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Xeon Scalable 2nd Gen: Intel kann mehr als nur Prozessoren

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intel-xeon-platinumAm gestrigen Tag hat Intel eine umfangreiche Erneuerung seines Datacenter-Ökosystems angekündigt. Dabei wird vor allem eines klar: Intel verkauft längst nicht mehr nur Prozessoren für Server, sondern gleich ein komplettes Ökosystem.

Der Fokus liegt natürlich weiterhin bei den Prozessoren. Diese basieren nun auf der Cascade-Lake-Architektur und bieten Verbesserungen im Bereich der Befehlssätze (VNNI und DL-Boost), sollen durch Technologien wie Resource Director und Speed Select aber auch flexibler in ihrem Einsatzgebiet werden. Zudem gibt es Hardware-Mitigationen gegen Sidechannel-Attacken.

Wohl am umfangreichsten sind jedoch die Änderungen im Speichersubsystem. Hat Intel bereits alle Daten in den Caches unter Kontrolle und bietet auch schon Datacenter-SSDs an, kommt nun eine weitere Ebene hinzu: Der Optane DC Persistent Memory. Über Speichermodule mit Optane-Speicher will Intel das Einsatzgebiet von All-Flash-Lösungen vergrößern und zugleich die gebotenen Kapazitäten erweitern. Bis zu 4,5 TB können mit den Xeon-Scalable-Prozessoren der zweiten Generation über einen Sockel angesprochen werden. Dabei soll der Preis pro Gigabyte an Speicher deutlich unter dem liegen, was für DRAM fällig wird.

Mehr als 50 Modelle der Xeon-Scalable-Prozessoren der zweiten Generation gibt es und laut Intel handelt es sich um die schnellsten Start einer Xeon-Generation mit der größten Breite hinsichtlich des Modellangebots.

Doch es gab noch mehr zu verkünden: So gibt es eine Xeon-Platinum-9200-Serie, die ein MCM-Design verwendet und sozusagen zwei CPUs zusammen in ein Package packt. Damit macht Intel Prozessoren mit bis zu 56 Kernen und einem 12-Kanal-Speicherinterface möglich, die nicht nur auf dem Papier doppelt so schnell sind, wie die schnellsten Platinum-8200-Modelle. Dies hat allerdings seinen Preis, denn die Prozessoren kann Intel nur im BGA-Package direkt auf einem Mainboard verlöten und die Thermal Design Power liegt mit bis zu 400 W weit über dem, was wir sonst für Serverprozessoren an Angaben kennen.

Doch die Xeon-Platinum-9200-Serie ist vor allem dazu gedacht, das aktuelle Maximum aus der Hardware zu quetschen und AMD die Stirn zu bieten. Hier wird man allerdings 64 Kerne geboten bekommen, die keine 400 W benötigen werden, wenngleich ein derartiger Vergleich eher schwierig ist.

Die dritte Neuvorstellung betrifft die FPGA-Strategie von Intel. Das flexible Chiplet-Design mit diversen Komponenten und IPs trifft Intels Produktstrategie in dieser Hinsicht punktgenau und in etwa wo dürften in nicht allzu ferner Zukunft auch die Prozessoren und GPUs im Endkundensegment aussehen. Die Agilex getauften FPGAs sollen im dritten Quartal auf den Markt kommen.

Im Netzwerkbereich gibt es ebenfalls einige Neuankündigungen. So hat Intel mit dem Ethernet-Controller E810 und Ethernet Network Adapter E810 eine Netzwerkhardware vorgestellt, welche bis zu 100 GBit/s an Übertragungsrate ermöglicht. Weitaus entscheidender aber ist die Zusammenarbeit aus Hard- und Software, um nicht nur über theoretische Übertragungsraten zu sprechen, sondern in der Praxis einen echten Mehrwert zu bieten. Application Device Queues und Dynamic Device Personalization sind hier die richtigen Stichworte.

In eine ähnliche Kerbe schlägt außerdem die Vorstellung der Intel Xeon D-1600 (Hewitt Lake) SoCs, die ebenfalls im Netzwerkbereich eingesetzt werden können. Hier geboten wird eine Kombination aus verbesserten Broadwell-Kernen (bis zu acht) mit PCI-Express, SATA, USB und 4x 10 GBit/s Ports für schnelles Ethernet.

Zwei weitere Kleinigkeiten sind das Angebot einer Dual-Port Variante der Optane SSD DC P4800X und die Ankündigung die Software Guard Extensions (SGX) mit den Xeon-Prozessoren der nächsten Generation (Cooper Lake) in eben diese zu integrieren, was den Einsatz von Erweiterungskarten für Cloud Service Provider unnötig macht und mehr Sicherheit bieten soll.

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Kommentare (1)

#1
Registriert seit: 05.11.2018

Obergefreiter
Beiträge: 67
Ein 8 Kerner mit moderater Baseclock hat ca. 65W TDP, hochgerechnet auf 56 Kerne komme ich auf 455W.
In den Turbotaktraten kann jede CPU (kurzzeitig) weit mehr Watt verbrauchen als TDP angegeben.
Ein übertakteter I7 kommt meist auf weit über 200 Watt verbrauch, der Hersteller könnte diesen
aber auch mit der per OC erreichten Baseclock und 200W TDP verkaufen.
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