Seite 2: Viel Abwechslung, kreative Welten

Schon in den ersten Spielminuten lernt der Spieler Marios neue Fähigkeiten durch Cappy kennen. Die lebendige Mütze dient dem Latzhosenträger nämlich nicht nur als Waffe, indem sie auf Gegner geworfen wird, sondern lässt ihn diese auch „capern“, womit der Gegner übernommen und vom Spieler mit all seinen Fähigkeiten gesteuert werden kann. Im Hutland übernimmt Mario einen kleinen Frosch, der ihm höhere Sprünge ermöglicht. Doch nicht alle Gegner lassen sich capern. Gumbas, Frösche, Kugelwillis oder auch ein T-Rex lässt sich über Marios neue Mütze steuern. 

Letzteres hat man schon in einem der zahlreichen Trailer gesehen und ist einer der größten Stilbrüche, die Nintendo in Super Mario Odyssey begeht. Denn während man sich in den Jump-n-Runs bislang auf Charaktere und Welten aus dem Pilzkönigreich beschränkte, trifft man in Super Mario Odyssey nun auch auf Charaktere längst vergessener Zeiten oder gar aus der Gegenwart. Der Held verlässt seine gewohnte Umgebung teilweise sogar komplett und reist nach New Donk City, einer modernen Großstadt mit vielen Wolkenkratzern, Autos und vor allem richtigen Menschen. 

Während seines Abenteuers erkundet der Ex-Klempner aber auch andere Welten, wie beispielsweise ein mexikanisch angehauchtes Wüstenlevel, die düstere Waldlandschaft „Kaskadenland“ oder das „Seeland“ mit Karibik-Flair. Zwischen den Welten reisen die beiden Helden per Luftschiff hin und her, welches gleichzeitig als Sammelort für erreichte Trophäen und als Kleiderschrank für eigene Outfits dient. 

Das Luftschiff muss von Cappy und Super Mario zunächst jedoch repariert und leistungsfähiger gemacht werden, um dem Luftschiff Bowsers folgen zu können. Angetrieben wird die Odyssey über die Lichtenergie sogenannter Power-Monde, die in allen Welten des Spiels versteckt sind oder in Bosskämpfen als Belohnung eingesammelt werden können. Ist eine bestimmte Anzahl an Power-Monden erreicht, können die beiden das nächste Land bereisen und Bowser so langsam aber sicher auf die Pelle rücken.

Weniger Geschick, mehr Sammelwut

Nintendo bricht jedoch nicht nur bei den Charakteren oder dem Setting mit Traditionen, sondern auch an anderer Stelle: Hatte der Held in früheren Serienteilen noch eine begrenzte Anzahl an Leben, kann Mario in Super Mario Odyssey theoretisch beliebig oft sterben und Neuversuche bei schwierigen Aufgaben wagen. Das klappt jedoch nur solange, wie man Münzen hat. Die Goldmünzen, welche überall in den Leveln zu finden sind und welche es teils auch für erledigte Gegner gibt, sind notwendig, um sich quasi wieder ins Spiel kaufen zu können. Für jeden Neuversuch werden dem Spieler zehn Münzen abgezogen. 

Sein Ableben findet Mario aber nicht, wenn er von den Wolkenkratzern oder hohen Abgründen springt, sondern wenn er auf Feinde trifft und diese vorher nicht selbst mithilfe seiner neuen Kopfbedeckung oder per Kopfsprung erledigt hat. Fällt er aus der Welt, ist das Spiel ebenfalls vorbei. Die Lebensenergie ist auch weiterhin beschränkt, wird jedoch nicht mehr über Herzen am oberen rechten Bildschirm angezeigt, sondern über einen runden Kreis. Bei Gegnerkontakt wird diese um ein Tortenstück kleiner. Mario kann seine Lebensenergie durch das Einsammeln von Herzen wiederauffüllen und auf maximal sechs Tortenstücke erweitern. 

Das Bezahlen der Leben mit Goldmünzen macht eine zusätzliche Währung notwendig. Je nach Spielwelt lassen sich lilafarbige Münzen einsammeln, die dann gegen das für die jeweilige Spielwelt passende Outfit eingetauscht werden können. Das verbessert nicht nur die Atmosphäre innerhalb der einzelnen Welten, sondern schaltet auch weitere Bereiche in den Spielwelten frei. Manche Türen lassen sich erst mit dem richtigen Outfit öffnen. 

Viel Liebe zum Detail, aufwendige Welten

Das Hauptspiel umfasst insgesamt 14 Schauplätze, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Mario reist ins kalte Polarland, ins sonnige Küstenland, ins düstere Forstland oder aber ins Schlemmerland sowie zahlreiche weitere Länder, die wir aus Spoilergründen nicht näher benennen wollen – die hier aufgezählten Welten waren bereits in den zahlreichen Trailern und Gameplay-Videos von Nintendo zu sehen. Um von Welt zu Welt reisen zu können, benötigt Mario meist zwischen 10 und 20 Monde. In allen Welten lässt sich jedoch die drei- oder gar vierfache Menge finden, insgesamt zählt das Spiel weit über 500 Monde, die vom Spieler gefunden werden können. Diese sind unterschiedlich schwierig zu finden bzw. zu erreichen. Mal gibt es einen Mond durch das Aufschlagen einer Kiste am Hausrand, mal muss man einen ganzen Hindernis-Parcours meistern, um einen aufsammeln zu können. 

Am Ende einer jeden Welt wartet schließlich ein Mini-Boss auf Mario – meist sind es die Hochzeitplaner der Broodal-Familie. Sind sie gewohnt per dreifachem Kopfsprung in die Flucht zuschlage. Am Ende gibt es einen Dreifachmond auf das Konto gutgeschrieben. Auch wenn jeder der Minibosse seinen eigenen Kampfstil besitzt, sind sie doch relativ einfach zu besiegen. Das war bei früheren Serienteilen nicht immer der Fall. Lobenswert: Anders als noch bei Super Mario 64 wird man nach jedem eingesammelten Mond nicht komplett aus der Spielwelt geworfen, sondern kann an Ort und Stelle einfach weitermachen.

Geringerer Schwierigkeitsgrad

Die Rätsel an sich sind verglichen mit anderen Serienteilen einfacher geworden, zumindest ist die Geschicklichkeit des Spielers nicht mehr ganz so gefordert. Vereinzelt aber gibt es Abschnitte, für die es mehrere Anläufe bedarf. Man sollte also trotzdem stets eine gewisse Anzahl an Goldmünzen auf der hohen Kante haben.

Nintendo hat die Balance aus Geschicklichkeit und Sammelwahn in Super Mario Odyssey somit leicht verschoben. Der Fokus liegt nun etwas stärker auf dem Sammeln der Items. Die Welten sind sehr vielseitig. In zahlreichen Abschnitten wechselt das Spiel sogar zurück in den 8-Bit-Retro-Modus und Mario springt wie auf der Urversion durch die Welten.

Wer die Übersicht im Spiel verliert, kann eine kleine Karte mit vielen Details zur aktuellen Spielwelt aufrufen. Darauf ist das nächste Ziel eingetragen, der eigene Standort und die zahlreichen Checkpoints markiert, von denen aus der Spieler immer wieder startet oder sich per Schnellreise-Funktion hinteleportieren kann. In den Übersichtsmenüs findet sich außerdem eine Liste zum eigenen Spielfortschritt. Hier werden die Zahl der gesammelten Monde angezeigt und sogar alle bisherigen Caperungen oder die Musikstücke aufgelistet, die der Spieler während seiner Abenteuerreise hören und finden konnte. 

Preise und Verfügbarkeit
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