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ISC19: Supermicro baut Ökosystem auf maximale Flexibilität aus

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supermicro logoSupermicro gehört zu den größten Hardwareherstellern im Serverbereich. Neben mehr oder weniger einfachen Mainboards fertigt man auch komplette Server. Auf der International Supercomputing Conference stellte man einige der Neuheiten aus, die vor allem auf eine maximale Dichte der Rechenleistung und Speicherausstattung sowie auf Modularität und Flexibilität abzielen.

Zu nennen wäre der SSG-1029P-NEL32JBF (für alle Liebhaber griffiger Produktbezeichnungen sicherlich ein Highlight). Dabei handelt es sich um einen 1U-Einschub für SSD-Laufwerke im sogenannten Ruler-Format. Der genauer als Enterprise & Datacenter Storage Form Factor (EDSFF) bezeichnete Standard sieht mehrere Varianten vor: E1.L, E1.S sowie E3.L und E3.S. Die SSDs haben eine Länge von bis zu 320 mm und verbrauchen je nach Größe 12 bis 70 W.

Die Besonderheit des SSG-1029P-NEL32JBF ist die Tatsache, dass der Server modular aufgebaut ist. Neben EDSFF-Laufwerken können im vorderen Bereich auch solche des NGSFF-Formfaktor alias NF1 verbaut werden. Dazu muss nur die Platine mit der dazugehörigen Schnittstelle getauscht werden. Mit dieser flexiblen Lösung ist Supermicro derzeit einer der wenigen Anbieter, der hinsichtlich des eingesetzten Speichers derart aufgestellt ist.

Um die Kühlung der bis zu 32 SSDs im U1-Rack zu verbessern, hat Supermicro den Luftstrom etwas optimiert. Dazu befindet sich im hinteren Bereich des Racks nicht ein komplett geschlossenes PCB mit Anschlüssen und Löchern zur Belüftung, sondern einzig der Anschluss selbst wird rechtwinklig ausgeführt. Damit bleibt ausreichend Platz für den kühlenden Luftstrom.

Supermicro stellte den SSG-1029P-NEL32JBF mit verbauten Intel D5-P4326 zu jeweils 15,36 TB aus. Bei 32 dieser Laufwerke ergäbe sich ein Gesamtkapazität von 500 TB. In Kürze sollen die Laufwerke aber die doppelte Kapazität aufweisen und dann sind 1 PB pro U1-Rack möglich.

Im hinteren Bereich des SSG-1029P-NEL32JBF befindet sich die eigentliche Controller-Hardware in Form eines unterschiedlich starken Servers. Auch hier können verschiedene Ausstattungsvarianten angeboten werden – je nachdem wie viele Compute-Server auf den Storage-Server zugreifen sollen und je nachdem wie die Netzwerk-Verbindung realisiert werden soll.

Hohe Compute-Dichte und viel Flexibilität

Hinsichtlich der Flexibilität ähnlich aufgestellt ist Supermicro mit dem SYS-2029BT-HNC0R. Dabei handelt es sich um U2-Rack namens BigTwin mit vier Hot-Swappable Nodes. Um vier Nodes in ein U2-Rack packen zu können, hat Supermicro die dazugehörigen Netzteile neu konzipiert. Diese sind besonders schmal und haben einen extrem kleinen Querschnitt, reichen dafür aber fast über die gesamte Tiefe des Racks. Die zwei redundant ausgelegten Netzteile haben eine Ausgangsleistung von jeweils maximal 2.090 W.

Der geringe Platzbedarf der Netzteile versetzt Supermicro erst in die Lage vier Nodes auf 2U-Bauhöhe zu packen. Die Nodes selbst können dabei unterschiedlich ausgestattet werden. Möglich ist ein 2S-System mit jeweils zwei Xeon-Scaleable-Prozessoren inklusive Optane DC Persistent Memory, aber auch ein GPU-Node mit bis zu zwei Single-Slot-Karten (oder einem Dual-Slot-Beschleuniger). In den vier Nodes ist eine flexible Gestaltung mit unterschiedlichen Ausstattungsmerkmalen möglich.

Auch was die Anbindung an das Netzwerk betrifft, bietet Supermicro eine möglichst flexible Lösung. So kann im vorderen Bereich des Mainboards die Netzwerk-Platine mitsamt der dazugehörigen Anschlüsse ausgetauscht werden. Wie bei allen soeben erwähnten Komponenten ist diese Flexibilität aber natürlich auf die Hardware von Supermicro beschränkt. Da hier proprietäre Komponenten des Herstellers zum Einsatz kommen, legt sich der Käufer oder Nutzer eines solchen Systems natürlich auch auf Supermicro als Anbieter der Hardware fest. Über die standardisierten Erweiterungssteckplätze können natürlich weiterhin auch Standardkomponenten (wie zum Beispiel Netzwerkkarten) verbaut werden.

Alles in allem ermöglichte der Stand von Supermicro einen sehr schönen Überblick über die aktuell verfügbaren Lösungen. Diese reichen von kleinen CPU- und GPU-Nodes, über 2U-Racks mit vier flexiblen Nodes bis hin zu den Storage-Servern mit Ruler-SSDs. Nebenbei stellte man auch einen GPU-Server mit NVIDIAs NVLink-Switch und 16 Tesla V100 aus.