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Gerichtsurteil: Kim Dotcom darf an die USA ausgeliefert werden

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Seit Jahren kämpft der umstrittene, ursprünglich in Kiel geborene Internetunternehmer Kim Schmitz alias Kim Dotcom gegen seine Auslieferung an die USA. Nun hat der 43-Jährige eine weitere Niederlage vor Gericht hinnehmen müssen. Wie das Nachrichtenportal NZ Herald berichtet, hat das oberste Gericht in Neuseeland am Montag seiner Auslieferung an die USA und damit die Entscheidung der unteren Instanz zugestimmt. Richter Murray Gilbert argumentierte, dass Schmitz nach neuseeländischem Recht zwar nicht wegen Urheberrechtsverletzung ausgeliefert werden könne – wie es die US-Behörden ursprünglich verlangten – wohl aber wegen Betruges. Schmitz droht in den USA eine mehrjährige Haftstrafe, unter anderem wegen Urheberrechtsverletzung, Betrug und Geldwäsche. Bis zu 20 Jahre könnte er hinter Gitter kommen.

Dotcom hatte 2005 die Filesharing-Plattform Megaupload gegründet, auf die Nutzer Daten hochladen und mit anderen teilen konnten. Der Dienst wurde zwar kostenlos und werbefinanziert angeboten, per kostenpflichtigem Premium-Account konnten Nutzer das Datenlimit pro Datei aber vergrößern und die Downloadgeschwindigkeiten deutlich erhöhen – außerdem wurde die Wartezeit auf einen Download für die zahlende Kundschaft aufgehoben. Viele der Nutzer nutzten den Dienst dafür, um illegale Inhalte zu verbreiten. Sie luden urheberrechtlich geschütztes Material wie Kinofilme, Videospiele, eBooks, Software und Musik auf die Plattform.

2012 wurde Megaupload von US-Behörden geschlossen, im Zuge der Ermittlungen wurden in acht Ländern 20 Wohnungen durchsucht und weitere Personen festgenommen. Besitztümer im Wert von rund 50 Millionen US-Dollar wurden beschlagnahmt, ebenso wie Server in den USA, Kanada und den Niederlanden. Kim Schmitz, der sich seitdem gegen die Anschuldigungen wehrt, gründete ein Jahr nach der Schließung mit „ Mega“ einen ähnlichen Dienst, bezeichnete diesen allerdings als „Cloud Storage“-Dienst, bei den eine zusätzliche Verschlüsselung die nötige Sicherheit gewährleistet, sodass nur der Nutzer weiß, welche Daten auf seinem Cloud-Speicher abgelegt sind. Um sich jedoch voll seinem Auslieferungsverfahren widmen zu können, hat Schmitz seinen Chefsessel dort allerdings wieder verlassen.

Die Anwälte Dotcoms kündigten an, abermals gegen das Urteil vorzugehen und vor den Berufungsgerichtshof ziehen zu wollen. „ Wir sind weit davon entfernt, geschlagen zu sein“, zeigte sich Ron Mansfield optimistisch. Die Entscheidung des Gerichts bezeichnete er als „ äußerst enttäuschend“.

Auch Schmitz selbst weist die Vorwürfe zurück und sieht die Entscheidung des obersten Gerichts als Politikum zwischen Neuseeland und den USA an. Auf Twitter schrieb er: „ Es ist ein politischer Fall. Es ist ein politisches Urteil.

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Kommentare (14)

#5
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Registriert seit: 06.02.2014
Im sonnigen Süden
Admiral
Beiträge: 11751
Zitat iceman84;25328284
wobei ich es wirklich interessant fände ob er selbst für Content gesorgt hat oder nur Verteilt hat (Seiten fürs entfernen von Content etc.. wie es auch heute bei den anderen 1 click hostern der fall ist, hatte er ja wohl auch schon damals).

So wie ich das verstanden hatte (die Anschuldigungen sind ja schon Jahre alt) hat er finanzielle Begünstigungen denen geboten die solchen Content auf seine Seite hochgeladen haben und das in ziemlich großen Stil. D.h. er kann nicht "ich wusste von nichts" geltend machen wie all die anderen Anbieter solcher Dinge.

Über diese Finanzwege ist man ihm überhaupt erst auf die Schliche gekommen (und zuerst war der Vorwurf ja auch Steuerhinterziehung).
#6
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Registriert seit: 01.01.2007
Exil
Der Saft ist mit euch!
Beiträge: 8417
Die Argumentation "Ich hoste nur, ich weiß von nichts" ist sowieso lächerlich. Jeder Betreiber der einschlägigen Hoster ist sich völlig im Klaren darüber, dass seine Dienste auf illegale Nutzung ausgerichtet sind. Dass zwischen den ganzen Filmen auch mal ein paar legale Daten lagern, macht es nicht weniger verwerflich.
#7
Registriert seit: 15.09.2009

Oberleutnant zur See
Beiträge: 1323
Urheberrechtsverletzungen sind eine Sache.
Aber was ist daran Betrug?

Wenn er ausgeliefert wird, dann wars das für ihn.
#8
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Registriert seit: 21.01.2006

Korvettenkapitän
Beiträge: 2319
Ja, das mit dem Betrug wirkt etwas fadenscheinig. Vermutlich eine seit Jahrzehnten vergangene Kleinigkeit, die man im beidseitigen Interesse (Neuseeland + USA) vorgeschoben hat.
#9
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Registriert seit: 13.05.2005
Hagen
Bootsmann
Beiträge: 542
Die Verfilmung seines Lebens sollte äußerst unterhaltsam werden.
#10
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Registriert seit: 02.12.2005

Vizeadmiral
Beiträge: 8144
Der Kerl hat doch noch nie ehrlich sein Geld verdient, der meint bis heute, das sei so normal.
Ich habe noch nie verstanden, warum der so eine selbstgerechte Robin-Hood-Fangemeinde hat.
#11
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Registriert seit: 22.05.2007
Asgard und Berlin
Der Dahar-Meister!
Beiträge: 2091
Zitat L0rd_Helmchen;25328846
Die Argumentation "Ich hoste nur, ich weiß von nichts" ist sowieso lächerlich. Jeder Betreiber der einschlägigen Hoster ist sich völlig im Klaren darüber, dass seine Dienste auf illegale Nutzung ausgerichtet sind. Dass zwischen den ganzen Filmen auch mal ein paar legale Daten lagern, macht es nicht weniger verwerflich.


quatsch, oder warum gibt es noch UseNext?
#12
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Registriert seit: 11.12.2011
NRW
Kapitän zur See
Beiträge: 3200
Zitat Lord Wotan;25338352
quatsch, oder warum gibt es noch UseNext?


UseNeXT ist nur ein Browser für das Usenet, im Grunde also sowas wie ein Internetbrowser für das Internet. Deswegen sind die da auf der sicheren Seite.
#13
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Registriert seit: 20.07.2009

Bootsmann
Beiträge: 670
Zitat Fallwrrk;25338564
UseNeXT ist nur ein Browser für das Usenet, im Grunde also sowas wie ein Internetbrowser für das Internet. Deswegen sind die da auf der sicheren Seite.



Falsch. Die Binaries um dies geht werden auf USENEXT usenet Servern vorgehalten. Usenext nutzt eine seit langer zeit bestehende Rechtsentscheidung ich mein des Landgerichts München die NEWS Servern eine gewisse Immunität verschafft hat weidlich aus :D
#14
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Registriert seit: 11.12.2011
NRW
Kapitän zur See
Beiträge: 3200
Huch. Okay. :-[
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