Darauf erstmal noch mehr Überstunden für die verbleibenden MA anordnen, um der Lage Herr zu werden
Traurig, aber wahr.
Hat bisher auch so funktioniert, aber dieses Mal eben nicht mehr.
Es sind wirklich so viele krank, dass es unmöglich zu schaffen ist.
Ich bin ehrlich, ich finde es gut.
Die Firma steigert sich von Jahr zu Jahr, und dann stellt sich der Vorstand hin, und sagt freudestrahlend:
Wir haben eine unabhängige Firma beauftragt, und diese hat errechnet, dass der Benchmark für die Lohnrunde 2% beträgt....
Es ist aber wirklich nicht nachzuvollziehen.
Wir haben 4 mal im Jahr eine Vollversammlung, die letzte in 2025 ist wirklich eskaliert.
Es war sogar ein hohes Tier vom Vorstand vor Ort, und wurde mit der knallharten Realität konfrontiert.
Die Abteilung, welche immer am ersten von verpflichtenden Überstunden betroffen ist, ist zugleich die, welche nur Normalschicht arbeitet.
Es gibt da einige, die einen Nebenjob haben, damit sie über die Runden kommen, und das wurde Ende 2025 auch klar kommuniziert - man kann keine Überstunden mehr leisten, da man noch einen Zweitjob hat.
Alle Vorschläge, die den Kollegen mehr Geld bringen, werden abgelehnt.
Schichtmodell? Nein, geht auch so.
Überstunden bezahlen? Nein, Freizeitausgleich ist viel besser.
Leute Einstellen? Nein, wir müssen „enger zusammenrücken“...
Mich freut es, das jetzt auch die meisten der alten Garde gecheckt haben, dass sie nur noch ausgenutzt werden.
In meiner Abteilung geht es zum Glück nicht, da 3 Schichtbetrieb, und dann würden wir uns auf den Füßen stehen.
Da geht man den Weg mit zb. 6. Nachtschicht, das machen die meisten aber gerne, da hier zumindest die Nachtzuschläge ausbezahlt werden müssen.
Das war super bei meinem Lohngespräch letztes Jahr:
"Loui, du warst in 2024 keine eine Zusatznachtschicht da!"
"Stimmt Chef, und das habe ich auch 2025 nicht vor!"
Wie er mich angeschaut hat, sensationell.
Bitte nicht falsch verstehen:
Ich bin keiner, der sich krankmeldet, oder seine Arbeit nicht ordentlich macht - aber ich lasse mich aber auch nicht ausnutzen.
Es ist IMMER ein Geben und Nehmen, sei es zu Hause, oder eben auf der Arbeit, und wenn es einseitig wird, dann bin ich raus.
Wir haben schon Großaufträge hereinbekommen, wo wirklich mal 6 - 8 Wochen täglich 10 Stunden gearbeitet wurde, aber das war dann überschaubar, und hat auch Sinn gemacht, und bei den Lohnrunden gabe es mindestens 5%, meist mehr, und individuell auch mal bis zu 10%.
Jetzt ist es normal, Überstunden zu leisten, um Lohnkosten zu sparen.
Seit unsere alten Chefs in Rente sind, und die neuen übernommen haben, zählt der MA kaum noch was.
Ich sage es schon seit Jahren, Führungskräfte würden in meiner Firma mindestens ein halbes Jahr voll Mitarbeiten, dass sie auch mal sehen, um was es überhaupt geht.