dreimal USB 3.1 der zweiten Generation berücksichtigt. Eine Typ-C-Schnittstelle mit der USB-3.1-Gen2-Spezifikation arbeitet über den Header. Über Intels I219-V-Netzwerkcontroller wird eine kabelgebundene Netzwerkverbindung mit höchstens 1 GBit/s ermöglicht. Alternativ hält sich jedoch auch das bereits erwähnte WLAN-ac- und Bluetooth-4.2-Modul einsatzbereit. Fehlen darf dann natürlich auch der SupremeFX-Audio-Feature nicht.

Die Leistungsaufnahme hält sich aufgrund der geringen Ausstattungsunterschiede in Grenzen und war marginal höher als beim Maximus X Hero. ASUS hat den PCH-Kühler so designt, dass ein M.2-Modul unterhalb des PCHs selbst installiert werden kann und mit einer Metallplatte auf Temperatur gehalten wird. Die Platte selbst wird an dem PCH-Kühler festgeschraubt.

Bei den ganzen Pro-Punkten gibt es zumindest beim Preis den ersten Kontra-Punkt, denn für das ASUS ROG Maximus X Formula werden mindestens 400 Euro fällig. Dieser Betrag ist für eine Mainstream-Plattform schon sehr hoch angesiedelt, wenn man bedenkt, dass selbst der Core i7-8700K als Flaggschiff mittlerweile für weniger als 400 Euro erworben werden kann. Sollte der Interessent zumindest auf den VRM-Wasserkühler und auf das LiveDash-OLED-Display verzichten können, kann mit dem ROG Maximus X Code ein wenig Geld eingespart werden. Davon abgesehen können wir weiterhin für das ROG Maximus X Hero eine Empfehlung aussprechen, denn wenn die Vernunft ein wenig beiseite geschoben werden kann, macht das Board eine Menge Spaß - und immer muss man schließlich auch nicht vernünftig sein. Technisch weiß das ROG Maximus X Formula nämlich auch jeden Fall zu gefallen.

Positive Eigenschaften des ASUS ROG Maximus X Formula:

  • sehr gute Leistungsfähigkeit mit einer sehr guten CPU-Spannungsversorgung
  • solide Ausstattung, u.a. sechs SATA-Schnittstellen, sechs USB-3.1-Gen1-Anschlüssen und drei USB-3.1-Gen2-Buchsen
  • PCI-Express-3.0-Unterstützung an drei PEG-Slots
  • sehr gute Gesamtperformance, gute Stabilität und gute Energieeffizienz
  • zwei M.2-Schnittstellen
  • umfangreicher Onboard-Sound-Bereich
  • WLAN-ac (867 MBit/s) und Bluetooth 4.2

Negative Eigenschaften des ASUS ROG Maximus X Formula:

  • hoher Preis

Wem die gesamten Features des ASUS ROG Maximus X Formula zusagen, bekommt eine sehr gut ausgestattete Platine für Coffee Lake-S, dessen einziger richtiger Knackpunkt der veranschlagte Preis ist. Wer sich daran allerdings nicht stört, kann bedenkenlos zugreifen.

Persönliche Meinung

Die Zusatzbeigaben des Maximus X Formula wären mir keine zusätzlichen 125 Euro Wert. Wenn ich mich also für ein Mainboard der Maximus-X-Serie entscheiden müsste, würde ich zum Maximus X Hero greifen. Unter Umständen kann sich auf der anderen Seite der VRM-Wasserkühler bezahlt machen, wenn eine Wasserkühlung zum Einsatz kommt. (Marcel Niederste-Berg)