Seite 8: Fazit, Meinung, Alternativen

Das Surface Pro ist Microsofts Interpretation von einem Windows 8-Tablet. Doch ist es wirklich DAS Windows 8-Tablet? Um die Frage beantworten zu können, muss man sowohl auf das Surface Pro selbst, aber auch alternative Modelle von anderen Herstellern im Blick behalten.

Beginnend beim Surface Pro lässt sich schon mit einem schnellen Blick auf die Spezifikationen erkennen, dass Microsoft bei der Wahl der einzelnen Komponenten ziemlich kompromisslos zu Werke gegangen ist. Ein Intel Core i5-Prozessor auf Basis der Ivy Bridge-Architektur bietet deutlich mehr Power als die üblichen ARM-Prozessoren, aber auch als tabletoptimierte Atommodelle. In Kombination mit 4 GB Arbeitsspeicher und einer schnellen SSD stehen mehr als genug Leistungsreserven für alle typischen Tabletanwendungen zur Verfügung - mehr noch, man kann praktisch alles auf das Surface Pro werfen, was man auch einem Ultrabook zumuten würde. Auch das Display überzeugt auf ganzer Linie. Die Full HD-Auflösung ist optimal für die Multimedianutzung, die Helligkeit und die Farbdarstellung sind vorbildlich. Bei der Anschlussbestückung kann sich das Tablet hingegen nicht von der Konkurrenz absetzen und ein 3G- oder LTE-Modell wird gleich gar nicht erst angeboten (ein Surfstick kann aber problemlos am USB-Port genutzt werden). Dafür ist der Digitizer ein bemerkenswertes Ausstattungsmerkmal, das vielen Konkurrenzmodellen fehlt. Auch in Bezug auf Material und Verarbeitung des Gehäuses beeindruckt das Surface Pro.

Die beiden Tastaturen, die optional angeboten werden, sind beeindruckend flach und besonders im Falle des Type-Covers eine deutliche Erleichterung für die Texteingabe. Microsoft verbaut sich durch die geringe Bauhöhe aber die Möglichkeit, zusätzliche Anschlüsse anbieten zu können. Noch schwerer wiegt, dass so kein Zweitakku integriert werden kann. Ein solcher Zweitakku in einem mitgelieferten Tastaturdock wäre noch eine Möglichkeit gewesen, das größte (technische) Manko des Surface Pro abzuschwächen: Die kurze Akkulaufzeit, die einen mobilen Einsatz erschwert. Angesichts dieses schwerwiegenden Kritikpunktes fallen weitere Nachteile der leistungsstarken Hardware wie das hohe Gewicht und die Dicke des Tablets, die aktive Kühlung und die relativ hohen Gehäusetemperaturen gleich weniger ins Gewicht.

Andere Windows 8-Tablets lassen sich aktuell in zwei Kategorien einteilen. Modelle mit Atomprozessor können oft beeindruckend lange Laufzeiten erreichen, erkaufen das aber mit einer spürbar schwächeren Performance. Die Tablets der zweiten Kategorie, denen das Surface Pro zuzurechnen ist, bieten dank eines Intel Core i-Prozessors viel Leistung, aber auch im Schnitt eine deutlich kürzere Akkulaufzeit. Aus dieser Kategorie haben wir neben dem Microsofttablet bisher Acers Iconia W700 getestet. Dieses Tablet ist zwar ähnlich ähnlich dick und schwer wie das Surface Pro, hält im Akkubetrieb aber deutlich länger durch. Gleichzeitig ist es wesentlich günstiger, die einfachste Aussstattungsvariante wird schon ab rund 600 Euro angeboten (und bei diesem Preis ist eine Bluetoothtastatur schon inklusive). Allerdings ist das Iconia W700 nicht ganz so sexy wie das Surface Pro, bietet keinen Kartenleser und nur eine unterdurchschnittliche W-LAN-Reichweite. Wenn die Tabletnutzung nicht im Vordergrund steht,  steht das Microsofttablet außerdem in Konkurrenz zu anderen Hybridgeräten wie z.B. Lenovos Yoga 13, aber auch zu reinen Ultrabooks. Das ASUS UX32VD ist in der Variante mit Full HD-Display beispielsweise günstiger als das Surface Pro mit einem Cover, lässt sich dafür aber deutlich besser als Notebook nutzen.

Das Surface Pro ermöglicht eine bemerkenswerte Windows 8-Erfahrung auf einem Tablet und legt die Messlatte für die Microsoftpartner hoch. Ein hoher Verkaufspreis (auch des Zubehörs) und die kurze Akkulaufzeit stehen aber sowohl einer uneingeschränkten Empfehlung als auch einem Verkaufserfolg im Wege. Es bleibt zu hoffen, dass zukünftige Surfacetablets auch in diesen beiden Punkten überzeugen können, denn der mit dem Surface Pro eingeschlagene Weg ist gerade für Windowsnutzer, die ein leistungsstarkes Tablet mit vertrautem Betriebssystem suchen, ein äußerst attraktiver.

Positive Aspekte des Microsoft Surface Pro:

  • leistungsstarke Hardware
  • brilliantes Full HD-Display
  • microSD-Kartenleser
  • robustes Metallgehäuse mit Kickstand
  • sehr schlanke Tastaturcover optional erhältlich

Negative Aspekte des Microsoft Surface Pro:

  • dick und schwer
  • Akkulaufzeit, aktive Kühlung, Temperatur unter Last
  • kein 3G/LTE-Modell