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Künstliche Intelligenz sagt Herzanfälle zuverlässiger voraus als Ärzte

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Künstliche Intelligenz ist aktuell ein komplexes Thema: Immer mehr Unternehmen wie Amazon, Google und Samsung bedienen sich künstlicher Intelligenz mit Alexa, dem Google Assistant und Bixby, um ihre Geräte aufzupeppen. Doch es handelt sich jeweils um Komfortfunktionen für die Benutzer. Künstliche Intelligenz ist jedoch zu mehr fähig, was gerade für die Medizin derzeit Potentiale eröffnet.

Beispielsweise sind für Ärzte Herzanfälle schwer vorauszusagen, da sie von sehr vielen Aspekten abhängen. Nun wurden durch Forscher jedoch Methoden entwickelt, die einer lernfähigen K. I. erlauben Herzattacken deutlich zuverlässiger vorauszusagen als menschliche Ärzte. An dem Projekt haben Mediziner und Spezialisten für künstliche Intelligenz an der Stanford Universität in Palo Alto gearbeitet.

Jährlich sterben Millionen von Menschen an Herzanfällen. Für die Wahrscheinlichkeit spielen das Alter, der Cholesteringehalt des Blutes, der Blutdruck und andere Aspekte eine Rolle. Zumal es auch noch viele Wechselwirkungen und unerwartete Zusammenhänge gibt. Etwa kann ein hoher Anteil an Körperfett sogar in einigen Fällen die Wahrscheinlichkeit eines Herzanfalles senken, statt sie zu erhöhen. Deswegen sind zuverlässige Vorhersagen auch generell schwierig.

Und genau da soll eben künstliche Intelligenz ins Spiel kommen und das Gesamtbild vollständiger und genauer auswerten können, als ein menschlicher Arzt. In dem Experiment erreichte die K. I. Durch maschinelles Lernen und die umfangreiche Auswertung von Patienten-Datenbeständen sowie ärztlichen Richtlinien erreichte die K. I. Wesentlich höhere Trefferquoten als die menschlichen Ärzte bzw. ihre festgelegten Standards.

Man gab der künstlichen Intelligenz dabei Daten aus dem Jahr 2005 und untersuchte dann die Korrektheit der Prognosen anhand der Daten des Jahres 2015. Tatsächlich prognostizierte die K. I. dann nach einem statistischen Index namens AUC mit einer Punktzahl von 0.745 bis 0.764 korrekt. Dabei steht 1.0 für zu 100 % korrekte Aussagen. Menschen, die nach amerikanischen Standard für Ärzte gearbeitet hatten, kamen nur auf eine Punktzahl von 0.728.

Im Experiment wurden mit der K. I. verschiedene Techniken und Algorithmen getestet, am besten schnitten neurale Netzwerke ab. Sie erkannten 7,6 % mehr Herzattacken korrekt und riefen zudem auch noch um 1,6 % weniger, falsche Alarme hervor. Da von 83.000 Menschen Patientendaten genutzt wurden, hätte man im Grunde mit den neuen Methoden 355 Menschen eventuell das Leben retten können. Wissenschaftler hoffen nun darauf, dass die neuen Methoden so schnell wie möglich auf breiter Fläche etabliert werden.

Jedoch hat die künstliche Intelligenz auch Schwachstellen: Ändert ein Mensch seinen Lebensstil etwa, wird es für die K. I. schwer sich komplett neu zu orientieren. Am Ende wäre also für die Zukunft der beste Weg menschlichen Sachverstand mit K.-I.-Unterstützung zu verbinden.