Seite 7: GPU-Boost 2.0 - Teil 1

GPU-Boost 2.0

NVIDIA GeForce GTX Titan
NVIDIA GeForce GTX Titan - GPU-Boost 2.0

Mit der GeForce GTX 680 führte NVIDIA ein wichtiges neues Feature ein: GPU-Boost. Mit der GeForce GTX Titan geht NVIDIA einen Schritt weiter und baut diese aus: GPU-Boost 2.0! Bei GPU-Boost 1.0 wird ein maximaler Verbrauch anhand der aktuell anspruchsvollsten Spiele gesucht. Die von der GPU erreichte Temperatur spielt hier noch keine Rolle und tritt allenfalls in Erscheinung, wenn die Shutdown-Temperatur erreicht wird. Der maximale Takt wurde also auf Basis der relativen Spannung ermittelt. Der Nachteil ist offensichtlich: GPU-Boost 1.0 konnte nicht verhindern, dass selbst bei einer eigentlich unkritischen Spannung eine zu hohe Temperatur erreicht wurde.

NVIDIA GeForce GTX Titan
NVIDIA GeForce GTX Titan - GPU-Boost 2.0

Bei der GeForce GTX Titan spielen künftig zwei Werte eine wichtige Rolle: Spannung und Temperatur. Zukünftig wird die relative Spannung (Vrel) also anhand dieser beiden Parameter bestimmt. Die Abhängigkeit der einzelnen GPUs aufgrund der Fertigung und Ausbeute bleibt aber natürlich bestehen und somit bleibt es auch dabei, dass nicht jede Karte wie die andere funktioniert. NVIDIA aber gibt an, dass technisch normiert ein 3-7 Prozent höherer Boost-Takt durch das Einbeziehen der Temperatur möglich ist. GPU-Boost 2.0 wäre theoretisch auch für ältere Karten möglich und umsetzbar, wird dort aber wohl nicht zum Einsatz kommen.

NVIDIA GeForce GTX Titan
NVIDIA GeForce GTX Titan - GPU-Boost 2.0

Schauen wir uns GPU-Boost 2.0 einmal etwas genauer an. Software wie das EVGA Precision Tool oder der MSI Afterburner sollen GPU-Boost 2.0 unterstützten. Uns stand das EVGA Precision Tool in Version 4.0.0 zur Verfügung.

NVIDIA GeForce GTX Titan
NVIDIA GeForce GTX Titan - GPU-Boost 2.0

GPU Boost 2.0 bezieht die Temperatur mit ein, kann bei niedriger Temperatur also noch mehr Spannung geben als zuvor. 80 °C sind die per Default gesetzte Zieltemperatur (Ttarget). Dies kommt vor allem Nutzern von Karten zu Gute, die eine Wasserkühlung verwenden, was für die GPU niedrige Temperaturen zur Folge hat. Extremere Kühlungen, z.B. mit LN2, bieten diesen Vorteil natürlich auch.

NVIDIA GeForce GTX Titan
NVIDIA GeForce GTX Titan - GPU-Boost 2.0

GPU-Boost 2.0 beinhaltet also alle aus der ersten Iteration bekannten Features und bietet darüber hinaus noch die Möglichkeit eine höhere Spannung anzulegen und somit höhere Taktraten zu erreichen. Weiterhin will man Overclockern die Möglichkeit geben, über das bisherige Maß hinaus an den Einstellungen zu drehen. Eine GPU-Overvoltage ist auf Wunsch möglich. Nutzer dieser Option müssen sich allerdings darüber im Klaren sein, dass sich die Lebensdauer reduziert.

NVIDIA GeForce GTX Titan
NVIDIA GeForce GTX Titan - GPU-Boost 2.0

Overclocker können Vrel also auf Vmax anheben (OverVoltaging). Dies ist etwas, was man bei GK104 weder dem Nutzer noch den Herstellern zutrauen wollte. Die EVGA GTX 680 Classified (Hardwareluxx-Artikel) ist ein schönes Beispiel. Hier wollte EVGA dem Nutzer über den EVBot eine größere Kontrolle über die Spannung geben. Letztendlich musste man die Zusatzhardware auf Drängen von NVIDIA wieder vom Markt nehmen. Mit GPU-Boost 2.0 bzw. der Möglichkeit ein OverVoltaging einzustellen, geht man einen Schritt auf diese Hersteller zu. Dazu wird es von der GeForce GTX Titan mehrere SKUs (also Modelle für die Hersteller) geben. Die Hersteller können also je nach Bedarf eine Standard-Version und eine OC-Version ordern. Sie müssen das OverVoltaging allerdings per VBIOS freischalten und eine Garantie für das jeweilige Setting gewährleisten.

NVIDIA GeForce GTX Titan
NVIDIA GeForce GTX Titan - GPU-Boost 2.0

Auf der folgenden Seite wollen wir uns GPU-Boost 2.0 und dessen Funktionsweise sowie die Auswirkungen auf Spannung, Temperatur und Takt noch einmal genauer anschauen.