Seite 2: Layout und Features (1)

Schauen wir uns zunächst die Anschlüsse und Schalter beim I/O-Shield etwas genauer an. Auf der Rückseite des Boards finden wir von links nach rechts betrachtet folgende Ports:

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Die rückseitigen Ein- und Ausgänge
  • PS/2-Tastaturanschluß/Mausanschluß, darunter 2x USB2.0
  • Clear CMOS Button
  • Coaxial S/PDIF-Out, darunter Optical S/PDIF-Out
  • 2x USB2.0, darunter HDMI
  • 1x Gigabit LAN, darunter 2x USB3.0
  • VGA, darunter DVI
  • 6x Audio Ein- und Ausgänge

Das Vorhandensein eines separaten CMOS-Switches ist durchaus praktisch: Es lässt sich somit auf einfache Art und Weise das BIOS wieder zurückstellen. Das umständliche Herausnehmen der Batterie gehört somit der Vergangenheit an, allerdings lässt sich durch den Schalter auch einmal versehentlich der CMOS löschen. Ferner gibt es je vier USB-2.0-Ports und zwei USB-3.0-Schnittstellen, wobei letztgenannte einen weitaus höheren Datendurchsatz besitzen. Ältere PS/2-Tastaturen oder Mäuse können an einem Port weiterhin genutzt werden.

Der 8-Kanal-Audioausgang nutzt die Treiber- und Software-Bibliotheken von THX TruStudio, ist jedoch ein normaler Realtek ALC898. Insofern ist der Audio-Chip auch eine der besseren Onboard-Lösungen, allerdings kein "echter" THX-Chip. Folgendes Anschlussschema für die Nutzung unterschiedlicher Kanäle ergibt sich auf dem Backpanel:

Channel Front-Speaker = grün Rear-Speaker = schwarz Central/Bass = orange Line In = blau  
2 x - - -
4 x x - -
6 x x x -
8 x x x x

Alternativ können auch die beiden Digitalausgänge mit koaxialem und optischem Ausgang genutzt werden. Der pinke Klinkenanschluss links unten ist für das Mikrophon.

Um die integrierte Grafik der Ivy- oder Sandy-Bridge-CPUs nutzen zu können, benötigt das Board auch einen Monitoranschluss. Hier bietet das MSI Z77A-GD65 mit VGA, DVD und HDMI eine gute Flexibilität. Alle drei Anschlüsse greifen auf die interne Grafiklösung der Ivy-Bridge-CPU zu. Nahezu jeder TFT nutzt mittlerweile eine der beiden Schnittstellen, auch der Fernseher kann so einfach verbunden werden. Auf VGA kann man mittlerweile sicherlich verzichten, für DVI gibt es entsprechende Adapter. Durch die drei Anschlüsse ist es auch möglich, zwei Monitore ohne dedizierter Grafikkarte zu nutzen. So kann man hierzu HDMI+DVI, DVI+VGA oder VGA+HDMI gemeinsam nutzen.

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3x PCIe 3.0 x16 und 4x PCIe 2.0 x1 sind für Erweiterungskarten verfügbar. Für die Grafikkarten bietet das Board zwei PCIe-x16-Ports im neuen PCIe-3.0-Standard, wenn eine Ivy-Bridge-CPU eingesetzt wird.

Dem Spieler eröffnet sich durch die drei PCIe-x16-Slots die Möglichkeit, zwei oder drei Grafikkarten einzusetzen. Sowohl NVIDIAs SLI als auch AMDs CrossFireX kann mit jeweils x8/x8-Lanes betrieben werden, wenn zwei Grafikkarten eingebaut werden. Nutzt man hingegen drei Grafikkarten, so teilen sich die insgesamt 16 Lanes in x8/x4/x4 auf. Aus diesem Grund wird 3-Way-SLI hier nicht unterstützt. Zudem wird es mit der Slothöhe bei der letzten Schnittstelle problematisch, da diese fast am untersten Ende des Mainboards angrenzt. Es sollte daher bei einem Betrieb von drei Grafikkarten darauf geachtet werden, dass der Kühler der untersten Karte nicht mit z.B. dem Netzteil darunter oder dem Gehäuseboden in Berührung kommt. 

Selbst mit x8 sollte die Bandbreite bei einer Multi-GPU-Konfiguration mehr als ausreichen, wenn eine PCIe-3.0-Karte eingesetzt und eine Ivy-Bridge-CPU verwendet wird. Da jedoch die verschiedenen Steckplätze eng beieinanderliegen, werden alle kaum nutzbar sein: Spielegrafikkarten werden hauptsächlich als Dual-Slot-Versionen angeboten, was dann schon den nächsten Steckplatz verdeckt. Mindestens ein PCIe 2.0 x1 wäre dann also verdeckt - aber damit kann man leben. Ein Großteil der Anwender werden bis auf eine Soundkarte weitere Slots im x1-Format meist nicht nutzen.

Einen PLX-Chip besitzt das GD65 nicht: Die acht PCIe-Lanes des Z77 reichen für alle Onboard-Geräte (LAN, ASMedia-SATA-Controller) und die gebotenen Ports aus. Das lässt wiederum auf einen guten Stromverbrauch hoffen, da die PCIe-Switches oftmals einen sehr hohen Stromverbrauch haben.  

Das MSI Z77A-GD65 besitzt einen LAN-Anschluss von Intel. Es handelt sich um den Chip 82579V, welcher Geschwindigkeiten von 10/100/1000 Mbit/s ermöglicht. Auf einen zweiten LAN-Anschluss hat man verzichtet, da dieser in der Praxis auch kaum eine Rolle spielt und nur in Ausnahmefällen genutzt wird.

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Der LAN-Anschluss des MSI Z77A-GD55

MSI verwendet auf dem Board eine 10+2-Phasen-Stromversorgung. Dies bedeutet, dass hier 10 Phasen für die Spannung der CPU und zwei Phasen für den ehemaligen UnCore-Bereich/System-Agent der Ivy-Bridge-CPU vorhanden sind. Mit dieser Anzahl von Phasen liegt das MSI-Board etwas über dem Durchschnitt und sorgt somit für eine effiziente Stromversorgung, liefert aber auch genügend Leistung bei Overclocking-Versuchen. Durch die großen, voluminösen Heatpipe-Kühler hält man die Spannungsversorgung auch stets im angenehmen Temperatur-Bereich. Die Beschriftung "Military Class III" bedeutet, dass das Board ein "Certificate of Quality and Reliability" besitzt, zu Deutsch: Qualitäts- und Zuverlässigkeitszertifikat. MSI hat auf besonders haltbare Komponenten geachtet, daher wurde bei diesem Produkt auch die Garantie auf drei Jahre angehoben. Der Schriftzug "OC Genie II" auf dem anderen Kühlkörper besagt ein einfach vorzunehmendes Übertakten mittels Schalters, worauf wir später noch eingehen werden.

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Der CPU-Sockel des MSI Z77A-GD65