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Intel sieht seine Mobilprozessoren vor AMD- und ARM-Lösungen

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intelIntels "Real World Performance"-Event zur IFA verriet in einem Nebensatz (der vor Ort auch noch unterging), dass mit dem Core i9-9900KS schon im Oktober mit einem neuen Top-Modell für die Mainstream-Desktopplattform zu rechnen ist. Im Zentrum des Events stand aber eigentlich ein anderes Thema. Intel wollte den anwesenden Journalisten vor allem zeigen, wie das Unternehmen die neuen Mobilprozessoren der 10. Generation einordnet - und zwar gerade auch im Vergleich mit AMD und ARM.

Dabei betonte Intel, dass die Performance der neuen Mobilprozessoren bei den OEMs sogar noch zugelegt hat - was sehr ungewöhnlich sein soll. Zwischen der Ice Lake Entwickler-Platform (15W) und einem OEM-System mit Core i7-1065G7 (15W) soll es einen Performancesprung von bis zu 18 Prozent geben. Erklärt wird das mit dem Adaptix Dynamic Tuning, das bei den OEMs die Prozessoren länger mit höherer Leistung arbeiten lässt. 

Die Partner können den Nutzern auch eine Anpassung der Watt-Stufe ermöglichen. Beim neuen Razer Blade Stealth 13 mit Core i7-1065G7 haben sie die Wahl zwischen dem performanten 25-Watt-Betrieb und einem sparsamen 15-Watt-Betrieb.

Der Konkurrenzdruck auf Intel steigt - auch im Mobilsegment. Dort sieht der Hersteller selbst zwei Konkurrenten: AMD im Performance-Bereich und ARM mit Windows 10 on ARM-Produkten im Bereich ultra-mobiler Notebooks mit langer Akkulaufzeit. Der Performancevergleich zwischen den neuen Intel Core-Prozessoren der 10. Generation und den aktuellen Mobile-Ryzen-Prozessoren wurde mit unterschiedlichen Konfigurationen und Szenarien gezogen. Besonders betont wurde dabei die GPU-Leistung der neuen Ice-Lake-Prozessoren. Intel reklamiert für sich die 25-Watt-Gaming-Leadership gegenüber AMD. Zeigen sollen das der Vergleich zwischen dem schon angesprochenen Razer Blade Stealth mit Core i7-1065G7 (25W, Intel Gen 11 Graphics) und einem System mit Ryzen 3700U (25W, Radeon Vega 10). Neben diversen 3D Mark-Tests werden eine Reihe von Spielen in 1080p berücksichtigt. Die Intel-CPU liegt in den gewählten Szenarien mindestens gleichauf, teils aber auch deutlich in Führung. Auch weitere Vor-Ort-Vergleiche zwischen den diversen AMD- und Intel-Mobil-CPUs fielen positiv für Intel aus. Unabhängige Tests werden demnächst zeigen, ob sich dieses Bild wirklich so deutlich bestätigen lässt.

Den Vergleich mit ARM-Systemen machte sich Intel erst einmal recht einfach. In den Fokus gerückt wird vor allem die eingeschränkte App-Unterstützung. Einen (vorteilhaften) Leistungsvergleich zieht man zwischen dem Intel Core i7-10510Y (Quad-Core-SoC auf Comet-Lake-Basis) und dem Qualcomm Snapdragon 850. Den kommenden Snapdragon 8cx hat man hingegen nur für einen Vergleich im PCMark 10 Application berücksichtigt. Intel behauptet, dass die eigenen Lösungen ihm im realen Einsatz überlegen sein. Auch das werden unabhängige Tests bald zeigen bzw. widerlegen. Eine breitere Auswahl an Snapdragon 8cx-Systeme soll zum Weihnachtsgeschäft verfügbar sein. Sie versprechen vor allem besonders lange Laufzeiten - ein Thema, das Intel wiederum im Rahmen von Project Athena angeht. Entsprechende Produkte müssen eine bestimmte Mindestlaufzeit erreichen (16 Stunden Videowiedergabe, 9 Stunden bei W-LAN-Nutzung) und sind am "Engineered for Mobile Performance"-Label erkennbar.

Herstellerbenchmarks sind immer mit Vorsicht zu genießen. Einzelne Komponenten oder Einstellungen können Ergebnisse stark beeinflussen - gerade bei solchen plattformübergreifenden Vergleichen eine Herausforderung. Es war unabhängig davon aber doch bemerkenswert, in welchem Umfang Intel zur IFA auf die Konkurrenz eingeht. Im Mobilbereich werden AMD und ARM offensichtlich von Intel durchaus ernst genommen - und der Chipgigant reagiert bereits auf den zunehmenden Konkurrenzdruck.