Seite 3: High-End-Klasse

In der High-End-Klasse muss man schon mindestens 400 Euro auf den virtuellen Ladentresen legen – nach oben sind heutzutage aber ohnehin fast keine Grenzen gesetzt. Unsere Empfehlungen lauten: AMD Ryzen 7 5800X, Ryzen 9 5900X und Intel Core Core i9-11900K.

AMD Ryzen 7 5800X:

Mit einem angepeilten Preis von 365 Euro ist der AMD Ryzen 7 5800X eine typische Mittelklasseempfehlung. Er bietet mit acht Kernen und 16 Threads nur noch halb so viele Kerne wie das aktuelle Spitzenmodell, macht sich aber mit einem Spitzentakt von nur 4,7 GHz ans Werk. Aufgrund des fehlenden zweiten CCXs halbiert sich außerdem der L3-Cache. Trotzdem handelt es sich auch weiterhin um 105-W-Modell.

Preislich liegen der Ryzen 7 5800X und Core i9-11900K gleichauf, bei den Benchmarks lohnt sich ein Blick in den dazugehörigen Test.

Hardwareluxx-Test: AMD Ryzen 7 5800X

Preise und Verfügbarkeit
AMD Ryzen 7 5800X
Nicht verfügbar 429,90 Euro Ab 379,00 EUR


 

Intel Core i9-11900K:

Intels aktuelles Flaggschiff der Rocket-Lake-Generation ist der Core i9-11900K. Dieser löst den Core i9-10900K ab, der ebenfalls schon auf einen maximalen Boost von 5,3 GHz für einzelne Kerne gekommen ist. Allerdings muss der Core i9-11900K mit einem Kern weniger auskommen. Aber auch der Core i9-11900K ist der beste Prozessor für Spieler – daran ändert auch AMDs dritte Ryzen-Generation nichts. Mehr als acht Kerne nutzt kaum ein aktuelles Spiel und die wenigen schnellen Kerne sind hier eben der Trumpf, der für Intel sticht. Zwar weiterhin in 14 nm gefertigt, profitieren die Rocket-Lake-Prozessoren von der Cypress-Cove-Architektur, die eben von 10 auf 14 nm portiert wurde.

Der Core i9-11900K wird allerdings nur noch bis November das Topmodell bleiben, dann wird der Nachfolger auf Basis von Alder Lake-S erscheinen. Sollte man sich also tatsächlich in den kommenden Wochen für einen neuen Prozessor samt dazugehörigem Mainboard entscheiden, muss man hier im Hinterkopf behalten, dass das dazugehörige Mainboard mit Sockel LGA1200 nicht mehr kompatibel zum LGA1700 für Alder Lake-S sein werden. Aktuell kostet der Core i9-11900K 495 Euro.

Hardwareluxx-Test: Intel Core i9-11900K

Preise und Verfügbarkeit
Intel Core i9-11900K
Nicht verfügbar Nicht verfügbar Ab 519,00 EUR


AMD Ryzen 9 5900X:

Der AMD Ryzen 9 5900X ist nicht das aktuelle Flaggschiff für den Sockel AM4, aber er ist günstiger als der Ryzen 9 5950X mit 16 Kernen. Verstecken braucht sich der AMD Ryzen 9 5900X nicht. Er stellt zwölf Kerne und 24 Threads bereit und liegt damit in Sachen Multicore-Performance sogar deutlich vor Intel. Mit einem Takt von bis zu 4,8 GHz und der Zen-3-Architektur hat AMD außerdem bei der Spieleleistung deutlich aufgeholt, womit die Ryzen-CPU tatsächlich für alle Lebenslagen bestens aufgestellt ist. Die Thermal Design Power liegt bei 105 W, was ihn nicht gerade zum sparsamsten Modell macht, die Effizienz mit Zen 2 konnte AMD jedoch ebenfalls deutlich verbessern. 

In den einschlägigen Preisvergleichs-Portalen wird der AMD Ryzen 9 5900X derzeit ab 499 Euro angeboten – ist also aufgrund der geringen Verfügbarkeit aktuell einfach zu teuer. Zur UVP von 549 Euro sieht dies natürlich ganz anders aus.

Hardwareluxx-Test: Ryzen 9 5900X

Preise und Verfügbarkeit
AMD Ryzen 9 5900X
Nicht verfügbar Nicht verfügbar Ab 519,00 EUR


Als Zwischenschritt zur Enthusiastenklasse wollen wir noch den Ryzen 9 5950X einschieben. Er definiert die Desktop-Plattform für den Sockel AM4 völlig neu. 16 Kerne sind für Spiele sicherlich nicht notwendig, aber Anwender, die auch die ein oder andere rechenintensive Anwendung verwenden, werden die 16 Kerne sicherlich gerne nehmen.

AMD Ryzen 9 5950X:

16 Kerne für den Desktop sind eine klare Ansagen, die Intels Desktop-Plattform derzeit alt aussehen lässt. Geht es um die Multi-Threaded-Leistung, hat AMD seinen Konkurrenten Intel längst abgehängt. Dass die 16 Kerne des Ryzen 9 5950X nun gerade in Anwendungen, die sich alle Kerne zu Nutze machen, alles in den Schatten stellen werden, dazu bedarf es eigentlich keinerlei Benchmarks.

Der Ryzen 9 5950X ist nicht nur der Zen-3-Prozessor mit den meisten Kernen für den Sockel AM4, sondern auch der mit dem höchsten Boost-Takt. Dies klingt vielversprechend. In unserem Test kann der Ryzen 9 5950X diese Ansprüche größtenteils erfüllen.

Mit dem Ryzen 9 5950X hebt AMD die Definition für einen Desktop-Prozessor auf ein neues Niveau. War der erste Zwölfkerner bereits ein gewaltiger Schritt in diese Richtung, ist der Ryzen 9 5950X ein noch einmal deutlich größerer Schritt nach vorn – eben aufgrund der Zen-3-Architektur mit all den Verbesserungen in der IPC-Leistung. Natürlich muss man hier einige Einschränkungen machen, denn gerade mit einem Fokus auf Spiele lohnt sich ein solcher Prozessor nicht wirklich. Nur wenige Spiele nutzen überhaupt mehr als acht Kerne, die meisten geben sich mit vier bis acht zufrieden. Daher sind Games für Prozessoren mit 12 oder gar 16 Kernen einfach nicht das richtige Anwendungsgebiet.

Ein Problem hat der Ryzen 9 5950X allerdings derzeit – er ist kaum bis gar nicht verfügbar. Die unverbindliche Preisempfehlung liegt bei 699 Euro.

Hardwareluxx-Test: AMD Ryzen 9 5950X

Preise und Verfügbarkeit
AMD Ryzen 9 5950X​
Nicht verfügbar 799,90 Euro Ab 739,00 EUR