1. Hardwareluxx
  2. >
  3. News
  4. >
  5. Hardware
  6. >
  7. Prozessoren
  8. >
  9. Neuronaler Chip: Intel bringt Loihi das Riechen bei (Update)

Neuronaler Chip: Intel bringt Loihi das Riechen bei (Update)

Veröffentlicht am: von

intel-loihiIntel treibt die Entwicklung seines neuronalen Chips Loihi voran. Dazu hat man 72 chemische Sensoren an seine Testplattform angebunden, um über ein Deep-Learning-Netzwerk eine Analyse der Sensordaten zu ermöglichen. Dazu musste das Netzwerk zunächst einmal trainiert werden, was üblicherweise 3.000 Trainingsdurchläufe voraussetzt. Der Grund dafür ist, dass eine gesicherte Erkennung über die Sensordaten gewährleistet werden sollte. Im Falle des Loihi-Systems gab es aber immer nur ein Sample zur Erkennung. Auf Basis dieser Daten musste sich das System selbst trainieren.

Die Sensoren sind nicht direkt darauf ausgelegt, bestimmte Stoffe dediziert zu erkennen, wie dies sonst in diesem Bereich üblich ist. Es gibt also keinen einzelnen Sensor, der auf Kohlenmonoxid anschlägt. In der Zusammenarbeit von Intel und der Cornell University geschieht die Analyse stattdessen über die Kombination der zahlreichen Sensordaten. Am Ende wird es dem System ermöglicht, verschiedene Gefahrenstoffe zu erkennen. Zehn unterschiedliche Gefahrenstoffe soll das System bereits erkennen. Über das Deep-Learning-Netzwerk können aber auch selbstständig weitere Stoffe erkannt werden, die für Menschen gefährlich sein können.

Intel und Cornell haben das Loihi-System derart ausgelegt, dass das olfaktorischen Netzwerk trotz Störungen eine zuverlässige Erkennung gewährleisten kann. Dies schließt die Empfindlichkeit ein, die von 5 to 1000 ppmv (parts per million by volume) reicht. Der Datensatz, der für das Training verwendet wurde, enthält 13.910 unterschiedliche Stoffe.

Einsatzgebiet solcher Systeme könnten Gefahrenwarnsysteme werden, die in der Industrie oder bei der Feuerwehr zum Einsatz kommen. Besonders bei Unfällen und Bränden ist es für die Feuerwehr nicht immer ganz einfach zu erkennen, ob eine Gefahr besteht und wie sich diese darstellt.

Der Loihi besitzt 130.000 "Neuronen" aus Silizium, die sich abhängig von der jeweiligen Anwendung selbstständig verknüpfen sollen. Dies soll einen Trainings-Prozess auf Hardware in der Cloud früher oder später überflüssig machen. Stattdessen sollen AI-Chips damit unabhängiger werden.

Intel stellte den Loihi im September 2017 vor. Im Frühjahr stellte man ein entsprechendes Testboard zur Verfügung, welches von Forschern genutzt werden kann. Auf dem Pohoiki Springs kommen zum Beispiel 768 Loihi-Chips zum Einsatz. Bei dieser Anzahl an Chips ergibt dies für 130.000 "Neuronen" pro Chip eine Summe aus fast 100 Millionen der künstlichen Neuronen. Die kleineren Varianten Pohoiki Beach verwenden 64 und bestehen aus zwei Nahuku-Boards mit jeweils 32 Chips.

Update: Pohoiki Springs für Forscher in der Cloud verfügbar

Intel kündigt die Verfügbarkeit von Pohoiki Springs, einem neuromorphen System auf Basis von 768 der Loihi-Prozessoren an. Per cloudbasierte Lösung haben Forscher Zugriff auf das System der Intel Neuromorphic Research Community (INRC).

Welche ist die beste CPU?

Unsere Kaufberatung zu den aktuellen Intel- und AMD-Prozessoren hilft dabei, die Übersicht nicht zu verlieren. Dort zeigen wir, welche Prozessoren aktuell die beste Wahl darstellen - egal, ob es um die reine Leistungsfähigkeit oder das Preis-Leistungs-Verhältnis geht.


Social Links

Das könnte Sie auch interessieren:

  • Der König ist bezwungen: AMD Ryzen 9 5900X und Ryzen 5 5600X im Test

    Logo von IMAGES/STORIES/2017/AMD_RYZEN_9_5900X_5600X_REVIEW-TEASER

    Seit heute sind die ersten Ableger der neuen Ryzen-5000-Familie erhältlich. Mit ihnen will AMD die letzte Intel-Bastion zu Fall bringen und endlich auch bei der Spieleleistung wieder ganz vorne mitspielen, nachdem man dem Konkurrenten mit seinen Matisse-Ablegern in Sachen Preis und... [mehr]

  • Generations-Nachzügler: AMD Ryzen 9 5950X und Ryzen 7 5800X im Test

    Logo von IMAGES/STORIES/2017/AMD_RYZEN_9_5950X_5800X-TEASER

    Wie angekündigt hat uns AMD pünktlich zum gestrigen Marktstart der ersten vier Ryzen-5000-Modelle inzwischen auch mit den noch fehlenden zwei Modellvarianten versorgt. Wir komplettieren die Testreihen daher nun um das Topmodell mit 16 Kernen, den AMD Ryzen 9 5950X, und um den AMD Ryzen 7 5800X... [mehr]

  • Prozessor non grata: Rocket Lake-S als Core i7-11700K im Vorab-Test (Update)

    Logo von IMAGES/STORIES/2017/COREI7-11700K

    Gut einen Monat vor dem offiziell geplanten Verkaufsstart konnte jeder Nutzer bereits den Core i7-11700K erstehen. Mindfactory verkaufte den Prozessor tagelang und jeder der wollte, konnte diesen auch bestellen. Auch wir haben die Gelegenheit ergriffen und präsentieren bereits heute einen... [mehr]

  • Günstiger 10-Kern-Einstieg: Intel Core i9-10850K im Test

    Logo von IMAGES/STORIES/2017/INTEL-CML-S

    Ende Juli stellte Intel in einem kleinen, zweiten Schwung einige weitere neue Modelle an Comet-Lake-S-Prozessoren vor. Die wichtigste Neuvorstellung ist dabei sicherlich der Core i9-10850K, der sich knapp unter dem Core i9-10900K aufstellt. Zehn Kerne, etwas niedrigere Taktraten, dafür ein um... [mehr]

  • Refresh-Nachzügler: AMD Ryzen 7 3800XT und Ryzen 5 3600XT im Test

    Logo von IMAGES/STORIES/2017/AMD_MATISSE_REFRESH_TRIPLE-TEASER

    Wenige Tage nach unserem Test zum AMD Ryzen 9 3900XT versorgte uns die Chipschmiede mit den beiden kleineren Serienvertretern der Matisse-Refresh-Generation, die dank zahlreicher Verbesserungen im Fertigungsprozess und etwas höherer Taktraten die Effizienz gegenüber den bestehenden Modellen... [mehr]

  • Zen 2 optimiert: So funktioniert der ClockTuner for Ryzen (Update)

    Logo von IMAGES/STORIES/2017/CTR

    Bereits vor einigen Wochen wurde der ClockTuner for Ryzen (CTR) angekündigt. Ab heute ist er nun für Jedermann verfügbar und kann ausprobiert werden. 1usmus, der Entwickler hinter dem DRAM Calculator for Ryzen, hat auch den ClockTuner for Ryzen entwickelt. Durch einen Custom... [mehr]