TEST

Kein Lüfter, viel Leistung und gut versteckt

Der Arctic Senza AI 370 im Test

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Der Arctic Senza war im letzten Jahr der erste Komplett-PC des Kühlungsspezialisten. Mit der zweiten Generation wird er jetzt eine Plattform für moderne AI-Hardware. Während das Erstlingswerk noch auf eine betagte Ryzen‑5000‑APU setzte, bringt die neue Generation mit Ryzen AI 9 HX 370 deutlich mehr CPU‑ und GPU‑Leistung, modernere Schnittstellen und aktuelle Funkstandards mit – am passiven Under‑Desk‑Konzept ändert sich dagegen nichts. Wie sich der aktualisierte Passivrechner im Arbeitsalltag schlägt, das erfährt man in diesem Hardwareluxx-Artikel auf den nachfolgenden Seiten.

Arctic hat sich in den letzten fast zweieinhalb Jahrzehnten einen Namen gemacht, wenn es darum geht, leistungsstarke und leise Kühlungsprodukte zu entwickeln oder Wand- und Tischhalterungen für Monitore zu entwerfen und zu verkaufen. Mit dem Arctic Senza hat der Hersteller vor etwas mehr als einem Jahr seinen ersten Komplett-PC vorgestellt, der sich an dieser Expertise orientiert und auf eine vollständig passive Kühlung setzt. Nun folgt mit dem Senza AI 370 die nächste Ausbaustufe, bei der vorwiegend die Plattform aktualisiert und auf AMDs aktuelle Ryzen-AI-Generation umgestellt und einige sinnvolle Design-Verbesserungen integriert werden.

Der Arctic Senza ist weiterhin nicht einfach nur ein Mini-PC, der auf dem Schreibtisch aufgestellt wird und mit einer aktiven Kühlung versehen ist, sondern ein System, das unterhalb der Tischplatte montiert wird und mit leistungsstarker Hardware ausgestattet ist. Obendrein wird die Hardware passiv und damit gänzlich lautlos auf Temperatur gehalten. Das Ziel bleibt ein aufgeräumtes und effizientes Setup, das im Alltag praktisch kaum wahrzunehmen ist.

Grundsätzlich ähnelt der Arctic Senza einem großen Radiator, in dem Prozessor, Speicher und Massenspeicher verbaut wurden und der sich unterhalb der Tischkante verstecken lässt. Die Stromversorgung erfolgt wie gehabt extern über ein Notebook-Netzteil, die Steuerung und zusätzliche Anschlüsse werden über ein Frontpanel direkt an die Tischkante verlegt. Damit gibt es auf dem Schreibtisch deutlich weniger Kabelsalat und mehr Platz für andere Arbeitsutensilien.

Um den Arctic Senza unterhalb der Schreibtischplatte montieren zu können, empfiehlt Arctic einen Tisch aus Holz, dessen Kante mindestens 2,5 cm dick ist und aus Echtholz, einer Faser-, Span- oder Sperrholz-Platte besteht. Materialien, die innen aus einer Wabenstruktur oder gar recycelter Pappe bestehen, empfiehlt Arctic nicht, genau wie Tische aus Glas oder Metall. Im Idealfall sollte der Schreibtisch eine Tiefe von mindestens 400 mm, eine Breite von 1.000 mm und eine Höhe von 750 mm besitzen, um das Gerät mit all seinen Komponenten sicher montieren zu können.

Mit dem Wechsel auf die neue Generation schrumpft die Auswahl an Modellvarianten, dafür rüstet Arctic den Senza mit deutlich modernerer Hardware aus. Statt Cezanne-APUs der Ryzen-5000-Generation kommt nun ein AMD Ryzen AI 9 HX 370 zum Einsatz, der auf die aktuelle Zen-Architektur setzt, mit einem integrierten NPU-Beschleuniger für KI-Aufgaben aufwartet und eine wesentlich schnellere Radeon-890M-iGPU mitbringt. Der Arbeitsspeicher wechselt von aufrüstbarem DDR4 in SO-DIMM-Bauform hin zu 32 GB verlötetem LPDDR5X im Dual-Channel mit 8.000 MHz, was die Speicherbandbreite deutlich steigert, die Aufrüstoptionen jedoch einschränkt. Die NVMe-SSD fasst weiterhin 1 TB, ist nun jedoch per PCIe 4.0 angebunden und setzt auf TLC-NAND.

Auch beim Betriebssystem hat Arctic nachgebessert: Statt Windows 11 Home, bzw. sogar nur Windows 11N kommt ab Werk Windows 11 Pro zum Einsatz, was vordergründig in Unternehmensumgebungen oder bei Power-Usern für zusätzliche Funktionen und Verwaltungsoptionen sorgt, aber auch die Multimedia-Funktionen im Alltag vereinfacht. Linux wird in Eigenregie ebenfalls unterstützt, womit sich der Senza AI 370 flexibler in vorhandene Infrastrukturen integrieren lässt.

Zudem modernisiert Arctic die Konnektivität deutlich: Statt WiFi 6E funkt der Senza AI 370 nun mit WiFi 7 und Bluetooth 5.3, was höhere Datendurchsätze und niedrigere Latenzen verspricht. Die kabelgebundene Netzwerkanbindung erfolgt über einen 2,5-Gigabit-LAN-Port. Bei den externen Schnittstellen stehen unter anderem USB 4 mit bis zu 40 GBit/s, moderne USB-3.2-Gen2-Ports sowie HDMI 2.1 und DisplayPort 2.1 bereit, womit sich auch 4K-Displays mit 120 Hz oder gar 8K-Bildschirme betreiben lassen.

Arctic Senza AI 370
Hardware
Prozessor: AMD Ryzen AI 9 HX 370
Mainboard:Strix Point
Arbeitsspeicher: 2x 16 GB LPDDR5X-8000
Grafikkarte: AMD Radeon 890M
Massenspeicher: 1x 1 TB NVMe-SSD
Optisches Laufwerk: -
Soundkarte: Onboard
Netzteil: 120 W extern
Kühlung und Gehäuse
Gehäuse: Arctic Senza
CPU-Kühler:passiv
Sonstiges
Sonstiges: Montage unter Schreibtisch
Software
Software: Windows 11 Pro
Preis
Gesamtpreis: 1.199 Euro 

Preislich hat sich Arctic auf 1.199 Euro festgelegt, wobei es zum Start über den hauseigenen Onlineshop einen zusätzlichen Direktrabatt in Höhe von 100 Euro gibt, womit man die zweite Generation des Arctic Senza effektiv schon für 1.099 Euro erhält. Damit siedelt sich der Senza AI 370 aufgrund der moderneren Plattform oberhalb der bisherigen Einstiegskonfiguration an und adressiert anspruchsvolle Office- und Content-Creation-Anwender. Wir durften den neuen Under-Desk-PC pünktlich zum Marktstart ausführlich auf den Zahn fühlen.

Wie sich die zweite Generation des Arctic Senzea im bekannten Under-Desk-Gehäuse im Praxisalltag schlägt, das erfährt man in diesem Hardwareluxx-Artikel auf den nachfolgenden Seiten. Wir haben das Konzept durch unseren altbekannten Benchmark-Parcours geschickt und ihm auf den Zahn gefühlt.

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