[Sammelthread] Der Gehalts- und Arbeitsplatzthread

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Wie wird so jemand gängig in der klassischen IT genannt? Anwendungsbertreuer, Product Owner, Application Manager und was sind die gängigen Gehaltsvorstellungen die man dort erwarten kann? Bin in der Firma seit über 10 Jahren, und hab mich vom Sachbearbeiter hoch gearbeitet (hab zwei kaufmännische Ausbildungen, Wirtschaftsassistent und Industriekaufmann und ein halbes BWL Studium ;), war vor meiner jetztigen Stelle im Entstörbereich für die Prozess und Ablaufsteuerung in der Disposition zuständig, heißt ich hab diese Abteilung fachlich komplett geleitet, vom Auftragseingang bis zur Abrechnung, und hab den Außendienst mit betreut ohne aber disziplinarisch für die Leute verantwortlich zu sein, hab das damals extra ausgeschlossen.
Anwendungsbetreuer oder Application Manager passt schon. Je nachdem wie international du unterwegs sein willst :fresse:
Gehaltsvorstellungen hängt von sehr vielen Faktoren ab. Wie relevant ist das System auf dem Markt (mögliche Dienstleister, andere Bewerber etc.). So wie du es schreibst, klingt das nach einer kleinen Software-Lösung, bei denen von beiden Punkten wenig vorhanden wäre.
Aber eins dazu: Deine "Ersetzbarkeit" oder eben "Unersetzbarkeit" für ein Unternehmen kannst du dir im Normalfall in die Haare schmieren bei Gehaltsverhandlungen.
 
@Nubert
Das ist für mich so ein Zwischending von Anwendungsbetreuer und Inhouse Consultant.
Wobei jede Firma die Position für sich interpretiert. Bei den einen ist der Anwendungsbetreuer nur der der kleinere Sachen macht und sich hauptsächlich darum kümmert, dass alle mit den Programmen arbeiten können. Bei anderen Firmen muss er den gesamten Bauchladen an Skills für die Programme mitbringen.
Ich war vor 2 Jahren in einer ähnlichen Position wie du und war Inhouse Consultant, da wir auch einen Support hatten der klassische Fehler abgearbeitet hat und ich fast nur an den Systemen gearbeitet habe und die Fachabteilungen beraten habe.
Wegen Gehalt, mach dir nicht zu große Hoffnungen. Ersetzbar ist jeder, nur mit mehr oder weniger Schmerz.
 
Auch mal ein Update von mir. Bin immer noch im selben UN. Hatte letzte Woche meine erste richtige Gehaltsverhandlung. Bin mit +9% raus lande jetzt bei knapp 54.000€. 2022 und 2023 gibt es dann jeweils nochmal 5% on Top bin mit dem Ergebnis ganz zufrieden, insbesondere da die Wertschätzung auf beiden Seiten geben ist und Aufstiegsmäßig sofern ich das denn auch möchte gutes Potenzial vorhanden ist.

Glückwunsch zur erfolgreichen Verhandlung. Meine Partnerin ist auch im Controlling (seit ca. 2 Jahren) und verdient etwa das gleiche.
 
Kleine Lösung ist es nicht wirklich, das System soll so ist der Plan nach und nach überall in der Firma eingesetzt werden, wäre also das Hauptauftragssystem für alle Mitarbeiter, klar mittelfristig 5-10 Jahre bei allen, aber denke der nächste Bereich dürfte bereits in 1-2 Jahren damit live gehen.
Ich meinte mit der Größe der Lösung, die auf dem Markt und nicht bei euch intern. Ist es etwas, was dich für den Markt relevant macht bzw. ist es etwas, wofür das Unternehmen am Markt Know-How bekommen kann.

Wie gesagt, mir geht es eher darum raus zu finden, ob ich da wo ich stehe gut unterwegs bin oder eher weniger, was hast du damals verdient?

Die Zahlen im Netz bei Anwendungsbetreuer liegen ziemlich niedrig, die Zahlen vom Inhouse Consultant https://www.stellenanzeigen.de/gehalt-vergleich/inhouse_consultant/ scheinen da eher zu passen, wenn ich das so auf unsere Welt in der Firma übersetze
Da kann dir wohl keiner eine wirklich verlässliche Auskunft zu geben. Das ist einfach absolut individuell und hängt, wie bereits gesagt, von der Lösung an sich auch ab.
Es ist ein riesiger Unterschied, ob du Anwendungsbetreuer/Inhouse Consultant eines SAP Moduls oder einer von einer 3-Mann Consulting Bude aus der Nachbarstadt entwickelten Angebots- und Auftragsverwaltungslösung bist.
 
Oha, so wenig, bei uns verdienen ja normale Sachbearbeiterinnen schon 42k, gut vielleicht liegt es auch meine vorherigen Tätigkeiten, aber da bin ja schon seit Ewigkeiten drüber.
industrie? große firma? nicht jeder arbeitet dort. ich habe mich als ing in diversen firmen beworben und war auch auf empfehlung bei der ein oder anderen firma mal zum gespräch, aber jeder schluckte wie wie ein abgesoffenes u-boot, als ich mit 60k ankam. mit 10jahre+ erfahrung

Wer lesen kann ist klar im Vorteil...Abhängigkeit ist ungleich unersetzbar, und das jeder wirklich jeder ersetzbar ist, ist nur eine Frage von Zeit, beim einen geht es schneller beim andern nicht so schnell
natürlich ist jeder ersetzbar, selbst der chef. es ist immer eine frage, ob man die person oder abteilung ersetzen kann, bevor die firma pleite geht. einige müssen sich mal davon verabschieden, das die firmen gefühlt unendlich viel geld haben. in firmen mit 20mitarbeitern, wo der meister/vorarbeiter nach 30jahren plötzlich weg ist ohne einarbeitung eines neuen, hat echt gute chancen, das nicht zu überstehen. die besten chancen bestehen noch, wenn jemand das übernimmt, der vorher schon sein vertreter war oder sonstwie die prozesse wenigstens halbwegs kennt. ohne echte einarbeitung durch dritte ist das in komplexen themen echt hart.
ich habe neue konstrukteure in firmen gesehen, wo vorher die gesamte konstruktion gegangen ist. es gab keinerlei einweisung, hilfe oder ähnliches. die neuen mitarbeiter wurden einfach ins büro gesetzt und dann viel spaß - hier der rechner, hier das projekt und ein termin, den selbst 5jahre eingearbeitete personen unter druck gesetzt hätten. im prinzip war diese abteilung nun doch nicht ersetzbar gewesen, da niemand - nichtmal der chef - wusste, wie was wo funktionierte. die projekte liefen scheiße, ausführende langjährige mitarbeiter wurden unzufrieden und der ein oder andere ging, kunden kamen mit vertragsstrafen, das fertige produkt entsprach nicht dem, was der kunde berstellt hat bla bla bla...
 
ich habe neue konstrukteure in firmen gesehen, wo vorher die gesamte konstruktion gegangen ist. es gab keinerlei einweisung, hilfe oder ähnliches. die neuen mitarbeiter wurden einfach ins büro gesetzt und dann viel spaß - hier der rechner, hier das projekt und ein termin, den selbst 5jahre eingearbeitete personen unter druck gesetzt hätten. im prinzip war diese abteilung nun doch nicht ersetzbar gewesen, da niemand - nichtmal der chef - wusste, wie was wo funktionierte. die projekte liefen scheiße, ausführende langjährige mitarbeiter wurden unzufrieden und der ein oder andere ging, kunden kamen mit vertragsstrafen, das fertige produkt entsprach nicht dem, was der kunde berste
Bei solchen Unternehmen läuft aber irgendwas anderes ganz grundsätzlich schief und die verschwinden dann vollkommen zurecht komplett.
 
Bei solchen Unternehmen läuft aber irgendwas anderes ganz grundsätzlich schief und die verschwinden dann vollkommen zurecht komplett.
beziehungsweise beim chef der einen da hin sitzt. habe mich beim zweiten arbeitgeber die ersten 3 wochen auch gelangweilt, aber die firma war gut.
 
beziehungsweise beim chef der einen da hin sitzt. habe mich beim zweiten arbeitgeber die ersten 3 wochen auch gelangweilt, aber die firma war gut.
Wenn alle Arbeitnehmer einer Abteilung in einer koordinieren Aktion gleichzeitig kündigen ist das der größte Stinkefinger den die Jungs und Mädels haben.

Damit es zu einer solchen Aktion kommt, wo jeder weiß dass es das Unternehmen sehr wahrscheinlich nicht überlebt muss so viel blanker Hass im Spiel sein, das muss ein Inhaber oder Geschäftsführer erstmal schaffen aufzubauen und das Team dermaßen zu verprellen.

Die guten sind immer zuerst Weg, aber in solchen Fällen stecken die guten ja zurück und bleiben extra noch ein bisschen damit die anderen auch einen neuen Job haben. Das ist ein Statement, das ist keine Gelegenheit mehr.
 
Oha, so wenig, bei uns verdienen ja normale Sachbearbeiterinnen schon 42k, gut vielleicht liegt es auch meine vorherigen Tätigkeiten, aber da bin ja schon seit Ewigkeiten drüber.
Für die Tätigkeit waren wir auch niedrig eingruppiert. Mitunter ein Grund warum ich vor 2 Jahren gewechselt bin. Heute liege ich da auch deutlich drüber.
 
Wenn alle Arbeitnehmer einer Abteilung in einer koordinieren Aktion gleichzeitig kündigen ist das der größte Stinkefinger den die Jungs und Mädels haben. Damit es zu einer solchen Aktion kommt, wo jeder weiß dass es das Unternehmen sehr wahrscheinlich nicht überlebt muss so viel blanker Hass im Spiel sein, das muss ein Inhaber oder Geschäftsführer erstmal schaffen aufzubauen und das Team dermaßen zu verprellen. Die guten sind immer zuerst Weg, aber in solchen Fällen stecken die guten ja zurück und bleiben extra noch ein bisschen damit die anderen auch einen neuen Job haben. Das ist ein Statement, das ist keine Gelegenheit mehr.

Bei meiner alten Firma war es so ähnlich: innerhalb von etwas weniger als 1,5 Jahren haben sage und schreibe 13 Leute gekündigt. Ich war auch darunter. Bei einer Abteilung von 55 Leuten ist das schon schmerzhaft, auch weil es lange Einarbeitungszeiten gab. Die GL hat es aber genutzt um direkt Personal zu reduzieren bzw. kein neues Personal zu genehmigen. Letztes Jahr kam auch raus, dass von allen Stellen in der Firma 25% abgebaut werden sollen.

Für meine alten Kollegen tut es mir leid, denn der Stress wird mit weniger Personal noch weiter steigen während das Gehalt durch die Gewinnbeteiligungen weniger wird.
 
Bei mir neu:
Umzug 200km weit weg vom Arbeitgeber.
Neuer Arbeitsvertrag mit 4 Tage HomeOffice und ein flexibler Tag in der Woche vor Ort im Büro oder als Dienstreisetätigkeit.
Gehaltlich seit Januar 2021 A12 Landesbeamter - pünktlich zum 30. Geburtstag.
Interessant wird es wie es auf Dauer weiter geht mit Gehaltssteigerung :3
 
Als Beamter so einen "flexiblen" Vertrag? Das ist aber unglaublich ungewöhnlich.
 
Beamter muss man aber sein können, ich könnte das niemals machen, mein innerliche Leistungswille ist für sowas einfach zu hoch

Komisch wie hart der Aberglaube sich hält, dass Beamten automatisch faul wären. Das mag es irgendwelchen Kommunalverwaltungen geben, kommt vor - kommt auch in der freien Wirtschaft vor, dass Faulpelze sich bis zur Rente durchwurschteln.

Ich kenne beides - absolute Faulpelze in der freien Wirtschaft, und Top-Beamten die nicht von der Politik oder Vorgesetzten gebremst werden und einen super Job machen. Es gibt Themen, da muss sich ein Mitarbeiter vollständig mit der Sache beschäftigen können, ohne mit einer Gehirnhälfte immer auf Gewinn und Verlust des Unternehmens fixiert zu sein.
 
3800 netto bei 34h und sich dabei nen Lachs machen? Da bin ich sofort dabei, wo kann man unterschreiben?

Verstehe nicht ganz warum man sowas negativ darstellen sollte, ist doch top wenn man neben dem Job noch Zeit und Kraft hat sich mit anderen Dingen zu beschäftigen. Diese Leute die sich nur über ihre Arbeit und ihre vermeindlichen "Leistungen" profilieren sollten sich mal Hobbies suchen.
 
Komisch wie hart der Aberglaube sich hält, dass Beamten automatisch faul wären. Das mag es irgendwelchen Kommunalverwaltungen geben, kommt vor - kommt auch in der freien Wirtschaft vor, dass Faulpelze sich bis zur Rente durchwurschteln.

Ich kenne beides - absolute Faulpelze in der freien Wirtschaft, und Top-Beamten die nicht von der Politik oder Vorgesetzten gebremst werden und einen super Job machen. Es gibt Themen, da muss sich ein Mitarbeiter vollständig mit der Sache beschäftigen können, ohne mit einer Gehirnhälfte immer auf Gewinn und Verlust des Unternehmens fixiert zu sein.
Sicher ist das ziemlich überspitzt aber ich habe mittlerweile so viele Behörden und/oder öffentliche Stellen (Landes- und Bundesebene) von Innen gesehen und alle hatten gemeinsam, dass da schwerlich irgendwas ging. Das arbeiten da war super entspannend aber auf die Dauer würde ich bei allen einfach eingehen. Natürlich gibt es sowas auch in der freien Wirtschaft nur ist es da wesentlich seltener und meist eher von Einzelpersonen ausgehend und nicht die Einstellung der ganzen Firma
 
Je größer der Konzern, desto mehr hat man sowas. Beim Staat kommt dann noch die Bürokratie hinzu, die vieles zwangsläufig langsamer macht, weil man dauernd auf andere Stellen wartet..
 
Wenn ich mir schon die ganzen Dokumente zum Thema E-Akte anschaue und man eigentlich etwas sehr simples so verkompliziert, wundert mich im öffentlichen Dienst vieles nicht mehr.
 
E-Akte in der Justiz ist auch eine spannende Sache... so gesehen die größte bzw. gravierendste Änderung seit den...30ern!? Klar ist vieles bereits datenbankgestützt, aber letztendlich arbeiten (Staats-)Anwälte und das gesamte Justizsystem über Aktenzeichen, Register und co. in Papierform.
 
Wie läuft denn das mit übermittelten Dokumenten bei beA oder EGVP? Ausdrucken und in die Akte legen? :d
 
Ja, genau so.
 
In großen Konzernen läuft es aber teils noch langsamer als in Behörden bis zB mal was entschieden wurde.

Ist so. Aus persönlicher Erfahrung in einem Konzern mit 100.000 MA:

Bürostuhl - circa 6 Monate
Schrank - circa 3 Monate
Visitenkarten - circa 2-4 Monate
Firmenhandy - mindestens 2 Monate
usw.

Für jeden Mist musste ein Investantrag bei der GL gestellt werden, wurde mit den Jahren immer schlimmer. Auswirkungen auf die Stimmung bzw. Arbeitsmoral muss ich nicht erklären.
 
Wenn du jetzt die Möglichkeit hättest, dir selbst 20% mehr Lohn zu geben, vielleicht sogar noch 10.000 € Bonuszahlung - während Kollegen oder Hilfsarbeiter nichts bekommen - würdest du etwa ablehnen?

Ja.

Einfach mal etwas Demut zeigen und sich drüber freuen, dass es sowas überhaupt gibt...

So ein Ausdruck kam mir bisher nur von den Leuten entgegen, die auf der anderen Seite des Tisches sitzen. Um es mal überspitzt darzustellen:

"Seid doch froh, dass ihr nur 10% unter Mindestlohn bezahlt werdet. Wenn ihr es nicht macht, macht es jemand anderes!".
 
Mir ist heute wieder der Gedanke gekommen, das "theoretisch" nicht mehr gezahlt werden kann.
Weil die Arbeitnehmer dann früher in Rente gehen und vorher schon anfangen weniger Stunden zu arbeiten.

Thema: demografischer Wandel und (billige :d) Fachkräfte Mangel.

Wenn ich genug verdiene reduziere ich die Arbeitszeit und geh früher in Rente.

Das versucht die Wirtschaft und die Politik zu verhindern ( den Behörden fehlt ja auch das "billige" Personal.)

Ich hoffe ihr versteht meinen Gedanken.

Grüße Kazuja
 
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