Seite 1: Windows 10 1703 Creators Update: Ein Überblick

windows 10 logoMit dem Creators Update bringt Microsoft das vierte große Feature-Update im Windows-10-Zyklus kostenlos unter die Leute. Wie der Name bereits suggeriert, hat das Redmonder Unternehmen bei diesem Update die kreativen Nutzer im Fokus. Doch neben einer aktualisierten Paint-App, welche nun auch 3D unterstützt, rundet Microsoft unter der Haube das System weiter ab und optimiert hier und da einige Stellen. Was genau in diesem Update auf den Nutzer zukommt, besprechen wir in diesem Artikel.

Features, die es nicht ins Update geschafft haben

Zu Beginn möchten wir die Features auflisten, die es trotz Ankündigung leider nicht ins Creators Update geschafft haben. So sollte beispielsweise ein alter Bekannter beim Clouddienst OneDrive wiederkehren: Platzhalter. Bisher ist es unter Windows 10 so, dass immer die komplette OneDrive-Bibliothek auf das entsprechende Gerät synchronisiert wird. Poweruser packen sich so eventuell viel unnötigen Ballast auf das System, den sie in Wirklichkeit gar nicht gebrauchen können. Unter Windows 8 und Windows 8.1 war es so, dass es sogenannte Platzhalter-Dateien gab. Diese zeigten an, welcher Content auf dem eigenen OneDrive liegt, repräsentierten die entsprechende Datei aber nur. So wurde Speicherplatz gespart und sollte die Datei doch mal benötigt werden, wurde sie vor dem Öffnen einfach durch das System heruntergeladen. Dieses Feature soll nun mit dem nächsten großen Update Einzug halten, da es wohl doch komplizierter war, die Funktion zu reimplementieren.

Ebenfalls nicht geschafft hat es der „My People“-Hub in der Taskleiste, der zwar euphorisch und mit viel Elan auf der Präsentation vorgestellt, aber später wieder verworfen wurde. Über diesen Hub wird man schnell seinen wichtigsten Kontakten beispielsweise eine Nachricht oder E-Mail senden können oder diese bei Skype anrufen. Hier können zahlreiche Kommunikationskanäle – auch von Dritten – eingebunden und so verwendet werden. Auch dieses Feature soll es später mit Redstone 3 in Windows 10 schaffen.

Für Smartphone-Nutzer wird außerdem die ambitionierte 3D-Scanner-App entfallen, welche eigentlich dazu verwendet werden sollte, mittels der Kamera beliebige Objekte als 3D-Objekt zu importieren und später in Programmen wie dem neuen Paint3D weiter zu nutzen.

Überarbeitete Einstellungen und der Gaming-Modus

Zu den neu hinzugewonnenen Features zählt die Zeitplanabhängige Änderung des Weißabgleichs. Dieses verschiebt die Farbtemperatur beispielsweise nachts in einen wärmeren Bereich, was angenehmer für die Augen sein und einem später besser einschlafen lassen soll. Die selbe Funktionalität konnte man bisher mit dem Programm f.lux nachbauen, welches für Windows und Mac OS X verfügbar ist. Auf dem Apple iPhone ist das Ganze als Night Shift bekannt.

Ebenfalls neu hinzugekommen ist das Xbox-Menü, welches die Xbox-App teilweise ersetzt. So können hier nun Tastenkombinationen für In-Game-Overlays definiert, das Streaming zu Microsofts eigenen Streamingdienst Beam.io konfiguriert oder einfach nur die Aufnahme von Gameplay eingestellt werden. Wo vorher der Log-In mit einem Microsoft-Konto in die Xbox-App nötig war, funktionieren die Einstellungen nun ohne verbundenes Konto.

Des Weiteren kann man seine App-Liste nun direkt aus der Startseite der Einstellungen erreichen und ist nicht mehr auf das alte „Programme & Features“ aus der Prä-Windows-10-Ära angewiesen. Von hier aus lassen sich sogar non-UWP-Programme direkt deinstallieren, was vorher nicht möglich war.

Dennoch ist die alte Systemsteuerung noch auffindbar, wenn auch nicht mehr so prominent wie vorher. Gibt man in die Windows-10-Suche „Systemsteuerung“ ein, bekommt man einen Link zur bereits seit Windows-Urzeiten bestehenden alten Systemsteuerung, welche nun allerdings um Features beschnitten wurde. So sind viele Einstellungsmöglichkeiten zu Links in die neuen Einstellungen verkommen. Glücklicherweise wurden wichtige und tiefergehende Dialoge wie beispielsweise das Netzwerk- und Freigabecenter hiervon verschont.