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CUDIMM und CAMM2

Neue Speichervarianten als heimliches Highlight der Messe

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Neue Speichervarianten als heimliches Highlight der Messe
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Aus News-Sicht war die Computex nun wahrlich nicht dünn besetzt: AMD stellte seine Ryzen-9000-Prozessoren vor, Intel sprach ausführlich über Lunar Lake und auch ansonsten haben wir versucht euch die wichtigsten Neuerungen bestmöglich zu vermitteln. Darunter findet sicherlich auch jeder sein persönliches Highlight – abhängig vom jeweiligen Interessensgebiet und den persönlichen Vorlieben für Hardware.

Sollten wir uns eines heraussuchen, dass wären hier sicherlich die neuen Standards bzw. Formate für den Einsatz von Arbeitsspeicher zu nennen. Fast alle Mainboardhersteller stellten in Zusammenarbeit mit Kingston Mainboards aus, die mit CAMM2-Modulen bestückt werden können. Die CAMM2-Module wurden vor etwas mehr als einem Jahr von Dell entwickelt und sind inzwischen auch schon ein JEDEC-Standard. Vielmehr noch, als LPCAMM2 kommen sie mit LPDDR5X-Chips bereits in Notebooks von Lenovo zum Einsatz.

Für die Desktop-Mainboards setzen die Speicherhersteller auf DDR5-Chips auf dem CAMM2s. Damit trägt man dem Umstand Rechnung, dass die Desktop-Prozessoren bzw. deren Speichercontroller nur mit DDR5, nicht aber mit LPDDR5 umgehen kann. Dabei sei aber gesagt, dass so manche CPU sowohl im Desktop wie auch in Notebooks zum Einsatz kommt und der Speichercontroller zumindest theoretisch sehr wohl sowohl DDR5 als auch LPDDR5 ansprechen könnte.

Vorteile von CAMM2:

Die Vorteile der CAMM2-Module sind schnell erläutert. Einerseits können die Module wesentlich näher am Sockel untergebracht werden und die Leiterbahnen sind auch nicht so weit gestreckt, wie dies bei DIMM-Steckplätzen der Fall ist. Dies ist der Signalintegrität zuträglich und sorgt für niedrige Latenzen.

Zudem befinden sich hier gleich zwei Speicherkanäle auf einem Speichermodul, was beim gebotenen Platzangebot eine hohe Speicher- und Leistungsdichte nach sich zieht.

Die flach auf dem Mainboard aufliegenden Module auch kein Hindernis für einen eventuell ausladenden CPU-Kühler. Zwar halten sich die meisten Kühlerhersteller an gewisse No-Go-Zonen, unterschiedlich hohe Heatspreader der Speichermodule und ebenso unterschiedlich große und ausladende Kühler führen aber immer wieder zu Problemen.

Letztendlich lassen sich CAMM2-Module auch einfacher kühlen. Theoretisch wäre es möglich einen Heatspreader direkt auf dem Modul anzubringen – ausreichend Fläche ist vorhanden.

Nachteile von CAMM2:

Ein neuer Speicherstandard bzw. Formfaktor hat aber natürlich auch Nachteile. Der wichtigste dürfte sein, dass ein komplett neues Ökosystem aus Speichermodulen und Mainboard geschaffen werden muss. Wer auf ein Mainboard mit CAMM2 wechseln sollte, kann zukünftig auch nur eben diesen Formfaktor einsetzen. Für CUDIMM (dazu kommen wir gleich) sieht dies anders aus. Wer möchte, wird Arrow Lake-S mit seinen aktuellen oder jeden anderen beliebigen DDR5-Modulen, einsetzen können. Für höhere Taktraten sollen CUDIMMs auf den Markt kommen. Zwischen Standard DDR5-DIMMs und CUDIMMs kann problemlos gewechselt werden. Dies ist bei CAMM2 nicht der Fall.

CUDIMMs für Arrow Lake-S

Offiziell wollte niemand darüber sprechen, unter vorgehaltener Hand wird aber bereits darüber gesprochen, dass Intel für Arrow Lake-S an einer neuen Funktion für den DDR5-Speicher arbeitet.

Sogenannter CUDIMM soll für Arrow Lake-S optional zum Einsatz kommen. CUDIMM steht für Clocked Unbuffered DIMMs. Die Module selbst enthalten einen CKD (Client Clock Driver). Der CKD puffert den Takt zwischen dem Speichercontroller des Prozessors und dem DRAM. Die Client Clock Driver unterstützt I2C- und I3C, um eine asynchrone Steuerung zu ermöglichen. Die Maßnahmen sollen für ein saubereres Signal, weniger Rauschen und insgesamt für eine verbesserte Stabilität und Zuverlässigkeit sorgen. Damit sollen die Speichermodule noch einmal höhere Taktraten erreichen können. Die JEDEC sieht für CUDIMM bereits 6.400 und 7.200 MT/s vor. Einige Speicherhersteller sprechen bereits davon bei 9.000 MT/s starten zu können für diese Module.

Aktuell ist für Intels Core-Prozessoren bei etwa 8.000 MT/s das Maximum dessen erreicht, was noch zuverlässig funktioniert. Dies gilt allerdings nur für die K-Modelle und selbst dann ist nicht sichergestellt, dass der jeweilige Prozessor den Takt von 4.000 MHz am Speichercontroller halten kann. Zur Computex stellte G.Skill DDR5-Kits mit 10.600 MT/s vor. Diese laufen allerdings nur mit den Ryzen-8000G-Prozessoren.

Laut BiWin sollen die Module bereits ab September 2024 zur Verfügung stehen. Für diesen Zeitraum oder etwas später soll auch Arrow Lake-S starten.

CUDIMMs werden kommen, CAMM2 noch unklar

Während klar abzusehen ist, dass uns zusammen mit Arrow Lake-S auch die CUDIMMs erwarten werden, sieht dies beim Desktop-Einsatz von CAMM2 noch anders aus. Allerdings kann man die zahlreichen Prototypen der Mainboardhersteller als positives Zeichen deuten, dass daraus tatsächlich ein Produkt werden könnte.

Uns würde interessieren, ob euch der Einsatz von CAMM2 reizt und ob ihr darin auch gewisse Vorteile wie eben die höhere Signalqualität, kürzere Signalwege und die einfacherer Kühlung als Anreiz seht?

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