Seite 5: Overclocking

In den meisten Fällen wird bei einem Kauf eines neuen Systems (zumindest in unserer Community) das Wort "Overclocking" großgeschrieben. So haben wir die BIOS-Einstellmöglichkeiten genauer unter die Lupe genommen, die mit dem Overclocking in Verbindung gebracht werden können. Darüber hinaus ist auch eine adäquate Spannungsversorgung sehr wichtig, möchte man das letzte Stückchen Leistung aus seinem Prozessor herauskitzeln. Intel setzt bei unserem Testobjekt auf eine acht Phasen-Stromversorgung. Wichtig ist zusätzlich die Qualität der Signallaufzeiten zwischen den anderen Komponenten, wie z.B. zum Chipsatz, damit ein stabiler Betrieb gewährleistet ist. Intel hat es zum Thema Overclocking nicht gerade leicht, wenn man einen Blick auf die Konkurrenz wirft. Auch wenn es bei Intel in puncto Übertakten stets bergauf geht, sind dennoch ASUS und auch Gigabyte immer noch eine Nasenlänge voraus.

Das DZ77GA-70K erlaubt eine Änderung der Base-Clock-Frequenz in 1 MHz-Schritten von 100 bis 120 MHz, was völlig ausreichend ist. Es ist bereits länger bekannt, dass die Sandy Bridge-Prozessoren nur eine Erhöhung der Base-Clock-Frequenz um bis ca. 107 MHz mitmachen. Bei einem Sockel 1155-Prozessor mit dem "K" Suffix macht eine Erhöhung der Base-Clock-Frequenz nur Sinn, wenn man wirklich die letzten Reserven aus dem Prozessor herausholen möchte. Die Prozessorspannung lässt sich entweder über einen Fix- oder Offset-Wert bewerkstelligen. Obwohl Intel den VDroop beabsichtigt, befindet sich die in diesem Fall genannte Funktion "Processor VR Droop Control mit im Funktionsumfang. Dabei sind die Modi "Low V-droop (Performance), Mid V-droop und High V-droop (Power Saving) frei einstellbar.

Im Großen und Ganzen bietet das Intel DZ77GA-70K gute Overclocking-Funktionen, die Anwendern mit normalen Übertakter-Ambitionen ausreichen werden:

Die Overclocking-Funktionen des Intel DZ77GA-70K in der Übersicht
Base Clock Rate 100 bis 120 MHz in 1 MHz-Schritten
CPU-Spannung 1,0000 V bis 1,9200 V in 0,0050-V-Schritten (Fixed-Modus)
0 mV bis 1000 mV in 20mV-Schritten (Offset-Modus)
DRAM-Spannung 1,200 V bis 2,000 V in 0,0100-V-Schritten
VTT/VCCIO-Spannung 1,0000 V bis 1,8000 V in 0,0625-V-Schritten
CPU PLL-Spannung 1,200 V bis 2,200 V in 0,0250-V-Schritten
PCH-Core-Spannung - nicht möglich -
PCIe-Takt - nicht möglich -
Weitere Spannungen

IGPU Voltage, DRAM Voltage, DRAM REF, System Agent Voltage

Speicher-Optionen
Taktraten CPU-abhängig
Command Rate einstellbar
Timings einstellbar, 12 Parameter
XMP wird unterstützt
Weitere Funktionen
QPI-Takt - technisch nicht möglich -
Weitere Besonderheiten

UEFI-BIOS
Settings speicherbar in Profilen
Energiesparoptionen: Standard-Stromspar-Modi wie C1E, CSTATE, EIST, zusätzlich ein "EPU Power Saving Mode" (Absenkung CPU-Spannung)
Turbo-Modus (All Cores, By number of active cores), iGPU (Ein, Aus, Auto)
Turbo-Modus Parameter: Core Current Limit (CPU)
Flash-Tool ("Instant Flash"), erweiterte Lüfterregelung für CPU-Fan und drei optionale Fans
Manuelle Verwaltung der 14 USB-Ports (An, Aus, No Detect)

An dieser Stelle möchten wir noch einmal die Overclocking-Funktionen in einer Bildergalerie zeigen:

 

Intel hat hierbei ausreichende Funktionen zur Verfügung gestellt, die zur Übertaktung absolut notwendig sind. Neben der manuellen Eingabe der Werte, gibt es auch vorgegebene "OC-Profile", bei denen sich die Werte automatisch anheben lassen. Diese Art der Übertaktung richtet sich vor allem an User, die schnelle Übertaktungsergebnisse erzielen wollen. Dennoch bleibt für ein Maximal-Overclocking die manuelle Eingabe nicht aus.

Da bekannt ist, dass sich die Ivy Bridge-Prozessoren schlechter übertakten lassen als ihre Vorgänger-Modelle, kann man sich glücklich schätzen, wenn man 4,7 GHz erreicht. In unserem Overclockingtest war allerdings bei Multi 46 Schluss, was somit immerhin beachtliche 4,6 GHz bedeutet. Eine Übertaktung via Multiplikator ist beim Intel DZ77GA-70K ausschließlich über den Turbo-Modus realisierbar. Es lassen sich für alle vier physischen Kerne die Multiplikatoren unabhängig voneinander konfigurieren. In unserem Fall haben wir also bei allen vier Kernen einen Multiplikator von 46 angelegt, sodass wir unter Last auf allen vier Kernen auch die gewünschte Frequenz von rund 4,6 GHz erreichen konnten.

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Obwohl das Übertakten beim DZ77GA-70K nur mit eingeschaltetem Turbo-Modus funktioniert, scheint alles dennoch reibungslos zu funktionieren, wie man anhand des Screenshots sehen kann. Natürlich kommen die vorhandenen Overclocking-Features nicht an die von einigen ASUS- oder Gigabyte-Modellen heran. Für den Mainstream-User genügen die gebotenen Funktionen des DZ77GA-70K dennoch locker, um dem Prozessor Beine zu machen.