Seite 6: Fazit

Das Konzept von MSI, ein schlankes High-End-Gaming-System mit richtig potenter Hardware auf engstem Raum unterzubringen, ist voll aufgegangen. Auf einem Volumen von gerade einmal 6,5 Liter hat man es geschafft, nicht nur eine flotte Skylake-CPU der Desktop-Klasse zu verbauen, sondern auch zwei vollwertige GeForce-GTX-980-Grafikkarten im SLI-Verbund, massig Arbeitsspeicher, ein schnelles RAID-System sowie eine herkömmliche Magnetspeicher-Festplatte. Damit ist nicht nur ein schnelles Arbeiten im Alltag möglich, sondern auch exzessives Gaming. Die beiden Grafikkarten bieten mehr als genug Leistung, um aktuelle Spiele mit maximalen Details auf den Bildschirm zu zaubern – selbst Auflösungen jenseits von Full HD können fast sorgenfrei eingestellt werden. Ambitionierte Spieler kommen hier also voll auf ihre Kosten und können das System dank der schlanken Abmessungen und des leichten Gewichts von 4 kg auch mal mit auf die nächste LAN-Party nehmen.

Für Aufsehen dürfte dann auch das Design sorgen. Das Zylinder-Gehäuse macht einiges her, ist gut verarbeitet und mit einem dezenten RGB-Beleuchtungssystem ausgestattet, welches sich bequem über eine Software einstellen lässt. Probleme bei der Kühlung gibt es trotz der stromhungrigen und durchaus hitzigen Hardware keine. Die wird teilweise zwar sehr warm, zu einem Thermal-Throttling oder gar Bildfehlern und Abstürzen kam es während unserer Tests jedoch nicht. Trotzdem stimmt auch die Lautstärke. Zwar kann das System unter absoluter Volllast durchaus richtig aufdrehen und unangenehm laut werden, im Spielebetrieb hält sich die Geräuschkulisse mit 42,4 dB(A) aber in Grenzen. Im 2D-Modus ist das System mit 34,2 bis 35,1 dB(A) erfreulich laufruhig – bei Lesezugriffen auf die Festplatte ist einzig diese herauszuhören.

Die restliche Ausstattung ist ebenfalls üppig, wenngleich alle Anschlüsse lediglich auf der Rückseite untergebracht sind und der Netzstecker sich etwas fummelig einstecken lässt. Zur Verfügung stehen nicht nur die obligatorischen Anschlüsse für die Soundausgabe, sondern auch vier USB-3.0-Schnittstellen und zahlreiche Video-Ausgänge, wie HDMI 2.0 und miniDisplayPort 1.2. Das Video-Signal lässt sich mit einem passenden Bildschirm zuden über USB 3.1 Gen 2 Typ-C übertragen. Dieser erlaubt noch einmal deutlich höhere Übertragungsraten als USB 3.0 und lädt das Smartphone auf Wunsch mit 5 V und 3 A schnell auf. Dazu gibt es zwei Gigabit-LAN-Schnittstellen mit Killer-Funktionalität und Wireless-LAN nach 802.11-AC-Standard samt Bluetooth 4.1. Hier bleiben kaum Wünsche offen.

Neben der etwas hohen Lautstärke gibt es aber vor allem eines, was den Gesamteindruck des MSI Vortex G65-6QF SLI trübt: Der Preis. Satte 3.999 Euro will MSI für das System haben. Bezahlt wird aber nicht nur für ein exklusives Produkt mit hoher Leistung oder die Engineering-Leistung, die dahintersteht, sondern vor allem auch für die Grafikkarten. Diese müssen von NVIDIA stark selektiert werden, was den Preis deutlich in die Höhe schraubt. Aus Zuliefer-Kreisen haben wir erfahren, dass der Preis für die mobile GeForce GTX 980 fast doppelt so hoch ist wie bei einer GeForce GTX 980M. Beim Vortex kommen gleich zwei dieser Modelle zum Einsatz.

Alles in allem ist das MSI Vortex G65-6QF SLI ein sehr guter und schicker Kompakt-Rechner für anspruchsvolle Gamer. Wir zücken unseren Excellent-Hardware-Award – Herzlichen Glückwunsch!

msi vortex award

Positive Aspekte des MSI Vortex G65-6QF SLI:

  • Schickes und schlankes Design
  • Brachiale Spieleleistung
  • Angenehmes Lautstärke-Verhalten im 2D-Betrieb
  • Gute Leistungsaufnahme
  • Umfrangreiche Anschluss-Vielfalt

Negative Aspekte des MSI Vortex G65-6QF SLI:

  • Unter Last sehr laut
  • Hoher Preis

Persönliche Meinung

Als ich das erste Mal über das MSI Vortex geschrieben hatte, war ich zwar ziemlich von Design und Ausstattung angetan, jedoch auch sehr skeptisch. Die Anforderungen, die der Skylake-Prozessor und vor allem die beiden Grafikkarten an das Kühlsystem stellen, sind nicht ohne – ich ging davon aus, dass das System optisch zwar vielen gefallen und auch die Leistung überzeugen dürfte, es jedoch alles andere als ein Leisetreter werden dürfte. Zwar kann das Vortex unter Last richtig aufdrehen, von der Lautstärke im normalen Windows-Betrieb bin ich jedoch positiv überrascht. Abgesehen von der hohen Leistung und vor allem dem hohen Preis, was beim Topmodell schnell mehrere Monatsgehälter überschreiten kann, bin ich nicht enttäuscht worden.

Im Übrigen finde ich, dass sich MSI in den letzten Jahren ziemlich gemacht hat – egal ob bei den Grafikkarten, Mainboards oder den Notebooks. Waren die ersten Twin-Frozr-Kühler nicht wirklich effizient und sehr laut, zählt die aktuell fünfte Generation zu den besten am Markt. Die anfänglichen Layout- und BIOS-Probleme bei den Mainboards sind fast ausgemerzt, die Verarbeitungsmängel bei Notebooks Geschichte. Hut ab, MSI! (Andreas Stegmüller)