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Intel beschleunigt das Ethernet auf 100 GBit/s

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intel-columbiaville

Im Rahmen eines Datacenter-Events hat Intel heute an gleich mehreren Stellen zum Rundumschlag aufgeholt. Es gibt neue Cascade-Lake-Prozessoren, die Xeon-D-1600-Serie für spezielle Anwendungsbereiche und die Agilex-FPGAs sollen ab dem 3. Quartal die Anforderungen in noch spezielleren Bereichen abdecken.

Aber ein Datacenter funktioniert in weiten Teilen nur dann gut, wenn auch die Kommunikation mit anderen Komponenten eines Rechenzentrums möglichst reibungslos verläuft. Noch immer ein Standard im Netzwerkbereich ist das Ethernet. Hier kündigt Intel mit Columbiaville die neue Ethernet-800-Serie mit 100 GBit/s an.

Zunächst einmal aber muss man sich darüber im Klaren sein, in welchem Bereich die Ethernet-800-Serie von Bedeutung ist. In einem Rechenzentrum verläuft auch viel Datenverkehr intern. Sprechen mehrere Servernodes miteinander, kommt eine Interconnect-Netzwerk zum Einsatz. Im Falle von Ethernet over InfiniBand werden hier Übertragungsraten von bis zu 4.000 MBit/s, also 4 GBit/s, erreicht. Bei solchen Übertragungsdaten kommen nur noch Lichtwellenleiter zum Einsatz.

Dies gilt auch für schnelle Ethernet-Verbindungen. 200GBASE und auch 400GBASE, also ein 200-Gbit/s- und 400-Gbit/s-Ethernet, sind inzwischen etabliert und kommen in Rechenzentren bereits zum Einsatz. Mit der Ethernet-800-Serie will Intel die Übertragungsraten weiter verbessern, auch wenn nur 100 GBit/s auf dem Papier stehen.

Hohe Datenübertragungsraten zu erreichen ist das eine, diese aber auch durch den Software-Stack an die Hardware liefern zu können das andere. Aus rein technischer Sicht ist die Übertragung von 400, 800 GBit/s und sogar mehreren TBit/s über ein Glasfaserkabel mit Mono- und Multimodes kein großes Problem mehr. Insofern rückt die Software in den Fokus, denn diese ist nicht zwangsläufig in der Lage, einen Netzwerk-Adapter mit derart vielen Daten zu füttern. Dabei sprechen wir nicht von vereinzelten Zugriffen auf große Datenmengen, sondern von vielen (mehrere tausend) einzelnen Zugriffen.

Aus diesem Grund führt Intel die Application Device Queues (ADQ) ein. Intel möchte mit der ADQ die Variabilität in der Reaktionszeit bei Netzwerkzugriffen reduzieren. Diese Maßnahme reduziert die Latenzen und erhöht den Datendurchsatz. Letztendlich können dann mehr Nutzer mit der bestehenden Hardware versorgt werden bzw. es können mehr Server parallel an einer bestimmten Aufgabe arbeiten.

In den Application Device Queues wird den Applikationen bzw. deren Datenverkehr eine dedizierte Netzwerk-Queue zugewiesen. Je nach Infrastruktur und Bedarf können unterschiedlich viele Queues einer bestimmten Anwendung zugeordnet werden. Um die Integration von ADQ so einfach wie möglich zu gestalten, baut der Standard-Linux-Netzwerk-Stack mit ADQ auf – es gibt also eine direkte Unterstützung der Software.

Mit ADQ können der Datendurchsatz und die Latenz verbessert werden, vor allem aber wird die Verlässlichkeit der Daten erhöht. Intel demonstriert dies anhand eigener Daten, die am Beispiel einer steigenden Anzahl an Verbindungen pro Nutzer die Latenzen und Datenraten darstellen.

Eine weitere Maßnahme, die Auslastung der Hardware zu verbessern, ist die Dynamic Device Personalization (DDP). DPP trägt der Tatsache Rechnung, dass es in einer Netzwerk-Umgebung zahlreiche Protokolle gibt, die ein Netzwerkadapter beherrschen muss. Üblicherweise kann der Netzwerk-Softwarestack diese aber nicht alle analysieren und dementsprechend möglichst effektiv in der Pipeline zuordnen. Mittels DDP soll dies nun aber möglich sein, was in verschiedenen Bereichen zu einer höheren Datenübertragungsrate sorgen soll. DDP wird von der neuen Ethernet-800-Serie, aber auch dem Vorgängern der Ethernet-700-Serie unterstützt.

Die dazugehörigen Ethernet Controller E810 und Ethernet Network Adapter E810 werden derzeit als Samples an teilnehmende Partner ausgeliefert. Später im Jahr soll eine allgemeine Verfügbarkeit erfolgen.

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Kommentare (32)

#23
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Registriert seit: 07.03.2012

Korvettenkapitän
Beiträge: 2107
Ja, mit Fibre mag das so aussehen. Aber auf dem Land ist halt Coax gut ausgebaut. Ich habe seit 20 Jahren Internet über Coax, und hatte jederzeit super stabiles und schnelles Internet. Bis auf den Moment gerade, aber nächste Woche werden bei uns die Kabel saniert.

Wenn Du unbedingt FTTH brauchst, musst Du Dich halt umsehen, wo Du hin ziehst. War bei mir auch ein Hauptkriterium bei der Wohnungssuche, dass es da anständiges Internet gibt.
#24
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Korvettenkapitän
Beiträge: 2107
Wobei, die Werbung hier aufm luxx dafür find ich doch bisschen daneben. Muss ja jede selber wissen, was sie dafür tut. Der Zeitgeist übertreibt es zur Zeit, meiner Meinung nach.

[ATTACH=CONFIG]464300[/ATTACH]

nicht mal bridged mode? und das mit ner fixen IP? da geb ich Euch aber mal Recht, kein Schwein braucht 10 Gbit/s
#25
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Wonfurt
Kapitän zur See
Beiträge: 3486
Erklärt mir mal bitte wie Glasfaser in ne Wohnung kommen soll.Bzw wie man Glasfaser bei 90 grad abwinkelt? Bricht das nicht ? Ans Grundstück bzw ans Haus ja,aber in ne Wohnung??? Ich frage deshalb weil ich vllt in Zukunft GF an der Hauswand entlang ins Obergeschoss legen lassen würde.Und da gibt's halt kleinere Ecken zu überwinden.
#26
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Registriert seit: 29.08.2018

Oberleutnant zur See
Beiträge: 1363
Niemand biegt so einen LWL um 90° um!
#27
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Korvettenkapitän
Beiträge: 2107
Die sind mega dünn, die Fasern. Haben die in die bestehenden Kupfer Rohre rein geblasen.

4x Fibre in jede Wohnung, bei uns in der Stadt.
#28
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Registriert seit: 07.03.2012

Korvettenkapitän
Beiträge: 2107
Um mal beim OT zu bleiben: letzhin ist mir bei voller Fahrt die Sattelstütze gebrochen. Zum Glück ist nichts weiter passiert, und ich war auch schon fast zu Hause.
#29
Registriert seit: 18.07.2016

Oberstabsgefreiter
Beiträge: 425
Zitat Gribasu;26903088
Erklärt mir mal bitte wie Glasfaser in ne Wohnung kommen soll.Bzw wie man Glasfaser bei 90 grad abwinkelt? Bricht das nicht ? Ans Grundstück bzw ans Haus ja,aber in ne Wohnung??? Ich frage deshalb weil ich vllt in Zukunft GF an der Hauswand entlang ins Obergeschoss legen lassen würde.Und da gibt's halt kleinere Ecken zu überwinden.


Natürlich, Glasfaser ist nicht wörtlich zu nehmen. Da wird kein Glas verwendet. Es gibt auch „Bend-Insensitive-Fiber“, die kannst du fast um 180 Grad biegen. Moderne LWL sind nicht so empfindlich wie manche hier tun. Solange man die nicht komplett umknickt oder drauf rumtrampelt passiert da nix.

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Zitat AliManali;26899133
Ja, mit Fibre mag das so aussehen. Aber auf dem Land ist halt Coax gut ausgebaut. Ich habe seit 20 Jahren Internet über Coax, und hatte jederzeit super stabiles und schnelles Internet. Bis auf den Moment gerade, aber nächste Woche werden bei uns die Kabel saniert.

Wenn Du unbedingt FTTH brauchst, musst Du Dich halt umsehen, wo Du hin ziehst. War bei mir auch ein Hauptkriterium bei der Wohnungssuche, dass es da anständiges Internet gibt.


Ja wow, das ist es in D auch. HFC ist ne Mogelpackung und definitiv nicht mit FTTH vergleichbar.
#30
Registriert seit: 17.06.2009

Kapitänleutnant
Beiträge: 1836
Glasfaserkabel sind aus Glas (nur für sehr kurze Distanzen nimmt man Kunststoff, der ist viel weniger lichtdurchlässig) . Genau genommen aus zwei Schichten, einer inneren und äußeren mit unterschiedlicher Glasdichte. Durch die unterschiedliche Brechungskoeffizienten der Glasschichten wird der Lichtstrahl im Inneren der Glasfaser gehalten. Der Durchmesser der Faser ist etwa 1/10 mm.

Die Fasern sind natürlich von einem Kunststoffmantel umhüllt, um sie zu schützen.

Zitat

Der Biegeradius für Standard-Einmodenfasern gemäss G.652 D [1] oder IEC 60793-2-50 B1.3 [4]
beträgt mindestens 30 mm.

https://www.bakom.admin.ch/dam/bakom/de/dokumente/tc/telekommunikation/technische_empfehlungenzurinstallationderglasfaserindengebaeuden.pdf.download.pdf/technische_empfehlungenzurinstallationderglasfaserindengebaeuden.pdf
#31
Registriert seit: 01.11.2004
Bärlin
Super Moderator
Mr. Alzheimer
Beiträge: 18812
Zitat awehring;26905344
Genau genommen aus zwei Schichten, einer inneren und äußeren mit unterschiedlicher Glasdichte. ...Der Durchmesser der Faser ist etwa 1/10 mm.


Das ist leider Unsinn, so wie es da steht.

1. Es gibt zwei grundsätzlich verschiedene Glasfaser, im Sinne des Materials. Kunststofffasern sind eben keine Glasfasern, sondern Polymerfaser. Daneben gibt es noch Hybridfasern.
2. Glasfasern unterteilen sich in Monomode- und Multimodefasern.
Monomodefaser bestehen tatsächlich aus nur 2 Indizes.
Multimodefaser hingegen bestehen aus diskreten oder kontinuierlichen unterschiedlichen Indizes, denn nur so können sich mehre Moden ausbilden.
Weiterhin unterscheiden sich diese auch im Kerndurchmesser 9µm vs 50/62,5µm.
3. Glasfasern sind in der Regel noch durch deutlich mehr geschützt als durch einen Kunststoffmantel. Der bringt nämlich effektiv Garnichts, wenn er alleine Auftritt.

Hättest du dein Dokument aufmerksam gelesen, hättest du auch die Passage gefunden, auf die Schakal anspricht.
Zitat
Fasern gemäss G.657 A [3] ... mit einem Biegeradius von mindestens 15,0 mm;


Glasfaser ist deutlich mehr, als dass man sie mit einer Ausführungsrichtlinie eines sehr spezifischen Anwendungsbereiches der IT erklären könnte.
Auch kann man FTTH nicht auf dieses Dokument reduzieren, auch wenn es schön ist, dass die Hersteller/Lieferanten und Anwender sich mal einen Standard geeinigt haben.
In .de kocht ja jeder seine eigene Suppe.

EDIT:
@Schakal
Glasfasern bestehen tatsächlich aus Glas. Glasfasern werden aus einem Glasklumpen gezogen. Ist am Ende also wieder Glas, wenn auch keine Glasscheibe.
#32
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Registriert seit: 07.03.2012

Korvettenkapitän
Beiträge: 2107
Zitat sch4kal;26904137
Ja wow, das ist es in D auch. HFC ist ne Mogelpackung und definitiv nicht mit FTTH vergleichbar.


Ich hab ja null Plan, da mini Enthusiast und möchtegern Pilot. Aber wenn wir von Breitband sprechen, sind wir hier glaub ich besser dran. aba wie. Der graue Bereich auf der CH Map sind die Alpen :p
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