Seite 1: Inno3D iChill GeForce GTX 980 Ti 6GB X3 Ultra im Test

inno3d 980ti x3ultra logoAls schnellste "echte" Gamer-Karte stellte NVIDIA die GeForce GTX 980 Ti pünktlich zur Computex Anfang Juni vor. Auf den Test der Referenzversion folgte dann auch recht schnell der erste Blick auf die EVGA GeForce GTX 980 Ti SC+ ACX 2.0 als erster Vertreter mit Custom-Kühlung. Heute geht es nun im schnellen Schritt weiter und wir schauen uns das vorläufige Highlight aus dem Hause Inno3D an. Die iChill GeForce GTX 980 Ti 6GB X3 Ultra baut dabei auch auf das Referenzdesign auf, allerdings verbaut Inno3D natürlich den eigenen HerculeZ-Kühler. Was dieser zu leisten im Stande ist, wo sich die Karte in der Performance einordnet und wie es um die Kühlung bestellt ist - all das schauen wir uns auf den nächsten Seiten genauer an.

Mit der GeForce GTX 980 Ti kam NVIDIA offenbar AMD zuvor, die in den kommenden Wochen mit der Radeon Fury X wieder auf sich aufmerksam machen wollen. Natürlich kann NVIDIA nicht genau wissen, was AMD im Schilde führt, doch eine knappe Positionierung unterhalb der GeForce GTX Titan X im Preisbereich von 740 Euro dürfte ein deutliches Signal in Richtung des roten Lagers sein. Doch nun wollen wir uns erst einmal auf die GeForce GTX 980 Ti von Inno3D konzentrieren.

In der kommenden Woche ist der Kampf also eröffnet. Diverse Modelle der GeForce GTX 980 Ti werden in den kommenden Tagen und Wochen auf den Markt kommen. Zunächst einmal bleibt der Markt dabei den Karten vorbehalten, die auf das Referenzdesign beim PCB, aber auf eine alternative Kühlung setzen. Gegen Ende Juni erwarten die Hersteller dann auch die Auslieferung kompletter Eigenkreationen - heißt sowohl PCB als auch Kühlung werden noch einmal deutlich ausgebaut sein.

Architektonische Eckdaten

Mit der GeForce GTX 980 Ti brachte NVIDIA kürzlich den zweiten Ableger mit GM200-GPU auf den Markt. Dabei handelt es sich um eine abgespeckte Variante, die im Vergleich zur GeForce GTX Titan X auf ein paar Funktionseinheiten, vor allem aber auf die Hälfte des GDDR5-Speichers verzichten muss. Unser Review zeigte die beiden Referenzversionen nahezu gleichauf. Auf der GeForce GTX 980 Ti arbeiten demnach 4 SMM-Blöcke x 22 SMM x 32 ALUs und somit kommt die Karte auf 2.816 Shadereinheiten. Hinzu kommen 176 Textureinheiten und 96 Render-Backends.

Der Speicherausbau beträgt wie auf jeder anderen GeForce GTX 980 Ti 6 GB. Angebunden ist dieser über ein 384 Bit breites Speicherinterface. Bei NVIDIA kommt in der aktuellen "Maxwell"-Generation noch der klassische GDDR5-Speicher zum Einsatz, während AMD in Kürze für die High-End-Karten auf den deutlich schnelleren High Bandwidth Memory wechseln wird.

Die technischen Daten der Inno3D iChill GeForce GTX 980 Ti X3 Ultra im Überblick
Modell NVIDIA GeForce GTX 980 Ti Inno3D iChill GeForce GTX 980 Ti X3 Ultra
Straßenpreis ab 739 Euro ab 750 Euro
Homepage www.nvidia.de www.inno3d.com
Technische Daten
GPU Maxwell (GM200-310-A1) Maxwell (GM200-310-A1)
Fertigung 28 nm 28 nm
Transistoren 8,0 Milliarden 8,0 Milliarden
GPU-Takt (Base Clock) 1.000 MHz 1.152 MHz
GPU-Takt (Boost Clock) 1.075 MHz 1.241 MHz
Speichertakt 1.753 MHz 1.800 MHz
Speichertyp GDDR5 GDDR5
Speichergröße 6.144 MB 6.144 MB
Speicherinterface 384 Bit 384 Bit
Speicherbandbreite 336,6 GB/s 345,6 GB/s
DirectX-Version 12 12
Shadereinheiten 2.816 2.816
Textur Units 176 176
ROPs 96 96
SLI/CrossFire SLI SLI

Im Vergleich zur Referenzversion lässt Inno3D den Basis-Takt der iChill GeForce GTX 980 Ti 6GB X3 Ultra von 1.000 auf 1.152 MHz anheben. Während NVIDIA für die Referenzversion einen Boost-Takt von 1.075 MHz verspricht, sind es beim Modell von Inno3D satte 1.241 MHz. Laut Inno3D ist diese Konfiguration das aktuell schnellste, was auf einem Referenzlayout für das PCB bisher ausgeliefert werden kann. Das soll auch für Konkurrenzprodukte gelten. Den Speicher übertaktet Inno3D von 1.750 auf 1.800 MHz und steigert damit die Speicherbandbreite von 336,6 auf 345,6 GB pro Sekunde. Alle weiteren technischen Daten sind identisch.

Während NVIDIA für die GeForce GTX 980 Ti eine unverbindliche Preisempfehlung von 739 Euro ausruft und die Karte zu diesem Preis auch zu haben ist, geht Inno3D sehr aggressiv in die preisliche Gestaltung und verlangt mit 749,90 Euro nur einen geringfügigen Aufpreis.

GPU-Z-Screenshot der Inno3D iChill GeForce GTX 980 Ti 6GB X3 Ultra
GPU-Z-Screenshot der Inno3D iChill GeForce GTX 980 Ti X3 Ultra

Der GPU-Z-Screenshot bestätigt die eben gemachten Angaben zu den technischen Daten noch einmal.

Gegenüberstellung von Temperatur und Takt
Spiel Temperatur Takt
The Elder Scrolls V Skyrim 70 °C 1.342 MHz
Company of Heroes 71 °C 1.342 MHz
Grid 2 70 °C 1.342 MHz
Metro: Last Light 71 °C 1.342 MHz
Crysis 3 71 °C 1.342 MHz
Battlefield 4 71 °C 1.342 MHz
Bioshock: Infinite 71 °C 1.342 MHz
Tomb Raider 71 °C 1.342 MHz

In der Folge kommen wir auch gleich zu den ersten Messungen, denn GPU-Boost auf Seiten von NVIDIA und Powertune auf Seiten von AMD haben dazu geführt, dass die Hersteller nur noch Mindestangaben zum Takt machen. Abhängig von der jeweiligen Lastsituation, dem Verhalten von Temperatur und Spannung, ergeben sich unterschiedliche Werte in der Praxis. Dabei hat sich in der Vergangenheit gezeigt, dass sowohl NVIDIA als auch AMD ihre Referenzkarten in ein recht enges Korsett packen. Die High-End-Modelle arbeiten schnell in einem der vorgegebenen Limits, dies gilt auch für die GeForce GTX 980 Ti. Anders aber bei der Inno3D iChill GeForce GTX 980 Ti X3 Ultra, die unter Dauerlast eine maximale Temperatur von 71 °C erreicht. Da das Temperaturtarget bei über 80 °C liegt, hält die Karte über alle Benchmarks ihren maximalen Takt von 1.342 MHz. Das Powerlimit ist also ohne Eingriff des Nutzers an dieser Stelle der limitierende Faktor.