[Sammelthread] Der Gehalts- und Arbeitsplatzthread

Witzig, dass du mir eine Gewerkschaftsblase "vorwirfst". In 20 Jahren Karriere hatte ich genau 2 Jahre lang ein Stundenkonto und eine Gewerkschaft hatte ich noch nie :d
Bei @Lousiana im Betrieb gibt es aber doch ein Stundenkonto, wenn ich es richtig verstanden habe hat er doch genau das gesagt. Die Mitarbeiter müssen jetzt alle Überstunden schrubben und sind demotiviert weil sie das Cash nicht bekommen sondern nur +h aufm Konto. Das dürfte ja zumindest legal sein.
 
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Sorry, dann hab ichs verwechselt. ^^ ISt doch sonst standard hier. =D

Wie das bei Lousiana ist kann ich nicht sagen. Bezahlte Überstunden sind eher ungewöhnlich, weil teuer. Und werden sie irgendwann abgefeiert, entstehen keine Beiträge. Und wie damit in der PRaxis oft genug umgegangen wird, nun ja. Die 1,2 Milliarden Ü-Stunden (offiziell erfasste) 2024 kommen ja nicht von ungefähr. Man stelle sich vor, nur 10% davon würden durch einen vollen 40h Arbeitsplatz "ersetzt" werden.
 
Bei @Lousiana im Betrieb gibt es aber doch ein Stundenkonto, wenn ich es richtig verstanden habe hat er doch genau das gesagt. Die Mitarbeiter müssen jetzt alle Überstunden schrubben und sind demotiviert weil sie das Cash nicht bekommen sondern nur +h aufm Konto. Das dürfte ja zumindest legal sein.

Genau so, und natürlich ist das legal.
Wir haben ein Stundenkonto, dürfen uns bis 100 Stunden Minus bewegen, und unendlich ins Plus gehen :d

Es war in unserer Firma schon immer so, das Stunden nicht bezahlt wurden, aber, man hat die 25% Überstundenzuschlag ausgezahlt bekommen, und konnte die Überstunden als eine Art Sparbuch sehen.
Wenn man im Personalbüro angerufen hat, und mal eben 50 oder 100 Stunden hat auszahlen lassen, war das kein Problem, aber diese Möglichkeit gibt es heute nicht mehr, und die 25% werden auch nicht mehr gezahlt.

Ich mache Überstunden nur noch in der Nacht, denn diese Zuschläge MÜSSEN sie auszahlen, das ist gesetzlich geregelt.

Für mich ist die schönste Zeit immer Dezember und Januar, weshalb ich zu beginn des Jahres bis zum Sommer Stunden aufbaue, und dann eben gegen Ende des Jahres auch mal 4 oder 6 Wochen zu Hause bleibe.
Nachtschicht ist dafür Top, 5 Tage a 10 Stunden, eine Zusatznachtschicht a 10 Stunden, und da in der Nacht die Pausen gezahlt werden, kommen da noch mal 5 x 0,5 Stunden dazu.
Sind 22.5 Stunden in einer Woche.

Ist für mich aber auch nur machbar, da ich nicht mehr Stückzahl gebunden bin, ich bewundere meine Kollegen, die das eben so machen, aber dafür richtig derbe produzieren müssen - aber gut, in meinem Team sind alle über 20 Jahre jünger als ich, da hat man noch Energie :d

Einziger Vorteil in meiner Abteilung:
Wir können die Überstunden tatsächlich zu 95% abbauen wie wir wollen!
Würde ich jetzt anrufen, und sagen mir ist was dazwischengekommen, ich muss heute leider zu Hause bleiben, wäre das kein Thema.

Aber das ist leider nur bei uns so, in den Abteilungen, in denen Überstunden verpflichtend sind, schieben manche MAs bis zu 1000 Stunden vor sich her, das muss man sich mal vorstellen!
 
Aber das ist leider nur bei uns so, in den Abteilungen, in denen Überstunden verpflichtend sind, schieben manche MAs bis zu 1000 Stunden vor sich her, das muss man sich mal vorstellen!
Da würde ich mal genau genau nachhaken.
1k Stunden sind 1/2 Mannjahre.
Dafür müssen die ja Rückstellungen bilden.
Weiterhin muss man bedenken, dass das Geld im Zweifel Teil der Insolvenzmasse wird und da bekommt man als MA als letztes was.
Sprich also man hat, sagen wir mal, 20k Netto verschenkt und zusätzlich noch Renteneinzahlungen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Jup, auch das gehört zur Wahrheit dazu. Die Überstunden sind eine Verbindlichkeit gegenüber den Mitarbeitern. Wenn bei so vielen Überstunden die Bude Hops geht, na viel Spaß.
 
Müssen dafür wirklich finanzielle Rückstellungen gebildet werden? Es besteht doch kein Zwang diese auszuzahlen, die Auszahlung kann doch kategorisch ausgeschlossen werden soweit ich mich erninner. Somit sind Rückstellung nur dann zu bilden, wenn an den Bilanzstichtagen Ansprüche bestehen, die ausgezahlt werden könnten. Legt ein AG wirksam fest, dass nur abgefeiert werden kann, müssen auch keine gebildet werden. Und ein prinzipieller Anspruch auf Auszahlung besteht nicht, oder irre ich da?
 
Bei uns geht alles über 10h jetzt einfach verloren seitdem wir die Zeiterfassung haben, so gehts auch möglichst AN-unfreundlich.
 
Da würde ich mal genau genau nachhaken.
1k Stunden sind 1/2 Mannjahre.
Dafür müssen die ja Rückstellungen bilden.

Firma macht Milliarden Umsätze, wir produzieren für diverse Branchen die es immer geben wird.
Da sollten Rücklagen vorhanden sein.

Sprich also man hat, sagen wir mal, 20k Netto verschenkt und zusätzlich noch Renteneinzahlungen.
Von der Seite habe ich es noch nie betrachtet!
Da werde ich mal den ein oder anderen drauf anstoßen.
 
@Mustis Ob ausgezahlt wird oder nicht, ist irrelevant. Es besteht eine ungewisse Verbindlichkeit gegenüber dem Mitarbeiter, früher oder später wird die eingelöst, spätestens wenn der Mitarbeiter in die Rente geht oder kündigt würde er ja x Monate lang noch Gehalt bekommen ohne zu arbeiten und das ohne Wertschöpfung für die Firma. Exakt das gleiche Thema hast du, wenn Mitarbeiter ihren Urlaub ins nächste Kalenderjahr schieben, auch das muss als Rückstellung ausgewiesen werden. Deswegen wollen die meisten AGs das auch nicht und verhindern das aktiv.

finanzielle Rückstellungen
Ich weiß nicht was du mit finanziell meinst, aber es ist jetzt meines Wissens nach nicht so, dass der AG dafür irgendwo Cash parken muss explizit oder das ganze quasi "absichern" muss. Aber in der Bilanz muss das auftauchen, gerade bei so Firmen wie von @Lousiana ist das für die Unternehmensbewertung ja essenziell, wenn da hunderte Mitarbeiter Monate an Überstunden vor sich her schieben.
 
Aber in der Bilanz muss das auftauchen, gerade bei so Firmen wie von @Lousiana ist das für die Unternehmensbewertung ja essenziell, wenn da hunderte Mitarbeiter Monate an Überstunden vor sich her schieben.

Das taucht natürlich auf.

Während Covid konnte uns eine Kernkomponente unserer Geräte nicht geliefert werden, da wollte die Firma Kurzarbeit fahren, ging aber nicht, wegen der Masse an Überstunden.
Ich kenne die genauen Zahlen nicht mehr, aber über soundsoviel Prozent ist es nicht möglich.

Letzten Endes hat die Firma das dann so gelöst, dass Lagerhallen gemietet wurden, wir unsere Geräte weiter gebaut haben, aber eben das "Herz" gefehlt hat, und die Geräte dann eingelagert wurden.
Wir bekamen dann immer schubweise Lieferungen, das war schon wild, denn die Geräte müssen nach dem Einbau auf Funktion geprüft werden, aber richtig, nicht mal eben nur an und aus, da gibt es sog. Prüftürme.
Das war schon ein wildes Jahr, wenn ich jetzt so zurückdenke :d

PS:
Mit den Überstunden ist es im Kündigungsfalle tatsächlich wie mit Resturlaub - muss abgebaut werden.
 

Das ist für die Bilanz völlig irrelevant weil man im Normalfall die Mitarbeiterkosten gegen die Wertschöpfung ausweisen würde. Hier wird halt nun Wertschöpfung gegen Rückstellung eingetragen und später wieder gegen das Gehalt aufgelöst (für das es dann keine Wertschöpfung mehr gibt weil der MA ja zuhause rumpimmelt). Das Monetäre ist nur für den Cashflow relevant weil man so halt mehr Geld im Unternehmen behält während einem die Mitarbeiter das quasi gratis auf Pump geben. Aber wir müssen das jetzt auch nicht bis ins Detail diskutieren, Fakt ist auf jeden Fall, dass das ausgewiesen werden muss und sich das zu Recht negativ auf die Unternehmensbewertung auswirkt, das sind Schulden.
 
Im Minus lebt es sich sorgenfreier :)

Das stimmt, aber bei uns sind sie jetzt dazu übergegangen, Minusstunden abzuziehen!
Da sie es vom normalen Gehalt nicht dürfen, da nachgewiesen werden muss, dass ICH die Minusstunden verursacht habe, und die nicht zustande gekommen sind, weil mein AG mich heimgeschickt hat, ziehen sie es nun von den Sonderzahlungen ab - einmal vom Urlaubsgeld, und wenn dann weiter Minusstunden auftauchen vom Jahresendbonus :d
 
Firma macht Milliarden Umsätze, wir produzieren für diverse Branchen die es immer geben wird.
Da sollten Rücklagen vorhanden sein.
Rücklagen hat erstmal nichts mit Rückstellungen zu tun.
Wenn aber diese Ü-Stundengestapel quasi zur Unternehmensdevise gehört, dann sind das in Summe signifikante Zahlen.
An sich sind das erstmal Buchwerte.
Aber, wenn das wirklich so zur UnternehmensDNA gehört, dann wird man besonders darauf setzen, wenn der Kahn so langsam auf ne Sandbank fährt.
Wir müssen reinballern, statt 8h 10h. -> 25% Ü-Stunden.
Alle knüppeln sich einen ab, es gibt aber strukturelle Schwächen, das verpufft. -> Insolvenz
Also haben alle schön gebuckelt und irgendwem ne Menge Geld geschenkt.

Ü-Stunden alles schön und gut, auch ich habe genug davon. Nur muss man eben schauen, wie man persönlich damit umgeht.
Das Fenster zum Abfeiern oder Auszahlen schließt sich manchmal schneller als man schauen kann.
Man darf halt nicht vergessen, dass da eben wahlweise nen Auto in der Firma rumsteht oder ne seeeeehr ausgiebige Weltreise mit der Liebsten als zeitliches Äquivalent. (und die, die das haben, sind irgendwelche Vorstände oder Anteilseigner, die sich dann im Zweifel natürlich sehr gönnerisch zeigen werden :rolleyes:)

EDIT:
Ich will da nichts an die Wand projizieren, nur sensibilisieren, dass man sich bewusst macht, was das bedeutet und sich über den Ernstfall Gedanken macht.
Egal was die persönliche Konsequenz dann ist.
Ich bin ein Freund davon, dass ich vorher weiß, was das wirklich im Detail bedeutet. Dann kann man hinterher sagen, ich habs gewusst, habe mich verschätzt oder mir wars egal oder was auch immer. Nur eben nicht, "ich war zu blöde, ich sollte mir nen Vormund suchen".
 
Zuletzt bearbeitet:
Im Minus lebt es sich sorgenfreier :)
Dann gibt’s zu gewissen Zeitpunkten (muss die BV nochmal lese wann genau) Gehaltsabzug, ne lass mal :shot: Die ganze Regelung ist bei uns schon sehr eindeutig mit maximalen Fokus auf den AG und auch maximal Unbequem für den AN eingeführt worden. So wie ich den Konzern mittlerweile kenne das auch mit genau der Absicht dahinter. Gibt’s jetzt auch erst seit 1.1, bisher wurde das aufgeschoben und nur auf behördliche Anweisung an einem Standort via Excel realisiert.
 
@underclocker2k4

Bei uns muss man sich keine Sorgen machen, dass die Bude zu macht.
Wir gehen seit Jahren steil, früher war aber der Fokus mehr auf dem Mensch, jetzt nur noch auf der Produktion.

Kleines Beispiel:
Wir haben letzten ja sagen wir mal 85k Geräte produziert mit X Personal, und einen Rekordgewinn erzielt.
Kosten für alles werden teurer, das ist ja bekannt.

Für dieses Jahr sind über 90k Geräte angesetzt, um den Rekordgewinn zu toppen, was aber mehr oder weniger nur geht, wenn keine neuen Kosten dazu kommen.
Also will man mit dem gleich Personal X, was 2025 den Rekord mit hängender Zunge erwirtschaftet hat, diesen in 2026 toppen, und verkauft das auf den Versammlungen auch noch als was tolles.
Dass das Personal aber 2025 schon an der Grenze war, übersieht man, oder will es übersehen.
Tja, und solange die Leute eben Stunden schieben wie blöd, wird sich das nie ändern.

Ich mache im Januar und Februar ca. 80 Stunden, eher sportlich, und ab März dann noch so gemütliche 20 Stunden pro Monat, bis dann im Juli/August Ende ist.
Dann kommt der Sommerurlaub, dann noch ein "paar Wochen" arbeiten, und dann schön alle Stunden und Resturlaub verballern.

Für mich ist das perfekt, ich wollte mir Stunden noch nie auszahlen lassen, sondern immer nur abfeiern.
Ich bin mit meinem Lohn aber auch zufrieden, das kann aber eben leider nicht jeder in der Firma behaupten.
 
Ja wenn ich über +16 std bin wird gekappt (wenn ich nicht zum Vorgesetzten Dackel und dem sage ich musste noch was fertig machen --> unterschreibe damit die in den nächsten Monat mitgenommen werden).
Oder bei mehr als -16 wird vom Gehalt abgezogen.
Beide Aggregatszustände sind die letzten ~15 Jahre nicht vorgekommen...
 
Nachtschicht ist dafür Top, 5 Tage a 10 Stunden, eine Zusatznachtschicht a 10 Stunden, und da in der Nacht die Pausen gezahlt werden, kommen da noch mal 5 x 0,5 Stunden dazu.
Sind 22.5 Stunden in einer Woche.
aus der Gewerkschaftsbubble: 1W Rufbereitschaft ohne Anruf sind 30+h
Im Minus lebt es sich sorgenfreier :)
aus der Sicht nachvollziehbar, bei manchen Leuten im Minus in meinem Umfeld (IT mit Legacypart) hab' ich aber manchmal den Eindruck, dass die irgendwie keine Arbeit finden, wenn man ihnen keine Arbeit gibt. Das finde ich dann sehr bizarr...

Ü-Stunden alles schön und gut, auch ich habe genug davon. Nur muss man eben schauen, wie man persönlich damit umgeht.
ich schiebe 30-40h vor mir her. Dazu dann noch aus der RB (Wahl zwischen Auszahlung oder Stunden) nochmal so viel. Wenn die Firma den Bach runter gehen sollte und niemand mich weiter bezahlen will, sind das 3-4 Wochen mit Urlaub, da bleibe ich dann halt beim ersten Gerücht daheim ;). I.d.R. verwende ich das aber auch, um einfach mal freizunehmen, wenn ich Lust habe (dann kann man den Urlaub gut am Stück verplanen).

Wir gehen seit Jahren steil, früher war aber der Fokus mehr auf dem Mensch, jetzt nur noch auf der Produktion.
Eure Eigentümer gehen noch steiler.
 
Einfach mal lange Urlaub nehmen und chillen. Wo Problem?
Einzig wo Stunden gebunkert werden ist für Sabbatical Auszeit oder Altersteilzeit/frühere Rente.

Hab aktuell auch um die 400std und werde dieses Jahr mehr Urlaubstage über die Std nehmen, da bis zur Rente sowieso net in Firma bleibe.
 
Ich möchte auch. Ich habe seit 7. Januar 3h+

Hoffe die Firma macht noch eine Weile :-)

Mal im ernst, das Problem von Louisiana ist doch ein Haus gemachtes... Ob von der AG Seite oder AN Seite? Sucht es euch aus. Es gehören immer 2 dazu
 
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