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PCIe 4.0 nur über den Ryzen-Prozessor: Alle Details zum B550-Chipsatz

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amd-b550Zusammen mit den kleinen Quad-Core-Ryzen-Prozessoren stellt AMD auch den Mittelklasse-Chipsatz B550 vor. Auf diesen warten wir nun schon einige Zeit, denn Gerüchte und Meldungen dazu gibt es schon seit der Vorstellung der aktuellen Ryzen-Prozessoren. Warum es so lange gedauert hat eine günstigere Alternative zum X570 zu haben, dazu macht AMD keinerlei Angaben. Es wird auch noch etwas dauern, bis die entsprechenden Mainboards verfügbar sind. Heute stellt AMD den Chipsatz vor, verfügbar sein werden die Boards aber erst ab dem 16. Juni sein.

Der B550-Chipsatz bzw. die dazugehörigen Mainboards sollen ab 100 US-Dollar starten. Wer die neuesten Chipsatz-Funktionen nutzen möchte, muss aktuell noch zum X570 greifen - diese Boards beginnen ab etwa 140 Euro. Die B450-Mainboards legen ab 60 Euro los und weniger als 100 Euro wären für Mainboards mit B550-Chipsatz sicherlich sinnvoll. Zum Start Mitte Juni sollen 60 Modelle von ASUS, ASRock, Biostar, MSI und Gigabyte am Markt verfügbar sein.

Kommen wir nun aber zu Funktionen. Mit dem B550-Chipsatz bringt AMD die PCI-Express-4.0-Kompatibilität in das Mainstream-Segment. Alle vom Ryzen-Prozessor zur Verfügung gestellten PCI-Express-Lanes sind zum 4.0-Standard kompatibel. Dies gilt für die PCI-Express-Steckplätze und die Anbindung von NVMe-Speicher. Zudem können Mainboards mit B550-Chipsatz zwei Erweiterungsslots mit PCI-Express 4.0 versorgen, was zuvor Boards mit X470- und X570-Mainboards vorbehalten war. Die PCI-Express-Lanes des Chipsatzes arbeiten aber weiterhin nur nach dem 3.0-Standard.

Ob der B550 von AMD und ASMedia entwickelt wurde und wer die Fertigung übernimmt, dazu wollte sich AMD nicht äußern. Man nennt aber die Thermal Design Power des Chipsatzes. Dieses liegt bei 5 W. Ein X570-Chipsatz liegt bei 11 W, was vor allem dem schnelleren PCI-Express-Interface geschuldet ist.

Der B550-Chipsatz unterstützt alle aktuellen Ryzen-Prozessoren. Zu den Details der Unterstützung durch die unterschiedlichen Chipsätze kommen wir noch. Gleich zu Beginn wollen wir darauf hinweisen, dass die Modelle Ryzen 5 3400G und Ryzen 3 3200G von Mainboards mit dem B550-Chipsatz nicht unterstützt werden.

Das Blockdiagramm zeigt den Aufbau und die Aufteilung der verschiedenen Anschlüsse. Die Ryzen-Prozessoren der aktuellen Generation bieten viermal USB 3.2 Gen 2 und 24 PCI-Express-4.0-Lanes. 16 Lanes können für die Erweiterungsslots verwendet werden (1x 16 oder 2x 8). Vier Lanes stehen zur Anbindung des Chipsatzes zur Verfügung, beim B550-Chipsatz verwendet AMD aber nur PCI-Express 3.0. Hinzu kommen noch vier Lanes für NVMe (x4 NVMe, 2x x2 NVMe oder 2x SATA + x2 NVMe).

Die Anbindung des Chipsatzes erfolgt wie gesagt über vier PCI-Express-3.0-Lanes. Der B550-Chipsatz bietet dann 3x SATA 3.0, 2x USB 3.2 Gen 2, 2x USB 3.2 Gen 1, 6x USB 2.0 und acht PCI-Express-3-0-Lanes. Hinzu kommen weitere zwei SATA-Anschlüsse oder zwei PCI-Express-3.0-Lanes.

Gegenüberstellung der Chipsätze
B450X470B550X570
Anbindung zur CPU4x PCIe 3.04x PCIe 3.04x PCIe 3.04x PCIe 4.0
USB 3.2 Gen 22228
USB 3.2 Gen 1262-
USB 2.06664
SATA684 (+2) 4 (+4)
zusätzliche Lanes6x PCIe 2.08x PCIe 2.06x PCIe 3.08x PCIe 4.0

Größter Unterschied zum X570-Chipsatz sind vor allem die PCI-Express-4.0-Lanes, die beim B550-Chipsatz schlichtweg fehlen. Aufgrund der weniger schnellen Anbindung reduziert AMD auch die Anzahl der schnellen USB-Anschlüsse beim B550-Chipsatz.

Ryzen 4000 Serie nur auf X570, B550 und neuer

Komplex wird es in der Auswertung der Unterstützung der verschiedenen Ryzen-Prozessoren mit den unterschiedlichen Chipsätzen. So sollen alle Ryzen-3000-Prozessoren auf allen Mainboards mit X470-, B450-, X570- und B550-Chipsatz laufen. Ausgenommen sind die eben schon erwähnten G-Modelle mit integrierter Vega-Grafikeinheit. Die Ryzen-Prozessoren der 2000er-Serie laufen nicht mehr auf den X570-Mainboards. Dies gilt auch für die Ryzen-Prozessoren der ersten Generation.

Die Gründe dafür haben wir bereits des Öfteren ausgeführt. Durch die verschiedenen AM4-Modelle und den dazugehörigen Microcode sind die BIOS-Dateien derart angewachsen, dass Standard-BIOS-Chips mit 8 oder 16 MB diese nicht mehr aufnehmen können. Sparsame Mainboardhersteller, die sich für einen besonders kleinen BIOS-Chip entschieden haben, müssen sogar noch weitere Unterscheidungen in der Unterstützung machen oder bieten zwei unterschiedliche BIOS-Versionen an. Von dieser Problematik betroffen sind auch einige EPYC-Mainboards.

Außerdem spricht AMD davon, dass Mainboards mit X570- und B550-Chipsatz die zukünftigen Ryzen-Prozessoren auf Basis der Zen-3-Architektur unterstützen werden. Gegen Ende des Jahres werden die ersten Prozessoren erwartet.

Update: ASMedia fertigt den B550

Eine der letzten Fragen zum B550-Chipsatz war, wer diesen fertigt. Hardwareluxx gegenüber bestätigte AMD nun, dass ASMedia die Entwicklung und Fertigung übernommen hat bzw. übernehmen wird.

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