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AMDs Ryzen Threadripper mit 24 und 32 Kernen technisch möglich

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threadripper teaserErneut entbrennt die Frage, ob AMDs Ryzen-Threadripper- und EPYC-Prozessoren identisch sind oder nicht. Eigentlich ist die Frage längst geklärt, denn auch wenn beide Prozessoren vier Zeppelin-Dies und auch einen identischen Sockel verwenden, so verbaut AMD nach eigenen Angaben Dies aus dem B1-Stepping für Ryzen Threadripper und aus dem B2-Stepping für EPYC. Beide Prozessoren teilen sich somit auch keine Fertigungskapazitäten, da sie von unterschiedlichen Produktionsstraßen laufen.

Dennoch hat sich Roman Hartung alias "der8auer" die Mühe gemacht, die beiden Prozessoren noch einmal genauer zu vergleichen. Dazu hat er den Heatspreader abgenommen und beide Prozessoren auch mittels Röntgen durchleuchtet.

Zunächst einmal zur Ausgangslage: Wie bereits angesprochen, verwendet AMD für die Epyc- und Ryzen-Threadripper-Prozessoren den gleichen Sockel. Auf dem Desktop heißt dieser TR4, für die Server SP3. In beiden Fällen werden die Prozessoren mittels 4.094 Kontakten mit dem Mainboard verbunden. Im Falle des Ryzen Threadripper werden einige Pinouts aber nicht verwendet und sind nur reserviert. Dies liegt an der unterschiedlichen Anzahl an angebotenen PCI-Express-Lanes (64 bei Ryzen Threadripper und 128 bei Epyc) sowie dem Quad-Channel-Speicherinterface bei Ryzen Threadripper und dem Octa-Channel-Interface bei den Epyc-Prozessoren.

Nun gibt es die Aussage von James Prior, AMD's Senior Product Manager, aus dem vergangenen Jahr, es kämen ein unterschiedliches Substrat und unterschiedliche Dies zum Einsatz. Zudem wären nur zwei Dies funktionstüchtig, während die anderen beiden eigentlich nur "Steine" seien.

Genau das wollte sich "der8auer" nun anschauen, denn die Tatsache, dass alle Dies belichtet sind, muss noch nicht bedeuten, dass sie auch vollständig angebunden sind.

AMD Ryzen Threadripper (links) und AMD Epyc (rechts)

Zunächst einmal sind rein äußerlich im Package einige Unterschiede vorhanden. Diese betreffen vor allem die Bestückung mit kleinen Widerständen und Kondensatoren. Das Substrat des Ryzen Threadripper trägt die Produktnummer 32200, das des Epyc die Nummer 32188. Nun aber zur Aussagen, dass die beiden nicht verwendeten Dies des Ryzen Threadripper gar nicht angebunden wären.

In den Röntgen-Ansichten ist im Vergleich von Epyc und Ryzen Threadripper zu erkennen, dass bei beiden Prozessoren, alle Dies durchkontaktiert sind. Neben den TSVs (Through Silicon Vias) sind im 45-Grad-Winkel Leiterbahnen in verschiedenen Schichten zu erkennen. Diese stellen die Interconnects via Infinity Fabric her. Epyc und Ryzen Threadripper unterscheiden sich hier nicht, auch beim Ryzen Threadripper sind diese Verbindungen und auch die TSVs vorhanden. Aus technischer Sicht spricht also nichts dagegen, dass alle vier Zeppelin-Dies vollständig angebunden sind.

AMD Ryzen Threadripper (links) und AMD Epyc (rechts)

Weitere Ausbaustufen in Zukunft möglich

Die Schlussfolgerung ist demnach in zwei Bereiche aufzuteilen:

1. Ryzen Threadripper und Epyc unterscheiden sich – sie sind nicht identisch und AMD nimmt hier nicht einfach nur eine Umbenennung vor. Dies geht aber alleine schon aus dem Umstand hervor, dass unterschiedliche Steppings zum Einsatz kommen.

2. AMD wäre aus technischer Sicht in der Lage, die Ryzen-Threadripper-Prozessoren mit mehr Kernen anzubieten. Die verwendeten Dies werden im B1-Stepping für Ryzen- und Ryzen-Threadripper-Prozessoren gefertigt und erreichen hier auch schon vom Start weg die maximale Anzahl von acht Kernen. AMD könnte demnach einen Ryzen Threadripper mit 24 und 32 Kernen bauen und damit Intel die Krone hinsichtlich der Anzahl der Kerne wieder entreißen.

Die Frage ist hier allerdings, ob dies für AMD Sinn macht, denn heute schon stellt sich die Frage, wer mehr als acht Kerne benötigt. Sicherlich gibt es Anwendungsbereiche, in denen dies Sinn macht, die Anzahl dieser Nutzer ist aber doch mehr als gering einzuschätzen. Auf der anderen Seite finden sich sicherlich auch Nutzer, die zu seinem Ryzen Threadripper mit 24 oder gar 32 Kernen greifen würden. Für AMD weiterhin möglich wäre das Beibehalten von maximal 64 PCI-Express-Lanes und des Quad-Channel-Speicherinterfaces.

Die Ankündigung der Ryzen-Threadripper-Prozessoren aus der 2000-Serie dürfte noch einmal etwas Schwung in die Angelegenheit bringen. Aus rein technischer Sicht spricht nichts gegen solche Prozessoren mit Zen+-Architektur, die 24 oder 32 Kerne bieten. Bis zum Sommer wird allerdings noch etwas Zeit vergehen und wir werden dann sicherlich auch mehr wissen.

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Kommentare (21)

#12
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Zitat Phantomias88;26109412
Das RYZEN 2 intro:

[video=youtube;Da4LJAgGJRk]http://www.youtube.com/watch?v=Da4LJAgGJRk[/video]


Das ist irgendson Musikvideo?
Was hat das mit dem Thema zu tun?
#13
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Flottillenadmiral
Beiträge: 4581
Zitat FB07;26109242
Ich kaufe nichts unter 128 Kerne

+1. Ich werd zwar auch in 20 Jahren noch nicht wissen was ich in der Privatmöhre damit will, aber sonst... 128 Cores ftw!

Grüße
Thomas
#14
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Obergefreiter
Beiträge: 122
Macht vermutlich wirtschaftlich keinen Sinn. Schon die jetzigen TR sind eher nicht der große Renner, was den Absatz anbelangt.
#15
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Kapitän zur See
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Zitat black-avenger;26109714
+1. Ich werd zwar auch in 20 Jahren noch nicht wissen was ich in der Privatmöhre damit will, aber sonst... 128 Cores ftw!

Grüße
Thomas

Sehr gewagt, was du heute schon für die Zukunft in 20 Jahren wissen willst.
Gewagt oder dumm..
Mehr als 128KB RAM braucht man auch nicht.
128 Kerne CPUs ist auch eine absurde Übertreibung. Zeugt von Inkompetenz auf dem Gebiet und mehr nicht. Wobei ein 32core durchaus in bereits vielen Anwendungen Sinn machen. Die 0815 gamer die sonst nichts mit dem PC anfangen können ausgeschlossen.

Ich wette viele Indie Entwickler werden auf TR umgestiegen sein. Die Vorteile liegen auf der Hand. Mein TR im Source2 HAMMER editior geht bei den aufgaben ab wie Dreck. Das war ein schlechter Witz mit dem QuadCore. Und auch mein 1800X war logischerweise nur halb so schnell. Blender, Photoscan/RealityCapture, adobe premiere/Lightroom... geht alles um ein vielfaches schneller. Und Zeit ist wichtig. Habe wenig davon nach der arbeit. Die Aufgaben immer anspruchsvoller. 4K in video und Texturen, millionen polygone, 24mpix RAW photos..etc.

Desweiteren ist der heimische PC beim rendering etc auch nicht immer gleich hilflos belegt und überfordert. Denn genug Kerne kann man immer frei machen um gleichzeitig zu zocken (wenn cuda nicht aktiv) oder anständig den PC zu benutzen.

Merke:
Nicht immer von sich und die 20 games die man hat/spielt auf andere schließen.
#16
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Registriert seit: 18.07.2006

Kapitän zur See
Beiträge: 3310
Zitat REDFROG;26110241
Mehr als 128KB RAM braucht man auch nicht.


"640 kb ram ought to be enough for anybody." :)
#17
customavatars/avatar150117_1.gif
Registriert seit: 12.02.2011
Baden Württemberg
Kapitän zur See
Beiträge: 3121
Ok waren es 640KB. Ist auch schon ne Hausnunmer. :-D
Genauso bescheiden kann auch ein Sprung von 16 auf 32 Kernen in der Zukunft aussehen. Die QuadCore Steinzeit ist vorbei.
#18
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Registriert seit: 01.03.2013

Oberstabsgefreiter
Beiträge: 497
Zitat REDFROG;26109379
Darüber freue ich mich auch.
Allerdings ist es mit den Dies eben genau die Strategie, dass sie eben NICHT so groß sind und eine effizientere (wirtschaftl. gefahrenlosere?) Produktion erlauben. Große Dies erhöhen das Potential eines Defekts = viel Ausschuss.

Außerdem lässt sich der TR gerade wegen seiner breit verteilten "Hitzköpfe" so geschmeidig gut kühlen. Grafikeinheiten will man auch wegen der Thermik dort gar nicht sehen. Diese Grafikeinheit würde dann höchstens den Desktop anzeigen, für CUDA aber wäre das doch unsinnig.
Wer mit TR und der Grafikeinheit arbeitet, der wird so etwas nicht mehr kühlen können, oder das Ergebnis an Leistung wäre jedes mal nur ein teurer Kompromiss.

Ich sehe jedes mal wie viel heißer das Wasser wird, wenn die 1080ti zu dem 1950X auch noch mitarbeiten soll. Ist ja auch klar, sind es fast bis zu weiteren 300Watt die da reinblasen. Wie will man so eine performance unter die Haube eines 300Watt(@4Ghz) TR packen? ^^

Schön einen TR 1950X rein, Nvidia Karten im SLI Verbund und dann lass den Kameraden schön rechnen. :asthanos: Da denkt keiner mehr an iGPU, denn die müsste diese Leistung erst mal übertreffen um überhaupt Sinn zu machen.
Und der RAM, der bleibt ja sowieso da wo er ist.


Klar, stimme ich dir in allen Punkten zu. Wäre aber cool.
Vielleicht wird in 100 Jahren in einen QBit-Prozessor der heutige Tianhe2 auf ein Chip realisiert sein. Wer weiß .... was heute utopisch klingt, kann irgendwann vielleicht real sein. Vielleicht knallt ein Meteorit auf die Erde mit einer speziellen Metalllegierung die das Hitzeproblem gegen null minimiert :cool:
Spaß beiseite, wir sind ja in dem Hier und Jetzt. Aber Träumen darf man ja. :D

Mein erstes Computerspiel vor über 40 Jahren als Kind war Ping-Pong auf den Fernseher. Ein Werbegeschenk für Abo's einen lokalen Zeitung. Da sind wir Kinder aus den Staunen nicht herausgekommen. Wer hätte die heutige Technik damals geahnt. Damals waren 64 KB RAM schon enorm viel. Beim C128 ist das Betriebssystem 32KB groß. Dieses Buch des kompletten Betriebssystems in Assembler habe ich heute noch. Etwas ramponiert, da ich es damals viel genutzt habe um eigene Programme zu schreiben. Dann meine Freundin Amiga beackert, danach Pentium. Das waren alles Singleprozzis. Aber das ist eine andere Geschichte :)
#19
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Registriert seit: 19.04.2008
PorscheTown
Vizeadmiral
Beiträge: 6879
Zitat REDFROG;26109480
Das ist irgendson Musikvideo?
Was hat das mit dem Thema zu tun?

Will soon meine Hardware!
Ne das ist nicht irgendso Musik Video.
Beat, Respect and speed up!

[video=youtube;oj4Ini3jEN8]http://www.youtube.com/watch?v=oj4Ini3jEN8[/video]
#20
customavatars/avatar189276_1.gif
Registriert seit: 01.03.2013

Oberstabsgefreiter
Beiträge: 497
Zitat Phantomias88;26111746
Will soon meine Hardware!
Ne das ist nicht irgendso Musik Video.
Beat, Respect and speed up!


Nettes Equipment, besonders die Monitorbeschallung rechts von ihm. Armin, he Armin ... AAArrrmiiin hörst du mich? :)
#21
Registriert seit: 24.01.2018

Matrose
Beiträge: 1
Ich glaube auch das sie noch kommen werden.
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