Seite 6: Fragen zur RAM-Taktfrequenz

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Was ist XMP?

XMP ist die Abkürzung für "Extreme Memory Profile", dessen Idee von Intel ab dem DDR3-SDRAM-Standard eingeführt wurde und technisch weniger versierten Anwendern dabei behilflich sein soll, auf einfache Weise einen hohen Speichertakt außerhalb des JEDEC-Standards betreiben zu können. Das Profil wird neben weiteren automatischen Konfigurationen via SPD-Verfahren (Serial Presence Detect) im EEPROM (Electrically Erasable Programmable Read Only Memory), einem kleinen, nicht flüchtigen Speicherchip auf den DIMMs abgelegt, das dann von den Mainboards mit XMP-Unterstützung ausgelesen und aktiviert werden kann. Es gibt auch Module, die gleich über zwei verschiedene Profile verfügen.

Im BIOS mit XMP-Unterstützung lässt sich dann zwischen einem der beiden Profile auswählen. Auch die AMD-Mainboards können das Extreme Memory Profile nutzen. Während bei ASUS das Feature D.O.C.P. bezeichnet wird, nennt es MSI hingegen A-XMP.

In dem Profil selbst sind die Ziel-Taktfrequenz, die Timings sowie die RAM-Spannung hinterlegt. Wird das Profil vom Anwender im BIOS aktiviert, werden die dafür nötigen Einstellungen automatisch hinterlegt. Der Anwender muss die neuen BIOS-Einstellungen lediglich speichern und den PC neu starten. So einfach es klingen mag, kann es jedoch auch zu Problemen kommen. Zum Beispiel dann, wenn DIMMs verwendet werden sollen, dessen XMP-Takt für den Memory-Controller ohne weiteres Zutun wesentlich zu hoch gesteckt ist. Demnach muss auch der Memory-Controller den hinterlegten Takt im XMP fahren können.

Das SPD-Verfahren ist dafür gedacht, um den Mainboards die erste Ansteuerung der DIMMs zu vereinfachen, damit zunächst ein stabiler Betrieb garantiert wird und der PC problemlos starten kann. Ohne diese Informationen wüsste das Mainboard nicht, wie es mit den DIMMs in Kontakt treten soll.

Wo liegt der "Sweet Spot" bei AMD- und Intel-Plattformen?

Zunächst einmal muss geklärt werden, was ein "Sweet Spot" ist. Damit ist ein Korridor gemeint, in dem das beste Verhältnis zwischen Leistung und Effizienz zu finden ist. Bei den derzeitigen Intel-Plattformen liegt der Sweet Spot bei DDR4-3600-Modulen, also einer effektiven Taktfrequenz von 3.600 MHz. Während die DDR4-3600-Module preislich erschwinglich sind, liefern sie eine hohe Leistung.

Bei den AMD-Plattformen ist die beste RAM-Taktfrequenz um 200 MHz höher und liegt damit bei effektiv 3.800 MHz. Allerdings nur dann, wenn die Infinity-Fabric-Taktfrequenz ebenfalls bei 3.800 MHz liegt, wodurch sich ein 1:1-Verhältnis ergibt. Diese Kombination ist jedoch nicht garantiert und es gehört neben der DIMM-Wahl auch eine gewisse Portion Glück dazu.

Da spezifizierte DDR4-3800-DIMMs relativ kostenintensiv sind und die Auswahl eher mau ist, können daher stattdessen DDR4-3600-Module gewählt und um 200 MHz übertaktet werden. Alternativ sucht man sich direkt DDR4-4000-Speicherriegel und geht mit dem Speichertakt um 200 MHz herunter. Aber: Je höher die Spezifikation, desto teurer in der Regel die Speichermodule. 

Wie stelle ich die RAM-Taktfrequenz manuell ein?

Sofern das BIOS auf dem Mainboard eine manuelle Veränderung des Speichertakts zulässt, ist diese Funktion eben dort in den Overclocking- und Spannungseinstellungen zu finden. Die breite Auswahl an Taktfrequenzen ist mit Hilfe von RAM-Teilern möglich. Während der Grundtakt des Gesamtsystems (Bus) bei 100 MHz liegt, erfolgt der Rest schlicht über einen Multiplikator, wie es auch beim Prozessortakt erfolgt.

Beispiel: DDR4-2666 erfolgt bei den AMD-Plattformen aus 26,66 x 100 MHz, während bei den Intel-Plattformen je nach RAM-Taktfrequenz der 100- oder 133-MHz-Referenztakt (100 MHz x 1 oder 100 MHz x 1,33) zum Einsatz kommt und DDR4-2666 beispielsweise aus 20 x 100 MHz x 1,33 gebildet wird.

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