Seite 5: Praxiseinsatz und Fazit

In der Praxis

Die Predator Cestus gehört zu den wuchtigeren Gaming-Mäusen. Dafür sorgt nicht nur die breite Daumenablage, sondern auch die Gestaltung der Maus insgesamt. Nach unseren Eindrücken passt sie am besten zum Palm-Grip, also zu einer Haltung, bei der die Hand komplett auf der Maus abgelegt wird. Etwas irritierend sind zumindest anfänglich die hochgezogenen Flügel an den Haupttasten. Sie wirken schließlich wie eine seitliche Begrenzung für Zeige- und Ringfinger. Nach einer gewissen Nutzungsdauer tritt aber schnell ein Gewöhnnungseffekt ein.  

Mit ihren vier Gleitflächen ließ sich die Acer-Maus mühelos über das textile Testmauspad, ein SteelSeries QcK Heavy, navigieren. Der Sensor macht eine gute Figur. Das liegt allerdings weniger an den enormen 16.000 DPI, die man in der Praxis ohnehin nicht benötigt, sondern an der unverfälschten Umsetzung der Mausbewegungen. Auch in schnellen Shootern macht die Maus deshalb immer eine souveräne Figur. Auf der Produktseite wird nicht angegeben, welcher Sensor genau verbaut wird. Acer hat uns aber den Verdacht bestätigt, dass ein Pixart PMW-3389 eingesetzt wird. Der Sensor gehört zu den überzeugendsten High-End-Sensoren, die Pixart für kabelgebundene Mäuse anbietet.  

Über die Schiebeschalter an der Unterseite kann mühelos zwischen den Switch-Typen hin- und hergewechselt werden. Dieses Dual Omron Switch-Design bietet in der Praxis aber nur bedingt einen Mehrwert. Es ist zwar tatsächlich ein Unterschied zwischen den beiden Switchtypen hör- und spürbar, der Unterschied ist aber zu klein, um für die meisten Nutzer relevant sein zu dürfen. Damit bleibt der Vorteil, dass man beim Ausfall von einem Switch auf eine Reserve-Switch wechseln kann. Mit Blick auf die Lebensdauer der Omron-Switches dürfte der Reserve-Switch aber nur in den seltensten Fällen benötigt werden.    

Fazit

Dass Acer mit der Predator Cestus 510 hohe Ambitionen hat, macht schon der Preis von über 100 Euro klar. Passend dazu gibt es bei der Ausstattung der Maus einige Glanzstücke. Herzstück ist der überzeugende optische Sensor, der auch im harten Shooter-Einsatz überzeugen kann. Doch Acer hat sich auch einige Besonderheiten einfallen lassen. Die Wechselmöglichkeit zwischen zwei verschiedenen Switches unter den Haupttasten ist uns so zum ersten Mal begegnet. Einen klaren Unterschied zwischen beiden Switch-Typen darf man sich aber nicht erwarten. Manchen Nutzer mag es aber beruhigen, dass die Maus im Fall der Fälle auf Reserve-Switches zurückgegriffen werden kann.

Mit der farbenfrohen RGB-Beleuchtung, der DPI-Anzeige, dem Gewichtssystem und einigen austauschbaren Panelen zeigt sich die Predator Cestus 510 auf der Höhe der Zeit. Das Design der Maus wird mit den hochgezogenen Flügeln an den Haupttasten und der breiten Daumenablage aber die Geister scheiden. Etwas unglücklich ist dabei, dass das linke Seitenpanel anders als das rechte Seitenpanel nicht ausgetauscht werden kann. Anders als das Geschwistermodell Predator Cestus 500 ist die Cestus 510 zudem eine reine Rechtshändermaus. Die Quartermaster-Software hat am Testsystem nach einigen Anlaufschwierigkeiten ihren Zweck erfüllt, kann aber nicht ganz den Funktionsumfang von mancher Konkurrenzlösung bieten. 

Mit Blick auf die Preisgestaltung hat es die Predator Cestus 510 gegenüber der Konkurrenz auch generell nicht gerade leicht. Kabelgebundene Topmodelle der etablierten Konkurrenz sind teils deutlich günstiger. Die bewährte Logitech G502 Proteus Spectrum kostet beispielsweise aktuell nur halb so viel. Und auch manche überzeugende Drahtlos-Gaming-Maus ist günstiger. 

Letztlich kann die Acer Predator Cestus 510 zwar mit einigen Besonderheiten auf sich aufmerksam machen, hat mit Blick auf das Preis-Leistungs-Verhältnis aktuell aber einen schweren Stand. Hier bleibt die weiter Preisentwicklung abzuwarten.

Positive Aspekte der Acer Predator Cestus 510:

  • überzeugender optischer Sensor
  • doppelte Omron-Switches unter den Haupttasten
  • sinnvolle Tastenausstattung inkl. 4-Wege-Scrollrad, praktische DPI-Anzeige
  • rechtes Seitenpanel und Handballenauflage austauschbar, Gewichtssystem
  • übersichtliche Software mit sinnvollen Einstellungsmöglichkeiten
  • aufwändiges RGB-Beleuchtungssystem 

Negative Aspekte der Acer Predator Cestus 510:

  • gewöhnungsbedürftige Flügel an den Seiten der Haupttasten
  • linkes Seitenpanel trotz breiter Daumenablage nicht austauschbar
  • reine Rechtshändermaus