[Sammelthread] Der Gehalts- und Arbeitsplatzthread

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Erst einmal danke für die Anerkennung :)

Also die Hyperscaler zahlen wohl allesamt ähnlich und es ist definitiv ein völlig anderes Niveau als ich von deutschen Firmen oder dem Umfeld meiner Bekannten kenne.
D.h. Fix+Variable sind ein paar Etagen versetzt, den Rest machen Stocks.
Während ich bei all meinen AGs im Vorfeld immer wieder Diskussionen über die Vergütung in der Belegschaft an der Tagesordnung waren, ist das bei Google kein Thema.
Ich habe das Gefühl, die Leute fühlen sich sehr gut bezahlt und es sind keine monetären Faktoren, die weiter motivieren.

Wie erwähnt, wird im Gegenzug dafür viel verlangt - grob gesagt kann man sagen, dass Google im Hiring nach Menschen sucht, die einen (oft fehlenden Skill) mitbringen, die aber vor allem kognitiv/aus Sicht der Motivation in der Lage sind, von heut auf morgen etwas völlig anderes zu machen. Das funktioniert nur, wenn man sich permanent selbst enabled und fortbildet.
Die Firma bietet dafür zwar alles (es gibt unzählige Communities; Playground) aber wenn man nicht den eigenen Antrieb mitbringt, nach Feierabend aus Interesse und Neugier bspw. einen Kubernetes Cluster aufzusetzen. oder etwas mit BigQuery rumzuspielen, wird man langfristig wahrscheinlich nicht mehr hinterherkommen.
Unterstützt wird das ganze von einer, für mich sehr neuen und exotischen Kultur: gefühlt arbeitet man mit 100 StartUps innerhalb Organisationen zusammen, die immer eine Aufbruchsmentalität mitbringen - auf der Kehrseite ist dafür Skalierung eine Challenge.
Man muss neben der Leistung auch das eigene Marketing im Kopf haben - einfach nur gut arbeiten, wäre in Schulnoten eine 3. Will man herausstechen, muss man die eigenen Ergebnisse intern auch verkaufen, eine eigene Brand um sich schaffen...das fordert natürlich.

Zur Einordnung in meinem Fall: Ich habe Wirtschaftsinformatik dual studiert und war seitdem immer im SAP Beratungsgeschäft, später im Management des Service/Supportbereichs bei SAP (das ist allerdings auch mehr Consulting als Support). Ich denke, man nahm mich, weil ich 18 Jahre SAP Projekt/Kundenerfahrung mitbrachte, vom Hersteller kam, recht jung bin (36) in den 8 Interviews am Ende das Bild hinterlassen habe, anpassungsfähig zu sein: bpsw. wurden in einem technischen Interview bei mir Defizite festgestellt, weil ich im Vorfeld nie mit GCP gearbeitet habe. Deswegen gab es die Auflage möglichst schnell eine entsprechende Zertifizierung abzulegen (ich hatte mal darüber berichtet; war für mich weit schwerer als Abi/Studium) um zu belegen, dass die Lücke einfach gestopft wurde.
 
Finde auch, dass sich das ziemlich cool anhört aber gleichzeitig wüsste ich nicht wie ich das mit meinem Leben vereinbaren soll. Es gibt so viele Dinge ich gerne lernen würde aber nach Feierabend und Kinderbetreuung ist mein Hirn echt durch. Vlt. schätze ich das auch falsch ein aber @Vantim du hast ja glaube ich keine Kinder, wie ist das im Umfeld bei deinen Kollegen? Ist das Level noch leistbar wenn man sich auch noch um Kinder kümmern muss (also ich meine jetzt wirklich kümmern, nicht dass man Kinder hat und der Partner macht alles zuhause).
 
Klingt jetzt aber auch nicht nach was, was man als Familienvater mit arbeitender Frau schafft. Interessiere mich für viel, würde gern einiges probieren aber nach 13-15h Job und caretime ist schlicht kein zeitfenster unter der woche und am we will der haushalt gemacht sein und die zwerge betreut. Oder kriegt man dann so viel geld, dass man das alles extern vergeben kann? :fresse:

Edit: ah ja, 2 dumme, ein gedanke @Tundor. ^^
 
Naja, entweder haste dann die Hausfrau zuhause, die sich um Kinder, Haushalt und dich kümmert. Oder deine Frau/Partnerin arbeitet ebenfalls und es gibt die Nanny und Haushaltshilfe.
Respekt für diejenigen, die so ein tief ins Private einschneidendes Berufsleben durchziehen können ohne Burnout.
 
Oder kriegt man dann so viel geld, dass man das alles extern vergeben kann? :fresse:
Sicherlich gut machbar bei den Google-Gehältern. Befreundetes Arztpärchen hat z.B. ne Aupair, eine Haushaltshilfe für Kochen/Putzen als Halbtagsjob und nen Teilzeitgärtner. Beide mit eigener Praxis und angestellten Ärzten - also mehr als Fulltime-Jos. Wäre alles so gar nicht meins ...
 
Meins auch nicht. Wozu soviel geld, wenn ichs dann dafür ausgebe UND wenig Zeit für meine Kinder hab, die sich dann früher oder später auch ein stück weit entfremden. Daher auch der Smiley.

Sind halt diese alltäglichen Widersprüche überall, die in Teilen sogar noch gefördert werden, weil irgendeiner es immer mitmacht. Siehe auch wie einsteiger bei (investment)banken oder Prüfungs-/Beratungsunternehmen.

PS: warum findet eigentlich der selbsternannte Lowperformer des Forums das alles immer so witzig? Und weshalb sieht man eigentlich Reaktionen von ignorierten Usern? Maximale Inkonsequenz…
 
Sicherlich gut machbar bei den Google-Gehältern. Befreundetes Arztpärchen hat z.B. ne Aupair, eine Haushaltshilfe für Kochen/Putzen als Halbtagsjob und nen Teilzeitgärtner. Beide mit eigener Praxis und angestellten Ärzten - also mehr als Fulltime-Jos. Wäre alles so gar nicht meins ...
man kann nur selbst wissen was man will. Karriere (und im besten Fall Geld), oder eben mehr Fokus auf Familie (nein, die Familienarbeit abzugeben zählt da nicht imo)

Das ist eben eine Entscheidung die man irgendwann treffen muss. Ich habe mir vor vielen Jahren gesagt: jeden Tag Frühstück und Abendbrot mit den Kindern und der Familie. Wochenenden ohne Arbeit. Keine Überstunden. Macht was euch glücklich macht und passt in jedem Fall auf euch auf. Beide Seiten der Medaille haben extreme Schattenseiten :)
 
Ich bezeichne mich selber immer als freizeitorientierten Mitarbeiter, wäre also auch nichts für mich :d
 
Kinder haben wir keine- für mich persönlich mit dem Karrierepfad sehr schwer vereinbar und nicht vorstellbar.
Google fördert da aber viel: Recht viele haben das Kind einfach mit im Büro, völlige Flex- und Remotearbeit etc.

Putzkraft etc. haben wir keine. Nach einem 12h-Tag putz ich mit Musik auf den Ohren in der Tat gern 🙂
 
Zuletzt bearbeitet:
recht jung bin (36)
Gibt es denn mit "Vantims" mit Baujahr 1980 und 1970 aus?

Wie sieht denn die Perspektive so grundsätzlich aus?
Also nicht dieses plumpe "wo sehen sie sich n 10 Jahren?" Ding.
Also eher die Richtung langfristige Personalstrategie bzw. der demografische Wandel in der Firma?

Mein Blick von außen ist, dass man eigentlich relativ viel über junge MAs drehen muss.
Es ist also nicht so, dass man jetzt nen Altersschnitt hat und der dann eben Jahr für Jahr steigt und durch natürlich Fluktuation nur marginal beeinflusst wird.
Also Heute 100k im 30er Schnitt ist mit Nichten eben in 10 Jahren ein 40er Schntt.
Und ne Demografikaskade sehe ich auch nicht.
Also 20k 20er, 20k 30er, 20k 40er, 20k 50er und 20k 60er und dann FiFo-Style würde ich jetzt auch nicht erwarten.
Man hat overall also einen Schnitt von 40.
-> es gibt also ne Art Obergrenze (für jeden individuell); Führung und Seniors mal außen vor, aber nur Führung/Seniors gibt es halt auch nicht
Man muss also eigentlich einen Schnitt haben, der deutlich unter 40 liegt.

Wie sind da die Einblicke?
Was ich so bei Amazon gesehen habe, Projektarbeit, sind die da schon eher jünger und natürlich ist die Arbeitsumgebung nicht die der Postzentrale.
 
Wenn ich das so lese sehe ich mich auch nicht bei Google. Aber gut für die, die darauf Bock haben und geeignet sind. :)

12h Tage oder WE klar, während Crunch Times oder kurz vor dem nächsten Steering. Aber dafür gibt's dann auch die 4h Tage. Und keiner fragt. Mein Euro/echte Arbeitsstunde Gehalt geht für mich in Ordnung. :d
 
Ich bin mir nicht ganz sicher, wie deine Frage lautet. In meinem Umfeld sollte der Altersschnitt bei 35 - 45 liegen, mittlere Betriebszugehörigkeit bei 4 Jahren.
Es gibt auch Kollegen um die 25 (quasi zweite/dritte Station nach dem Studium), das waren bislang alles absolut verrückte Überflieger, die Genies ihres Jahrgangs
 
Und die etlichen "für mich wäre das nichts" sind eigentlich ein gutes Zeichen, denn das nimmt einer Neidebatte immer die Luft aus den Segeln. Wenn klar ist, von nichts kommt nichts. Danke für die Einblicke.
 
Ein gutes Beispiel für die Arbeitsweise dort:
Irgendein Projekt wurde vor 3 Jahren schon einmal gemacht. Sagen wir die Migration eines internationalen Lieferdienstes, der Arznei mit Drohnen ausliefert (also schon etwas spezieller, viele Anforderungen, fancy).
Jetzt gibt es drei Jahre später ein ähnliches Projekt.

Dann erwartet man, dass man das damalige Team befragen kann, Projektartefakte übertragbar sind etc.. Bei meinem vorherigen AGs wäre das der Fall gewesen, da war es völlig üblich dass Kollegen auch mal 5-10 Jahre das selbe machen, gleiches Team/Themen etc….

Bei Google ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass die damaligen Projektmitglieder völlig verstreut sind:
einer macht jetzt YouTube, der andere Maps oder TPU-Entwicklung, wieder einer hat sich im Silicon Valley mit einem Startup abgesetzt usw..
Die damaligen Leute haben maximal noch ein paar Fallstricke im Kopf, aber an sich startet man bei null (Thema: Skallierbarkeit)

Irgendwann begreift man aber, dass die Möglichkeiten völlig neue sind, ehemalige Limits sind mittlerweile völlig versetzt usw.
D.h. Der Frust, das Rad immer wieder neu und besser erfinden zu müssen, wandelt sich irgendwann in den Antrieb eine Aufgabe auch mit frischer Neugier als neuen Wettbewerb zu verstehen. Das erfordert in meinen Augen ein gewisses Mindset, dass man nur mit viel Zeitinvest bewerkstelligen kann. Vielleicht testen viele damit auch ihre eigenen Grenzen aus und sagen zufrieden nach 4-8 Jahren, dass eine entspanntere Phase notwendig ist.
Zusammengefasst würde ich also sagen, dass Google nicht der beste Tech-Arbeitgeber der Welt ist, aber für einen gewissen Typus Mensch durchaus ein einmaliges Paradis
 
Klingt schon echt spannend aber mir würden da einfach die Kapazitäten fehlen.

Eventuell ist das in 3-5 Jahren wieder etwas anders aber aktuell bin ich froh mit dem Minimalprinzip über die Runden zu kommen, Familie haben kostet schon maximal Energie teilweise.

Ändert natürlich nix daran das ich auch gern 200k im Jahr verdienen würde.
 
Und die etlichen "für mich wäre das nichts" sind eigentlich ein gutes Zeichen, denn das nimmt einer Neidebatte immer die Luft aus den Segeln. Wenn klar ist, von nichts kommt nichts. Danke für die Einblicke.
Ich weiß nicht ob es hier eine Neiddebatte geben würde. Sind ja alle ganz gut dabei. Selbst wenn ich mich berufen fühlen würde, würde ich mich halt bewerben und gut is.

Neid kommt doch nur von denen auf, die den Arsch selbst nicht hochkriegen und meinen andere bekämen alles geschenkt.
 
Ich weiß nicht ob es hier eine Neiddebatte geben würde. Sind ja alle ganz gut dabei. Selbst wenn ich mich berufen fühlen würde, würde ich mich halt bewerben und gut is.

Neid kommt doch nur von denen auf, die den Arsch selbst nicht hochkriegen und meinen andere bekämen alles geschenkt.
Ich finde Neid ist bei sowas garnicht angebracht. Jeder kann versuchen den Arsch maximal hoch zu kriegen.
Mit ist Freizeit und Familie auch lieber als maximale Karriere - deswegen muss ich überhaupt nicht neidisch sein. Ohne Familie sähe das bei mir zumindest auch ein bisschen anders aus.
Ich neige aber auch dazu, meine Sichtweise auf andere zu übertragen und mache mir das somit auch maximal einfach :fresse: ich war schon immer sehr effizient weil ich faul bin.
 
Google fördert da aber viel: Recht viele haben das Kind einfach mit im Büro, völlige Flex- und Remotearbeit etc.
Ist zwar schön gemeint, bringt aber imho dann doch recht wenig. Hatte jetzt auch 2 Tage Kinderferien + Arbeit, in der Arbeit bin ich weniger produktiv und wirklich Kinder Quality Time ist auch erst nach Feierabend, nebenbei für Kind da sein ist da auch einfach nicht wirklich. Als Notlösung wenn sonst nix anderes geht top, aber keine dauerhafte Lösung (imho)

Haben auch an einem Standort n Kinderbüro, das würd ich glaub ich auch echt nur in Ausnahmefällen nutzen.
 
Mit meiner Sechsjährigen ist es inzwischen kein Problem, die beschäftigt sich auch mal 3h am Stück ohne dass sie groß was braucht aber mit wirklichen Kleinkindern kannste das doch komplett vergessen, nur im Notfall.
Beitrag automatisch zusammengeführt:

Produktivität im Büro sonderlich hoch ist
Haha hab's mir extra verkniffen :d
 
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