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OpenAI startet Werbeeinblendungen für Free- und Go-Nutzer

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OpenAI startet Werbeeinblendungen für Free- und Go-Nutzer
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Werbung

OpenAI wird in ChatGPT künftig Werbung einblenden und beginnt damit bei Nutzern der kostenlosen Variante sowie des erst Mitte Januar eingeführten und günstigeren Abotarifs ChatGPT Go. Zunächst startet der Testlauf in den USA. Dort sollen Nutzer in beiden Tarifen bei passenden Suchanfragen erste Anzeigen ausgespielt bekommen. Bislang setzte OpenAI zur Monetarisierung vorwiegend auf Abo-Modelle wie Plus-, Pro-, Business- oder Enterprise-Tarife, die vorerst auch weiterhin werbefrei bleiben sollen.

Die Anzeigen werden laut OpenAI klar als solche gekennzeichnet und am Ende der Chatbot-Antwort angezeigt sowie optisch getrennt vom eigentlichen Chatverlauf sein. Sie sollen lediglich erscheinen, wenn es ein "relevantes gesponsertes Produkt oder eine Dienstleistung" zum aktuellen Gespräch gibt. Fragt ein Nutzer beispielsweise nach Reisezielen oder Rezeptideen, könnten passende Hotel- oder Supermarkt-Anzeigen folgen. OpenAI betont, dass Werbekunden keinen Einfluss auf die Inhalte der Antworten hätten und, dass die Platzierung der Anzeigen die generierten Ergebnisse nicht verändern solle.

Beim Thema Datenschutz verspricht das Unternehmen, keine Chat-Inhalte an Werbepartner zu verkaufen und keine personenbezogenen Daten wie Alter, Standort oder detaillierte Interessenprofile für klassische Tracking-Werbung bereitzustellen. Außerdem sollen Nutzer die Personalisierung der Anzeigen in den Einstellungen begrenzen und die Daten, die für Werbezwecke genutzt werden, wieder löschen können. Werbung zu sensiblen oder regulierten Themen wie psychischer Gesundheit oder Politik will OpenAI nach eigenen Angaben nicht einblenden. Auch Accounts von Personen unter 18 Jahren sollen keine Anzeigen ausgespült bekommen.

Hintergrund der Maßnahme ist der hohe Kostendruck durch den Betrieb der KI-Infrastruktur und die vergleichsweise geringe Zahl zahlender Abonnenten im Verhältnis zur gesamten Nutzerbasis. Marktbeobachter sehen in Werbung eine zusätzliche, potenziell bedeutende Einnahmequelle, weisen jedoch darauf hin, dass ein Teil der Nutzer dadurch zu Konkurrenzangeboten wie Google Gemini oder Anthropic Claude wechseln könnte. 

Für den Moment wird die Werbeausspielung schrittweise ausgerollt – beginnend in den USA, mit der Erwartung, dass der Test mittelfristig auch auf weitere Regionen und damit perspektivisch auch auf Nutzer in Europa und Deutschland ausgeweitet werden könnte.

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