Seite 23: Fazit

Schon mit der KFA2 GeForce GTX 770 LTD OC hat uns der NVIDIA-Boardpartner beeindruckt - und das nicht nur wegen der Optik. Mit der KFA2 GeForce GTX 780 Hall of Fame hat KFA2 noch einen obendrauf gesetzt. Unser Testmuster überzeugte mit einer hohen Grundleistung, die dank der stark erhöhten Taktraten sogar in zahlreichen Benchmarks eine GeForce GTX Titan überholen konnte. Mit einem höheren Speichertakt - dieser musste sich leider strikt an die Vorgaben der kalifornischen Grafikschmiede halten - hätte der Vorsprung sogar noch deutlicher ausfallen können. Grund für den beachtlichen Leistungsschub ist vor allem der hohe Boost-Takt von stattlichen 1.303 MHz, die unter Last effektiv anlagen. Einen solch hohen Boost-Takt sehen wir bei einer GeForce GTX 780 selten.

Doch damit nicht genug. Im Overclocking-Test konnten wir die KFA2 GeForce GTX 780 Hall of Fame noch weiter beschleunigen und erreichten ebenfalls neue Bestwerte. Selbst mit 1.159 bzw. 1.646 MHz für Chip und Speicher rechnete unser Testmuster noch fehlerfrei. Damit war ihr der Sieg gegen die GeForce GTX Titan und so manch eine Dual-GPU-Karte sicher. Zum guten Overclocking-Ergebnis dürften vor allem die aufgemöbelte Spannungs- und Stromversorgung sowie die hochwertigen Bauteile beigetragen haben. 

Aber auch das Kühlsystem kann punkten. Denn dieses schafft es mit seinen zahlreichen Aluminiumfinnen, seinen vier bis zu acht Millimeter dicken Kupfer-Heatpipes und seinen beiden 90-mm-Lüftern, die sonst eher hitzige GK110-GPU auf einem angenehm kühlen Temperatur-Niveau zu halten. Selbst unter Volllast blieb die HoF-Karte mit 70 °C knapp 10 Grad kühler als die Referenz. Betätigt man dann noch den Taster auf der Slotblende und erhöht damit die Drehzahl der beiden Rotoren auf das Maximum, heizt sich Grafikprozessor auf gerade einmal 66 °C auf. Dafür steigt die Geräuschkulisse auf unerträgliche 57,4 dB(A), wohingegen sie sich sonst auf sehr angenehme 48,3 dB(A) belief. 

Doch ganz so kompromisslos ist die KFA2 GeForce GTX 780 Hall of Fame leider nicht. Da sich der Grafikprozessor im Leerlauf nicht ganz so weit heruntertaktet wie die NVIDIA-Vorlage, fällt die Leistungsaufnahme im normalen Windows-Betrieb deutlich höher aus. Unter Last gesellt sich unser heutige Testkandidat zwischen eine GeForce GTX Titan und eine GeForce GTX 690 - das Testsystem zog knapp über 400 Watt aus der Steckdose. Auch der Lieferumfang hätte etwas großzügiger ausfallen können, denn KFA2 legt hier lediglich die nötigen Adapter, eine Treiber-CD und einen Quick-Start-Guide mit bei. Andere Hersteller zeigen sich da schon etwas großzügiger und liefern gerne auch ein Spiel mit dazu. 

Der Aufpreis zur günstigsten GeForce GTX 780 ist satt. Mit einem Preis von knapp 670 Euro kostet die KFA2 GeForce GTX 780 Hall of Fame gut 160 Euro mehr. Ob einem der Aufpreis für ein weißes PCB, höhere Taktraten und den effizienten Kühler wert ist, das muss jeder für sich selbst entscheiden. 

KFA2 GeForce GTX 780 Hall of Fame
Modell KFA2 GeForce GTX 780 Hall of Fame
Straßenpreis ca. 670 Euro
Partnummer -
Homepage www.kfa2.com
Technische Daten
GPU GK110 (GK110-300-A1)
Fertigung 28 nm
Transistoren 7,1 Milliarden
GPU-Takt (Base Clock) 1.006 MHz
GPU-Takt (Boost Clock) 1.059 MHz
Speichertakt 1.502 MHz
Speichertyp GDDR5
Speichergröße 3.072 MB
Speicherinterface 384 Bit
Speicherbandbreite 288,5 GB/Sek.
DirectX-Version 11.0
Shadereinheiten 2.304 (1D)
Texture Units 192
ROPs 48
Pixelfüllrate 48,3 Gigapixel/Sek.
SLI/CrossFire SLI
Lautstärke
Idle-Modus 38,6 dB(A)
Last-Modus 48,3 dB(A) 
Leistungsaufnahme
Idle-Modus 112,3 Watt
Last-Modus 401,1 Watt
Temperaturen
Idle-Modus 33 °C
Last-Modus 70 °C


Mit der KFA2 GeForce GTX 780 Hall of Fame ist dem NVIDIA-Boardpartner ein echtes Highlight gelungen. Die Leistung liegt knapp über der einer GeForce GTX Titan, die Optik weiß zu gefallen und auch die Effizienz des Kühlers sowie das Overclocking-Potential können sich sehen lassen. Wir sehen vom gewaltigen Aufpreis und den geringen Dreingaben ab und zücken unseren heiß begehrten Excellent-Hardware-Award. Herzlichen Glückwunsch!

EH Award

Alternativen? Wenn es nach der Optik geht, dann gibt es eigentlich keine Alternativen. Einzig der kleine Bruder, die KFA2 GeForce GTX 770 LTD OC, ist ähnlich schick und mit einem Preis von knapp 425 Euro auch etwas günstiger, dafür auch langsamer. Wer auf das weiße PCB verzichten kann, fährt mit der ZOTAC GeForce GTX 780 AMP!-Edition ähnlich schnell und spart obendrein ein paar Euro. Wer Wert auf ein noch brachialeres Overclocking-Potential legt, sollte sich die EVGA GeForce GTX 780 Classified näher anschauen.

 

Persönliche Meinung

Schon die KFA2 GeForce GTX 770 LTD OC hat mir gefallen - der heute getestete größere Bruder überzeugt mich sogar noch ein bisschen mehr - wenn da der hohe Aufpreis im Vergleich zur günstigsten GeForce GTX 780 nicht wäre. Fast 160 Euro mehr für ein weißes PCB, höhere Taktraten und ein leistungsfähiges Kühlsystem zu bezahlen, finde ich stark übertrieben. Das investiere ich lieber in eine neue oder größere SSD und erfreue mich damit bei der alltäglichen Arbeit über einen ordentlichen Performance-Boost. Hinzu kommt, dass weiße PCBs bei Mainboards, RAM-Riegeln und weiteren Steckkarten man leider noch immer vergebens sucht oder diese inzwischen steinalt sind, wenn ich mich da an eine Sapphire-Platine zurückerinnere.

Auch wenn die KFA2 GeForce GTX 780 Hall of Fame zu meinen Favoriten zählt, lasse ich sie doch lieber in den Verkaufsregalen liegen. Ich bin sowieso noch ein bisschen mit GTA V beschäftigt und das gibt es leider noch nicht für den PC - da darf meine Grafikkarte gerne noch ein bisschen weiter für sich hinschlummern und Energie für die hoffentlich geplante PC-Version tanken. :-)(Andreas Stegmüller)

Positive Aspekte der KFA2 GeForce GTX 780 Hall of Fame:

  • Ähnlich schnell wie eine GeForce GTX Titan
  • Sehr leises und leistungsstarkes Kühlsystem
  • Sehr gutes Overclocking-Potential
  • Schicke Optik

Negative Aspekte der KFA2 GeForce GTX 780 Hall of Fame:

  • Heftiger Aufpreis
  • Hohe Leistungsaufnahme
  • Geringer Lieferumfang