Seite 11: Fazit

Bei der Frage, ob das Rampage V Extreme auch wirklich als Extremität angesehen werden kann, lässt sich in zweierlei Hinsicht beantworten. Fest steht schon einmal, dass ASUS mit seinem High-End-Sprössling aus der Republic-of-Gamers-Serie ein heißes Eisen für die erst kürzlich erhältliche Haswell-E-Plattform im Feuer hat, wodurch die Anforderungen der extremen Enthusiasten sicherlich erfüllt werden. Das durchweg hochwertige VRM-Design, bestehend aus jeweils acht PowIRstage-MOSFETs und MicroFine-Phasen, soll ordentlich Spannung für den ausgewählten Haswell-E-Prozessor bieten. Für den Fall, dass der Anwender mit dem Prozessor in die Vollen gehen möchte, hat ASUS den X-Socket-2 mit in den Karton gelegt, dessen Sockel-Backplate mit dem vorinstallierten getauscht werden kann und das LN2-Overclocking mit dem passenden Pot ermöglicht. Zu diesem Feature gesellen sich ein großer Haufen Overclocking-Funktionen aus dem BIOS und auch per Software in Form der vielseitigen AI Suite 3.

Damit wurde die Fahnenstange jedoch noch nicht erreicht. ASUS hat auf der E-ATX-Platine jede Menge Onboard-Funktionen integriert. Sei es der MemOK!-, Retry-, Safe-Mode-, Reset-, Power-, KeyBot-, BIOS-Switch- oder der SoundStage-Button. Ergänzt wurde dazu noch ein Slow-Mode-Switch, der das Rampage V Extreme auf die LN2-Kühlung vorbereitet sowie ein ROG-Connect und CMOS-Clear-Button am I/O-Panel. Eine Diagnostic-LED und vier DIP-Schalter zum Deaktivieren der vier mechanischen, roten PCIe-3.0-x16-Steckplätze, die selbst kein Problem haben, je nach CPU-Wahl bis zu vier Grafikkarten in eine Multi-GPU-Konfiguration aufzunehmen, sind auch mit von der Partie. Und Spannungsmesspunkte gibt es auch noch obendrauf. Als besonderes Gadget gibt ASUS zudem noch das OC-Panel vom Maximus VI Extreme mit dazu, das es dem Anwender ermöglicht, nicht nur den aktuellen System-Status einzusehen, sondern auch die gesamte Übertaktung vorzunehmen. Auf Wunsch lässt sich das OC-Panel mithilfe des mitgelieferten 5,25-Zoll-Einbaurahmen an die Front des Gehäuses verbauen.

Um das Thema Overclocking nicht zu sehr auszureizen, hat das Rampage V Extreme auch bei der restlichen Ausstattung einiges zu bieten. PCIe-Slots für vier Grafikkarten, 14 USB-3.0-Anschlüsse, acht SATA-6G-Ports, zweimal SATA-Express, ein schnell angebundener M.2-Slot, eine gute Audiolösung und ein schneller Gigabit-LAN-Port stehen auf der Ausstattungsliste, aber auch weitere Beigaben inklusive des WLAN-802.11ac/Bluetooth-4.0-Moduls kommen noch hinzu. 

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In diesem Gesamtpaket sind natürlich auch die exklusiven ROG-Features von der Z97-Serie inkludiert, Features wie das Sonic Radar II, der LANGuard, GameFirst III, KeyBot, RAMDisk und TrueVolt USB. Aber es ist nicht alles Gold was glänzt. Bei den ganzen überzeugungsfähigen Argumenten kommt auch das Rampage V Extreme nicht ohne Schattenseiten aus. Ein Problem, das ASUS weiterhin mit ihren High-End-Platinen und insbesondere mit den ROG-Boards hat, ist die Leistungsaufnahme. Beim Rampage V Extreme spielte es keine Rolle, ob nun im Idle, in der Teillast oder unter Volllast, der Verbrauch war in allen Situationen etwas zu hoch angesetzt und hat die Konkurrenz und selbst das hauseigene X99-DELUXE ein gutes Stück überboten, was wir nicht unerwähnt lassen wollten. Zu beachten ist aber, dass unsere Vergleichsgrafiken zu ungunsten des ASUS-Boards ausfallen, da wir einen CPU-Wechsel vornehmen mussten und die VID der neuen CPU höher ist.

Ferner bieten die Taiwaner mit ihrem UEFI wieder eine extrem umfangreiche Oberfläche an, die jedoch auch mit Performanceproblemen zu kämpfen hat. Besonders heikel war es in der Advanced-Ansicht in dem Menüpunkt "Monitor". Das Scrollen glich einer Dia-Show. Eventuell könnte ein BIOS-Update dieses Problem beheben. Abgesehen davon gestaltet sich die Bedienung mit der Maus und der Tastatur als akzeptabel. Und besonders wichtig ist, dass alle gewählten Einstellungen auch adäquat umgesetzt werden, was wir dem Rampage V Extreme bescheinigen können.

Ein weiterer Haken beim Rampage V Extreme dürfte für viele der verlangte Preis sein. Mit etwa 373 Euro kann diese Platine auch gewiss nicht als Schnäppchen oder gar als Geheimtipp bezeichnet werden. Doch genau das war auch nicht die Absicht von ASUS. Vielmehr wollte der Mainboard-Spezialist sein gesamtes Repertoire auf eine Platine verfrachten, was ihm auch in der Tat gelungen ist. Mit dem Rampage V Extreme kann sich der (extreme) Enthusiast bis auf einige Ausnahmen vielleicht bequem zurücklehnen, denn für den Betrag von ca. 373 Euro bekommt er einiges an Ausstattung, Funktionen und Komfort "aufgebrummt".

Positive Eigenschaften des ASUS Rampage V Extreme:

  • sehr hohe Leistungsfähigkeit mit einer sehr starken CPU-Spannungsversorgung und extrem umfangreichen Overclocking-Funktionen
  • umfangreiche Ausstattung, u.a. acht SATA-6G-Ports, 14 USB-3.0-Anschlüsse und zwei SATAe-Schnittstellen
  • PCI-Express-3.0-Unterstützung an vier PEG-Slots
  • sehr gute Gesamtperformance und sehr gute Stabilität
  • M.2-Slot mit 32 GBit/s
  • umfangreiche Audio-Lösung
  • WLAN 802.11ac und Bluetooth 4.0
  • OC-Panel inkl. 5,25-Zoll-Einbaurahmen
  • Thermal-Sensor-Kabel ermöglichen individuellen Einsatz

Negative Eigenschaften des ASUS Rampage V Extreme:

  • hoher Anschaffungspreis
  • aufgrund der Ausstattung höherer Verbrauch
  • UEFI teilweise mit Performanceproblemen

Ganz offensichtlich präsentierte sich das ASUS Rampage V Extreme als ein besonderes Mainboard für die neuen Haswell-E-Prozessoren, welches nur vor Ausstattung und Komfort strotzt und dem Enthusiasten mit dem erforderlichen "Kleingeld" sicherlich große Freude bereiten wird. Von uns wird das Rampage V Extreme daher mit dem Technik-Award belohnt!

ta asus ramgev extreme

Alternativen? Uns fällt auf Anhieb eine geeignete Alternative, wenn wir nun beim extremen Overclocking bleiben. MSIs X99S XPOWER AC wurde von uns auch bereits untersucht und konnte bis auf eine erhöhte Leistungsaufnahme im Idle überzeugen. Gleichzeitig ist es für einen geringeren Preis zu haben.

 

Persönliche Meinung

ROG-Mainboards sind immer ganz interessant, besonders die großen Modelle, wie das Rampage V Extreme. Nur wenige Mainboards bieten so viel Ausstattung und Funktionen, sodass vor allem unerfahrene Anwender im ersten Moment regelrecht ins Staunen geraten. Wer den recht hohen Betrag als weniger schmerzhaft empfindet und sich für das Rampage V Extreme entscheidet, erhält eine Top-ausgestattete Sockel LGA2011-v3-Platine, die eventuell sogar für eine Überraschung gut ist. (Marcel Niederste-Berg)