Seite 7: Fazit

Während die Konkurrenz die Sichtfenster aktuell meist durch den Wechsel auf Echtglas aufwertet, versucht es Thermaltake einfach mit einer anderen Form. Durch das über die Seite und den Deckel gezogene Panoramafenster kommt die Hardware tatsächlich anders und besser zur Geltung. Einen ähnlichen Effekt erreichen andere Hersteller zwar auch mit mehreren Glasflächen (wie beispielsweise Lian Li beim PC-O10), den gewölbten Übergang können sie bisher aber nicht bieten. Und auch wenn Glas wertiger wirkt und weniger leicht zerkratzt, so ist es doch schwerer und vor allem teurer. 

Der Preis ist dann auch der zweite gewichtige Pluspunkt des View 27 - es kostet keine 70 Euro. Dabei bietet es durchaus noch mehr Besonderheiten als nur das besondere Panoramawindow. Die dunkel getönte Acrylfront kann beispielsweise gut mit LED-Lüftern kombiniert werden und wird so zu einem weiteren Hingucker neben dem Window. Und der zweigeteilte Innenraum wurde passenderweise so strukturiert, dass der Nutzer auch wirklich nur die aufgeräumte Mainboardkammer zu sehen bekommt. Dabei schneidet Thermaltake konsequent alte Zöpfe ab. Externe Laufwerksplätze gibt es nicht und 3,5-Zoll-Laufwerksplätze werden nur zwei geboten. Dafür können aber bis zu sechs 2,5-Zoll-Laufwerke untergebracht werden. Towerkühler sind hingegen trotz der zunehmenden Bedeutung von AiO-Kühlungen noch wichtig. Eine maximale Kühlerhöhe von offiziell nur 15,5 cm schränkt die Auswahl allerdings deutlich ein. Sehr viel besser ist es hingegen um die Grafikkartenlänge bestellt.

Auch das Kühlsystem präsentiert sich mit Stärken und Schwächen. Ein 360-mm-Frontradiatorenplatz ist in der Preisklasse des View 27 allemal bemerkenswert. Dafür sind sämtliche Lüfterplätze auf 120-mm-Lüfter beschränkt. Deckellüfterplätze gibt es wegen des Gull-Wing-Windows gleich gar nicht. Weil Thermaltake den einzigen vorinstallierten Lüfter maximal mit 1.000 U/min laufen lässt, kann die werkseitige Kühlleistung nicht ganz überzeugen. Gerade für leistungsstarke und kühlkritische Systeme müssen sich Nutzer Gedanken um andere (und im View 27 durchaus mögliche) Kühllösungen machen. 

Am Markt gibt es aktuell wohl kein Gehäuse, das mit dem View 27 direkt vergleichbar wäre. Gegenüber einem planen Window bietet sein Panoramafenster doch einen viel besseren Einblick in das Gehäuse. Die spektakulären Echtglas-Modelle spielen hingegen typischerweise in einer anderen Liga - vor allem auch mit Blick auf den Preis. Geht es hingegen nicht in erster Linie um den Show-Effekt, dann gibt im Preisbereich des View 27 durchaus einige Alternativen mit geringeren Einschränkungen. Ein Fractal Design Define S bietet beispielsweise sowohl konsequent 140-mm-Lüfterplätze als auch genug Platz für alle handelsüblichen Towerkühler. Und auch als Wasserkühlungsgehäuse ist es mit Installationsmöglichkeiten für Pumpe und Ausgleichsbehälter etwas besser aufgestellt.

Wer zu einem moderaten Preis aber einen Midi-Tower mit besonderem Panoramawindow sucht, für den dürfte das Thermaltake View 27 allemal eine attraktive Option sein.

Positive Aspekte des Thermaltake View 27:

  • Panoramawindow für bessere Einblicke in den Innenraum 
  • Zweikammeraufbau sorgt für Struktur und Ordnung
  • Kunststoffront stark getönt, aber transparent - interessante Kombinationen mit LED-Lüftern möglich
  • genug Platz für lange Grafikkarten und 360-mm-Frontradiator
  • genug Platz für das Kabelmanagement
  • werkzeuglose Montage der 3,5-Zoll-HDDs, Entkopplung der Laufwerksschubladen
  • Staubfilter in Boden und Front

Negative Aspekte des Thermaltake View 27:

  • maximale Kühlerhöhe für viele Towerkühler nicht ausreichend
  • maximal 120-mm-Lüfterplätze, ab Werk nur ein Lüfter inklusive
  • keine werkzeuglose Montage der Erweiterungskarten und der 2,5-Zoll-Laufwerke