Seite 4: BIOS und Overclocking

Das Mainboard wurde mit der Version 10.1B2 ausgeliefert. Auf der Herstellerseite beschreibt die neueste Version 10.8 vom Dezember 2012 im Changelog einen Windows 8-Support. Da wir stets bei Mainboardtests die aktuellsten Versionen durchtesten, haben wir diese Version auf einen USB-Stick kopiert und mittels BIOS-Flash ein Update vorgenommen. Man sollte hierzu auch bemerken, dass man vor einem Update die veränderten Einstellungen merken, sie auf einen der Speicherplätze im BIOS speichern oder Screenshots auf einem USB-Stick durchführen (dies ist mittels der Taste F12 möglich) sollte.

Das BIOS-Update war beim MSI Z77A-GD65 nicht problemlos. Wir testeten zunächst die Version 10.7. Das neue BIOS quittierte seinen Dienst mit dem nächsten Hochfahren. Trotz anschließendem Reset auf "Default BIOS" erhielten wir sofort nach dem Windows-Logo einen Bluescreen, der sich stets wiederholte. Mit der BIOS-Version 10.8 waren die Probleme dann aber behoben.

Das BIOS trägt den Namen "ClickBIOS II" und ist in 15 verschiedenen Sprachen vorhanden. Die Ursprünge davon gehen bereits auf den Z68-Chipsatz zurück. Die Bootreihenfolge lässt sich auf einfachste Art und Weise durch das Verschieben der Laufwerkssymbole ändern, auch ist das BIOS in klar strukturierten Unterpunkten geteilt. Verschiedene Änderungen lassen sich auch problemlos in bis zu sechs verschiedenen Profilen speichern und auch zwecks Sicherung auf einen USB-Stick kopieren.

In den BIOS-Defaults ist die SpeedStep-Technologie (EIST) sowie auch der Turbo-Modus der CPU aktiviert. CPU C1E stand auf "disable", sollte jedoch angeschaltet werden. Bei der SATA-Modusauswahl hat MSI richtigerweise auf AHCI voreingestellt. Unsere angeschlossene SSD wurde im externen Laufwerk nur als USB2.0 erkannt. Hier sollte man also noch eine kleine Änderung vornehmen, und die USB-Ports auf hohe Geschwindigkeit stellen.

Die S.M.A.R.T.-Statusüberprüfung ist per Default auf "enabled" und lässt somit das Auslesen und Schreiben der Statuswerte der angeschlossenen Festplatten und SSDs zu. Die Lüftersteuerung ist mit ein paar Klicks aktiviert und kann auch temperaturgeregelt werden, d.h. man kann der CPU eine Temperaturgrenze von beispielsweise 55 °C (40-70 °C in 5er-Schritten einstellbar) vorgeben, welche nicht überschritten werden soll. Der CPU-Lüfter passt sich mit seiner Umdrehungsgeschwindkeit an, was eine durchaus nützliche Eigenschaft ist. Bei diesem Board funktionierte die Lüftersteuerung ohne Probleme.

Die umfangreichen Einstellmöglichkeiten im BIOS mit Übertaktungsmöglichkeiten zeigt diese Galerie:

Tabellarisch haben wir die Übertaktungsoptionen hier zusammengefasst:

Die Overclocking-Funktionen in der Übersicht
Host Clock Override 90 bis 120 MHz, in 0,1-Mhz-Schritten
CPU-Spannung Fixed Mode: 0,800 V bis 2,045 V in 0,005-V-Schritten, ab 1,405 V in rot dargestellt
VCCSA-Spannung 0,920 V bis 1,580 V in 0,02-V-Schritten. ab 1,320 V in rot dargestellt
IGP Voltage Fixed Mode: 1,00 V bis 1,52 V in 0,005-V-Schritten
CPU-Ratio einzelne CPU Ratio-Erhöhung der Kerne von x16 bis x64 in x1-Schritten möglich
Vdroop Offset Control von +12,5% bis +100% in +12,5%-Schritten
DRAM-Spannung 1,108 V bis 2,4655 V in 0,0075-V-Schritten. ab 1.738 V in rot dargestellt
VTTDDR-Spannung 0,950 V bis 1,550 V in 0,02-V-Schritten, ab 1,370 V in rot dargestellt
CPU PLL-Spannung 1,400 V bis 2,430 V in 0,01-V-Schritten, ab 2,11 V in rot dargestellt
PCH-Core-Spannung 0,1167 V bis 2.4827 V in 0,0046-V-Schritten, ab 1,2507 in rot dargestellt
Speicher-Optionen
Taktraten DDR3-800 bis DDR3-3200
Command Rate einstellbar
Timings einstellbar
XMP wird unterstützt, ladbare Profile
Weitere Funktionen
Green Power Thermische Balance mit Lüftersteuerung
CPU Phase LED blaue LED auf dem Board für acht Phasen, auch abschaltbar
Weitere Besonderheiten Settings speicherbar in Profilen, OC-Automatik per "OC-Genie"-Taste
Load Line Calibration, Spread Spectrum, Instant Flash, fast alles auch in Windows
steuerbar, Extreme OverVoltage Option, sämtliche Stromspar-Modi

Nachdem wir den Rechner heruntergefahren haben und auf dem Mainboard die Taste "OC-Genie" gerückt haben, haben wir ihn erneut hochgefahren. Es wurde uns jetzt ein optimiertes Overclocking eingerichtet, was sich die CPU auf 4,2 GHz taktete. Da wir dies jedoch nicht als Ende der Fahnenstange ansahen, nahmen wir eine manuelle Übertaktung vor. Hierzu wurde die OC-Taste wieder abgeschaltet und im BIOS eine Taktfrequenz von 4,7 GHhz eingestellt. Beim nächsten Hochfahren wurde uns der Versuch sofort mit einem Bluescreen quittiert. Als nächste Option wurden 4,6 GHz gewählt, womit der Windows-Boot erfolgreich verlief. Auch konnte nach 15 Minuten Stresstest mit Prime95 kein Ausfall eines CPU-Kerns festgestellt werden. Man kann somit sagen, dass man mit noch etwas mehr Feintuning auf dem MSI Z77A-GD65 mit dauerhaften 4,6 GHz leben kann. Im Endeffekt liegt das Limit unserer Ivy-Bridge-CPU auch regelmäßig zwischen 4,6 und 4,7 GHz, je nach Spannung und Mainboard.

Das BIOS erlaubt zudem auch, die ab Werk eingestellten Übertaktungswerte der Taste "OC-Genie" zu verändern. Hat man einmal sein gewünschtes Setting eingestellt, so kann man sich dies auch auf der Registerkarte "My OC Genie" dauerhaft speichern. Für den Overclocking-Anfänger ist die Funktion also durchaus eine hilfreiche Option.

Es zeigt sich somit, dass wir hier 1,1 GHz "kostenfrei" zur Verfügung gestellt bekommen, wenn man sich etwas mit der Übertaktung/Spannung/Kühlung auseinandersetzt. Ein durchaus beachtlicher Wert, was sich in einer deutlichen Performancesteigerung bemerkbar macht. Als Hinweis möchten wir jedoch geben, dass die verwendete CPU nicht mit der CPU in anderen Mainboard-Reviews identisch ist und somit ein direktes Vergleichen zwischen den letzten Tests nicht möglich ist.

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Der Screen von CPU-Z mit unserer Übertaktung auf 4,6 Ghz

Das MSI Z77A-GD65 schafft bei unserer Test-CPU einen Multiplikator 46, was multipliziert mit der Base-Clock-Frequenz von 100 MHz sehr schnelle 4600 MHz bedeutet. Bei einem Preis von rund 160 Euro ermöglicht es eine gute Übertaktung, allerdings hatten wir auch schon reinrassige Overclocking-Boards im Test, die fast 4,8 GHz erreicht haben. Insofern gibt es auch fürs Overclocking besser geeignete Modelle - die aber auch deutlich teurer sind.