Seite 9: Fazit

Intel hat mit dem DZ77GA-70K ein ernst zu nehmendes High-End-Board auf den Markt gebracht, welches im High-End-Segment anzusiedeln ist. Man erhält ein Referenz-Mainboard mit einer guten Leistung, einer guten Effizienz und völlig ausreichenden Overclocking-Funktionen. Auch für ein Multi-GPU-Setup ist bei Bedarf mit zwei PCI-Express-Slots der dritten Generation gesorgt. Da es den Z77-Chipsatz beherbergt, wurden auch alle Features vom Vorgänger mit übernommen. Dazu zählt unter anderem auch Lucids Virtu. Mit von der Partie ist die Intel Smart Connect Technology. Nativ hinzugefügt wurde die USB-3.0-Spezifikation, was nun bisherige Zusatzchips überflüssig macht.

Das leidige Thema, die Lane-Knappheit, ist auch bei diesem Modell vorhanden. Um diese Knappheit zu vermeiden, wurde ein zusätzlicher PCIe-Switch von PLX (PEX8606-BA50BC) verlötet, der primär für die Onboardkomponenten und die weiteren PCIe-2.0-Erweiterungslots zuständig ist. Das erklärt auch den minimal höheren Stromverbrauch gegenüber dem Gigabyte-Board. Die USB-3.0-Anschlüsse sind zwar nativ an dem Platform Controller Hub angebunden, dazwischen arbeiten aber zwei weitere Hubs, jeweils der Genesys GL3520M, sodass insgesamt acht schnelle USB-3.0-Anschlüsse realisiert werden konnten. Ob man zusammen mit einem Sockel-1155-Prozessor nun eine CrossFire- oder SLI-Konfiguration zusammenstellen möchte, bleibt einem überlassen, aber es stehen zwei mechanische PCIe-3.0-x16-Slots hierfür zur Verfügung, die dann jeweils, bedingt durch die Lanebeschränkung in der CPU selbst, mit acht Lanes arbeiten.

 

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Die Ausstattung kann man beim Intel DZ77GA-70K als komplett bezeichnen. Es bietet neben insgesamt acht USB-3.0-Ports gleich acht SATA-Schnittstellen, wobei vier davon SATA-6G-Anschlüsse sind. Vier USB-3.0-Ports befinden sich direkt am I/O-Panel, die anderen vier Ports sind als Frontanschlüsse verfügbar. Neben zwei PCIe-3.0-Slots sind zwei PCIe-2.0-x1-Slots, ein PCIe-2.0-x4-Slot und zwei ältere PCI-Slots vorhanden. Für die Netzwerk-Connectivity hat Intel gleich zwei Netzwerk-Controller aus dem eigenen Haus verbaut, die jeweils eine maximale Datenübertragung von einem GBit/s liefern und über PCIe angebunden sind. Die interne GPU ist nur mit einem HDMI-Ausgang verwendbar. Wer sich allerdings solch ein High-End-Mainboard zulegt, wird in den meisten Fällen ohnehin auf eine dedizierte Grafikausgabe setzen, sodass die Entscheidung von Intel gut nachvollziehbar ist.

Wenn auch eher wenig gebraucht, bietet das DZ77GA-70K zwei FireWire-Schnittstellen, eine ist direkt am I/O-Panel, die andere über einen internen Header. Das gesamte Mainboard-Layout ist gelungen. Nichts ist im Weg, sondern man kommt während es Einbaus wunderbar an alle wichtigen Stellen heran, wie es eben sein sollte. Was uns besonders gefallen hat, sind die vier PWM-Lüfteranschlüsse, sodass man das DZ77GA-70K auch als Silent-Fan durchaus kaufen kann.

Das Intel DZ77GA-70K bietet ein modernes UEFI-BIOS, welches in einem Intel-typischen Blau gestaltet wurde. Während unseres Tests gab es keinerlei Probleme mit dem BIOS. Es ist sehr einfach und komfortabel zu bedienen. Für Overclocker sind ausreichende Funktionen integriert worden, die es einem schnell und leicht ermöglichen, den Prozessor oder den Arbeitsspeicher zu übertakten. Explizit für den Arbeitsspeicher wird natürlich auch XMP unterstützt. Merkwürdige, automatisch gesetzte Einstellungen sind uns nicht aufgefallen.

Mit einem Straßenpreis von ca. 230 Euro gehört es nicht zu den günstigen Vertretern mit dem Z77-Chipsatz. Bei der Ausstattung ist das allerdings auch kein Wunder.

Positive Eigenschaften des Intel DZ77GA-70K:

  • gehobene Leistungsfähigkeit mit guter CPU-Spannungsversorgung und ausreichend guten Overclocking-Funktionen
  • sehr gute Ausstattung, u. a. acht SATA-Anschlüsse, acht USB-3.0-Anschlüsse und zwei LAN-Ports
  • natives USB 3.0
  • PCI-Express-3.0-Unterstützung an zwei PEG-Slots (nur mit Ivy-Bridge-CPU)
  • gute Gesamtperformance, gute Effizienz, sehr stabiler Betrieb

Negative Eigenschaften des Intel DZ77GA-70K:

  • etwas hoher Preis
  • keine SATA-Kabel im Lieferumfang

Intel hat mit dem DZ77GA-70K durchaus ein konkurrenzfähiges Mainboard auf den Markt gebracht, welches eine gute Alternative gegenüber zahlreichen ASRock-, ASUS- und Gigabyte-Boards darstellt. Es erlaubt die Nutzung der internen Grafikeinheit und bietet viele Anschlussmöglichkeiten. Die vielen Overclocking-Funktionen, eine gute Effizienz und die sehr gute Stabilität machen das Intel DZ77GA-70K zu einem guten High-End-Allrounder.