Ich habe nun ein Angebot bekommen, kann aber keine klare Entscheidung treffen. Bei uns im Unternehmen gab es die letzten Monate viel Chaos, Weggänge (u.a mit neuem Team- und Bereichsleiter) und generell viel Unzufriedenheit und schwer nachvollziehbare Entscheidungen. Entsprechend zeitweise hohe Arbeitslast und viel Verantwortung. Momentan legt es sich, aber das wird definitiv nicht dauerhaft so bleiben.
Der neue Job wäre inhaltlich interessant und auf jeden Fall eine Weiterentwicklung. Auf dem Papier klingen die Bedingungen erstmal besser, aber wenn man alles zusammennimmt ist der Unterschied nicht mehr so groß. Ich bin mir unsicher, ob das Risiko eines Wechsels das wert ist.
Aktuell: 36 Wochenstunden, sehr viel Flexibilität (kann im Prinzip arbeiten wie ich möchte), 80-90% HO, 40k Brutto + Bahnticket, jedoch kommen dazu noch ca. 8-10k (teilw. steuerfrei) für Bereitschaften in denen eigentlich nie etwas passiert, samt Freizeitausgleich (~100 Stunden im Jahr). Dafür zeitweise stressig und derzeit wenig Perspektive (könnte aber durch die neuen Führungskräfte auch wieder besser werden).
Neues Angebot: 40 Wochenstunden, mäßige Flexibilität (müsste wohl regelmäßig auch mal bis 16/17 Uhr arbeiten), 60% HO (entspricht ca. 4 Stunden Pendelzeit pro Woche), Gehalt knapp unter 60k, aber keine sonstigen Extras. Zwar 1 Tag mehr Urlaub aber weniger freie Tage durch den fehlenden Ausgleich. Natürlich mehr Perspektive und Weiterentwicklungsmöglichkeiten. Ich konnte anhand der Gespräche nicht gut einschätzen, wie gut die Infrastruktur läuft, da ständig Firmen aufgekauft werden. Mein ehemaliger Kollege der mich da gerne reinholen will fühlt sich sehr wohl, wir sind aber auch ein bisschen unterschiedlich was unsere Organisation und Co. angeht.
Ich habe sehr bald noch mein Jahresgespräch beim alten AG. Eigentlich wünsche ich mir nur etwas mehr Perspektive (und habe da auch Vorstellungen, die teils letztes Jahr geplant waren, aber durch die Weggänge und andere Prioritäten liegen blieben) sowie eine realistische finanzielle Honorierung für die gestiegene Verantwortung und die enorme Arbeitslast im letzten Jahr - das würde mir reichen. Gleichzeitig ist im Unternehmen im letzten Jahr so viel passiert, das ich mich frage, ob ich überhaupt wissen will, was da 2026 so kommen wird :/
Meine aktuelle Tendenz ist, zu bleiben, wenn ich alles umrechne auf einen effektiven Stundenlohn, ist der Unterschied nur noch marginal. Dazu kommt noch, das mir die Freizeit eigentlich mehr wert ist und ich auch nicht auf das Geld angewiesen bin. Meine monatlichen Lebenskosten liegen bei ca. 1200-1250€ und mein gemitteltes Nettoeinkommen lag 2025 bei 2620€ - dazu kommen noch 300€ Mietbeteiligung meiner Partnerin. Es bleiben also im Monat min. 1500-1600€ zum sparen und konsumieren.
Ich glaube, das niederzuschreiben, hat mir schon sehr geholfen bei der Entscheidungsfindung, aber vielleicht hat ja doch noch jemand eine Anregung oder gute Argumente
