Seite 10: Fazit

Das Cosmos II ist kein gewöhnliches Gehäuse. Selbst wenn man nur auf die Ausstattung achtet, bietet es sehr viel. Dass ein Gehäuse ein XL-ATX-Mainboard mit vier Grafikkarten, dreizehn Festplatten (darunter zwei in 3,5-Zoll-Hot-Swap-Einschübe), zehn Lüfter und zwei Dual-Radiatoren (inoffiziell auch Triple-Radiatoren) aufnehmen kann, ist nicht alltäglich. Gleiches gilt für das sehr gute Kabelmanagement, das umfangreich ausgestattete I/O-Panel und die funktionale Lüftersteuerung mit ganzen vier Kanälen.

Doch das Cosmos II ist mehr als nur ein etwas groß ausgefallener, funktionaler Tower. Man merkt dem Gehäuse an, mit wie viel Liebe zum Detail es entwickelt wurde. Am auffälligsten wird das bei den hervorragend gelösten Seitentüren, die jedes normale Seitenteil völlig in den Schatten stellen. Auch die Abdeckungen der Bedienelemente und der externen Laufwerke wirken ungemein wertig und edel. Die Tragegriffe bzw. Standschienen sind schon immer ein besonderes Merkmal der Cosmos-Serie. Beim Cosmos II kommen sie wieder zum Einsatz und überzeugen sowohl als praktische Transporthilfe als auch als Designelement. Das Design des Gehäuses ist insgesamt stimmig und markant, trotz der verschiedenen Materialien (und des leider etwas hohen Kunststoffanteils) wirkt der riesige Ultra-Tower wie aus einem Guss.

Geht man mit reiner Vernunft an eine Kaufentscheidung, steht natürlich die Frage nach dem Sinn eines 350-Euro-Gehäuses im Raum. Im heiß umkämpften Gehäusesegment bieten mittlerweile selbst günstigste Modelle eine beachtliche Ausstattung. Ab etwa 100 Euro gibt es bereits Full-Tower, die kaum Wünsche offen lassen. Ein gutes Beispiel dafür bietet Cooler Master selbst unter dem Gaming-Label CM Storm an. Das Trooper (zu unserem Test) nimmt wie das Cosmos II XL-ATX-Mainboards auf, bietet sogar etwas flexibler gestaltete Laufwerkskäfige und auch ein leistungsstarkes Kühlsystem mit einer sehr guten Lüftersteuerung. Auch die Verarbeitung ist durchaus überzeugend. Natürlich kann Cooler Masters Flaggschiff u.a. mit dem geräumigeren Innenraum auftrumpfen, aber für viele Nutzer dürfte es rein praktisch kaum einen Unterschied machen, ob sie ihre Komponenten in das CM Storm Trooper (bzw. ein vergleichbares Konkurrenzprodukt dieser Preisklasse) oder in das über 200 Euro teurere Cosmos einbauen. Wenn aber nicht nur Vernunftskriterien zählen, sondern auch Design, Haptik und außergewöhnliche Detaillösungen, dann spielt das Cosmos II in einer anderen Liga und sein hoher Preis wirkt angemessener. Wenn man zusätzlich bedenkt, dass Gehäuse in aller Regel deutlich seltener gewechselt werden als die meisten anderen PC-Komponenten, relativiert das den Preis noch weiter. 

Unsere Artikelüberschrift nimmt es bereits vorweg - das Cosmos II ist purer Luxus. Deutlich günstigere Gehäuse können eine in vielen Punkten vergleichbare Ausstattung bieten - das Flair von Cooler Masters Flaggschiff vermitteln sie aber deswegen noch lange nicht. Wer in einem Gehäuse mehr als nur eine banale Unterbringung für seine Hardware sieht, kann mit dem Cosmos II ein herausragendes Premium-Produkt erwerben. Wir verleihen deshalb unseren Exzellent-Hardware-Award.

Positive Aspekte des Cooler Master Cosmos II:

  • einzigartiges Luxus-Gehäuse
  • immenser Platz, u.a. für XL-ATX-Mainboards und 4-way-SLI/Quad-CrossFireX-Setups
  • edle Seitentüren, elegant gelöste Abdeckungen für Bedienschalter/externe Laufwerkseinschübe
  • robuste Tragegriffe/Standschienen
  • 13 HDD/SSD-Plätze, darunter zwei Hot-Swap-Einschübe für 3,5-Zoll-Laufwerke
  • werkzeuglose Montage von 3,5-/5,25-Zoll-Laufwerken und Erweiterungskarten
  • leistungsstarke Lüfterbestückung ab Werk, sehr gute Lüftersteuerung, leiser Betrieb möglich
  • Staubfilter vor allen Lufteinlässen
  • Platz für Dual-Radiator im Deckel bzw. in der Bodenkammer
  • hervorragendes Kabelmanagement
  • I/O-Panel mit USB 3.0 und eSATA

 Negative Aspekte des Cooler Master Cosmos II:

  • hohes Gewicht
  • HPTX-Mainboards nicht kompatibel
  • Hot-Swap-Einschübe nicht für 2,5-Zoll-Laufwerke geeignet