Seite 1: Super Mario Odyssey angespielt: Alles andere als ein alter Hut

super mario odysseySeit mehr als 36 Jahren hüpft und klettert Super Mario nun schon durch das Pilzkönigreich, kämpft gegen Gumbas, Koopas, Piranha-Pflanzen, böse Kettenhunde oder Stachis und hat dabei nur ein einziges Ziel vor Augen: Prinzessin Peach vor dem Bösewicht Bowser zu bewahren. Auch in seinem neusten Abenteuer, welches am vergangenen Freitag exklusiv für die Nintendo Switch erschien, geht es ähnlich zu – ein alter Hut ist das Spiel damit aber noch lange nicht, wie unser Angespielt-Artikel zu Super Mario Odyssey zeigt. Im Gegenteil: Nintendo hat einiges ausprobiert, beweist viel Liebe zum Detail und Kreativität, wagt hier und da aber auch einen Stilbruch.

Super Mario Odyssey beginnt wie nahezu jeder andere Serienteil auch: Bösewicht Bowser kehrt zurück und entführt Prinzessin Peach, die fortan von Nintendos wichtigsten Videospielhelden gerettet werden will. Dieses Mal handelt es sich allerdings nicht um eine bloße Entführung, sondern um eine perfide und gut durchdachte Zwangsheirat. Der Plan: Bowser will die schöne Prinzessin des Pilzkönigreiches nach all den Jahren komplett für sich alleine haben und sie nun endlich heiraten. 

Hierfür hat der Schurke alle Bewohner zur Hochzeit geladen und ein ganzes Team an Hochzeitsplanern aufgestellt. Die fiese Broodal-Hasenfamilie unterstützt den Bösewicht bei der Beschaffung aller nötigen Utensilien. Brautkleid, Schmuck, Torte, Ring und Blumenstrauß wurden gemeinschaftlich aus den zahlreichen Ländern geklaut, wie Mario während seiner Reise durch die jeweiligen Welten erfahren muss.

Mächtiger Wegbegleiter

Mario ist dieses Mal jedoch nicht auf sich alleine gestellt, sondern kann mit tatkräftiger Unterstützung von Cappy rechnen. Cappy ist lebendiger Hut, der Mario mit Schritt und Tritt auf seiner Reise begleitet. Bowser hält nämlich nicht nur Prinzessin Peach in Gewahrsam, sondern auch Cappys kleine Schwester. Die quirlige Mütze und der ehemalige Klempner, der seinen eigentlichen Hauptberuf inzwischen ganz offiziell an den Nagel gehängt hat, machen gemeinsame Sache und begeben sich zu zweit auf die abenteuerliche Reise. 

Lange, aufwendig eingesprochene Zwischensequenzen und Dialoge gibt es nicht. Super Mario Odyssey setzt auf kurze Unterbrechungen, denen der Spieler nur per eingeblendete Textdialoge und Sprechblasen folgen kann – lediglich ein paar Worthülsen und Phrasen bringen die Protagonisten heraus, darunter beispielsweise „Mario“, „Peach“ oder ein langgezogenes „Noooo“ und „Wahhhhhaaa“. Aufgrund der dürftigen Story ist das zu verschmerzen. Der Spieler ist die meiste Zeit ohnehin damit beschäftigt, Mario und Cappy sicher durch die Welten zu bringen.

Die Reise beginnt mit Bewegungssteuerung

Nach einem kurzen Aufenthalt auf Bowsers Luftschiff, von dem er unsanft heruntergestoßen wird und dadurch seine geliebte rote Mütze verliert, landet Mario zunächst im Hutland. Dort trifft er schließlich auf seinen neuen Wegbegleiter. Das Hutland ist eines der kleinsten Welten in Super Mario Odyssey und dient eigentlich nur als Tutorial, in dem sich der Spieler mit der Steuerung vertraut macht. 

Das ist auch bitter notwendig, denn Mario kann alleine 24 Basisaktionen ausführen, die allesamt über unterschiedliche Tastenkombinationen über die Joy-Con oder den Pro-Controller durchgeführt werden können. Alte Mario-Spieler werden sich mit dem bekannten Hechtsprung, der Stampfattacke oder der Rolle vorwärts aber schnell zurechtfinden. 

Nintendo empfiehlt Super Mario Odyssey mit den mitgelieferten Joy-Con der Nintendo Switch zu spielen. Dann lassen sich einige der Fähigkeiten per Bewegungssteuerung durchführen. Wer mit demrund 60 Euro teuren Pro-Controller spielt, kommt um die Bewegungssteuerung aber nicht ganz herum. Einige der Aktionen lassen sich nur durch Drehen, Schütteln oder durch ruckartige Bewegung des Controllers durchführen. Das mag für viele ungewohnt sein, unterwegs im Zug oder Flugzeug mag das albern wirken. Schade, dass Nintendo es nicht zulässt, die Bewegungssteuerung komplett abzuschalten.